Die Montagsfrage #55

Guten Morgen ihr Lieben,

das zweite Adventswochenende verlief dank einer fetten Erkältung leider anders als gedacht, aber mittlerweile geht es mir besser und ich freue mich, dass es nur noch zwei Wochen bis Weihnachten sind. Jetzt gibt es aber erstmal die Montagsfrage von Wordworld:

Welche Bücher haben Euch in diesem Lesejahr bisher emotional am meisten berührt und warum?

Als erstes eingefallen ist mir direkt Make You Mine This Christmas von Lizzie Huxley-Jones. Dazu kommt nächste Woche auch noch eine ausführliche Rezension, aber in meinen Augen hat dieses Buch einfach alles richtig gemacht. Es ist eine queere Liebesgeschichte, die viele wichtige Themen anspricht und doch nicht überladen ist. Und es ist so rührend und einfühlsam geschrieben, dass man sich ganz in Haf einfühlen kann. Und wie bei jedem guten Liebesroman habe ich mich selbst ein bisschen in Kit, den love interest, verliebt.

Emotionen sind ja nun vielfältig und mit Die stille Gewalt hat Asha Hedayati ein Buch geschrieben, das vor allem wütend macht. Es ist nicht besonders dick, aber ich habe vergleichsweise lange dafür gebraucht. Denn ich musste es regelmäßig aus der Hand legen, weil mir der sprichwörtliche Dampf aus den Ohren kam. Dieses Buch macht deutlich, dass unser Justizsystem nicht fair ist und dass gerade Familiengerichte offenbar eine Weltfremdheit und Arroganz an den Tag legen, dass es mich schüttelte.

Schon ziemlich zu Beginn des Jahres konnte mich Sharon Gosling mit ihrem zweiten Buch, The Lighthouse Bookshop, mitreißen. Ich liebe Bücher über chosen family und dieses gehört definitiv dazu. Aber Sharon Gosling schreibt darüber auf so einnehmende Art, dass es mich immer wieder mitreißt. Schon ihr erstes Buch Fishergirl’s Luck konnte mich total überzeugen und dieses hier steht ihm in nichts nach. Man fühlt immer sehr mit den Protagonist*innen mit und Gosling gelingt es, dass Menschen vom Teenager- bis ins Rentenalter realistisch sind.


Bildquellen
Beitragsbild: Wordworld
Cover Make You Mine This Christmas: Hodder & Stoughton
Cover Die stille Gewalt: Rowohlt
Cover The Lighthouse Bookshop: Simon & Schuster UK

Rezension – Ein Engel für Weihnachten

Kiel 1979: Mitten in die Weihnachtsvorbereitungen von Albertine Hollmann platzt die Nachricht, dass Grete Wendt gestorben ist. Grete Wendt war zunächst Mentorin und Vorbild, wurde später aber auch zu einer Freundin. In den Raunächten 1979 sinniert Albertine darüber, wie Grete Wendt ihr Leben beeinflusste, nachdem sie sich 1917 zum ersten Mal begegneten.

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Die Montagsfrage #54

Guten Morgen ihr Lieben,

das erste Adventswochenende ist vorbei und dieses Jahr bin ich richtig in Weihnachtsstimmung! Die Wohnung ist dekoriert, an den Adventskalendern sind die ersten Türchen geöffnet und ich freue mich jetzt schon auf den 24. und die Zeit mit meiner Familie.
Vorher gibt’s aber noch einiges zu tun – Geschenke kaufen, Punsch trinken, lernen, … Und los geht’s mit der Montagsfrage von Wordworld:

INSPIRIERT EUCH DAS LESEN ZU EIGENER KREATIVITÄT (Z.B. IN FORM VON SCHREIBEN, MALEN ODER ANDERE KREATIVE AUSDRUCKSFORMEN)?

In dem Sinne, dass ich dadurch zu ausgefallenen Blogbeiträgen inspieriert werde, ist meine Antwort ein klares „nein“. Ich gebe mir bei jeder Rezension Mühe und wenn es Bezüge zur Realität gibt, baue ich gerne Infos dazu ein (zuletzt z.B. bei Unorthodox von Deborah Feldman oder In der Hitze eines Sommers von Emma Flint). Aber wer besonders kreative Beiträge bei mir sucht, wird enttäuscht sein.

Hin und wieder kommt es aber vor, dass ein Buch mich dazu inspiriert, mal wieder eine Häkelnadel in die Hand zu nehmen. Ich häkele sehr gerne und bin in letzter Zeit viel zu selten dazu gekommen (das ändert sich nächstes Jahr mit dem von Ariane inspierierten Leseschal hoffentlich!). Und immer mal wieder spielt Handarbeit in einem von mir gelesenen Buch eine so große Rolle, dass es in mir den Wunsch weckt, auch wieder zu häkeln.


Quelle Beitragsbild: Wordworld

Rezension – Notes on an Execution

Ansel Packer soll in zwölf Stunden sterben: er hat für die Morde an mehreren jungen Frauen die Todesstrafe erhalten.
Aus der Sicht von drei Frauen wird Ansels Geschichte erzählt. Da ist seine Mutter, Lavender, die als Teenagerin schwanger wird und sich in einer missbräuchlichen Beziehung wiederfindet. Hazel ist die Zwillingsschwester von Ansels Frau, die mit ansehen muss, wie die Beziehung zu ihrer Schwester immer schlechter wird. Und schließlich Saffy, die unter ähnlichen Umständen wie Ansel aufgewachsen ist und als Kommissarin alles daran setzt, den Mörder der drei Mädchen zu finden.

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Die Montagsfrage #53

Guten Morgen ihr Lieben,

der Dezember kommt mit großen Schritten näher und ich habe letzte Woche auch tatsächlich die ersten Weihnachtsgeschenke besorgt. Bevor diese Woche so richtig losgeht, gibt es aber erstmal die Montagsfrage von Wordworld:

GIBT ES BÜCHER, DIE EUCH ZU REISEN/URLAUBEN AN ORTE INSPIRIERT HABEN, DIE IHR VORHER NIE BESUCHEN WOLLTET?

Spontan wollte ich direkt mit „Nein“ auf diese Frage antworten. Aber nachdem ich ein bisschen überlegt habe, ist mir aufgegangen, dass die Antwort nicht stimmen würde. Und je mehr ich nachgedacht habe, umso mehr Bücher und Reiseziele sind mir eingefallen.

Schon vor acht Jahren habe ich Murder on the Orient Express von Agatha Christie gelesen, von dem es ja dann vor kurzem (okay, 2017 …) auch eine Neuverfilmung, u.a. mit Dame Judi Dench und Penélope Cruz. Und ich würde total gerne auch mal mit dem Orient-Express fahren! Der Venice-Simplon-Orient-Express verkehrt zwischen März und Oktober von Paris nach Venedig und einmal im Jahr auf der Originalstrecke bis Istanbul. Die Tickets sind aber sehr teuer und so wird das bis auf weiteres ein Traum bleiben.

Unter anderem Ein Tag im Alten Rom von Alberto Angela, aber auch ein Besuch von Herculaneum, hat dafür gesorgt, dass ich in Rom und anderen italienischen Städten antike Stätten besuchen möchte.

Durch mehrere Bücher, zuletzt z.B. Murder On The Christmas Express von Alexandra Benedict, ist zudem Schottland immer weiter nach oben geklettert auf meiner Liste der Reiseziele. Ich bereue es bis heute, während meines Auslandsjahrs in England keine Reise nach Schottland unternommen zu haben. Und so ist Schottland für mich unbedingt eines der nächsten Ziele, wenn ich mal wieder ins Ausland komme.

Und es gibt regelmäßig Bücher, die in Deutschland spielen und meinen Wunsch wecken, einzelne deutsche Städte oder Regionen zu besuchen. Das wäre häufig als Tages- oder Wochenendtrip machbar und auch Deutschland hält nun mal schöne Ecken zum Erkunden bereit.
So war ich zwar als Kind schon einmal in St. Peter-Ording, aber Friesenwinterzauber von Tanja Janz hat in mir den Wunsch geweckt, die Stadt einmal als Erwachsene zu erkunden.
Der Himmel ist hier weiter als anderswo von Valerie Pauling spielt im Alten Land und zusammen mit Altes Land von Dörte Hansen hat es mir einen Besuch in der Region südlich von Hamburg schmackhaft gemacht.

Und es gibt Reiseziele, zu denen ich nicht aufgrund von Büchern, aber doch wegen Büchern inspiriert wurde. So konnte ich mir im September mit einem Besuch der Herzogin Anna Amalia Biblitohek in Weimar einen lange gehegten Traum erfüllen. Und Hay-on-Wye in Wales ist als Bücherdorf und mit dem Hay Festival, einem großen Literaturfest, unbedingt einen Besuch wert.


Quelle Beitragsbild: Wordworld

Rezension – Nachts erzähle ich dir alles

Léa braucht eine Pause und reist daher von München auf das Familienanwesen an der Côte d’Azur. An ihrem ersten Abend trifft sie auf die junge Alice, die noch in der gleichen Nacht stirbt. Kurz darauf steht Alices Bruder vor der Tür von Léa und möchte alles über den Abend mit seiner Schwester wissen.
Über die kommenden Wochen reden, diskutieren und streiten die beiden über Schuld, Vergeben und Vergessen.

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Die Montagsfrage #52

Guten Morgen ihr Lieben,

bei uns ist endlich wieder Alltag eingekehrt und dazu gehört am Montagmorgen die Montagsfrage von Wordworld, bevor ich mich ans Lernen mache:

Bereitet Ihr Euch vor dem Lesen auf ein Buch vor, indem Ihr Rezensionen lest, Hintergrundinformationen recherchiert oder Ähnliches?

Ich bin beim Lesen tendenziell eher eine Nachbereiterin. Bevor ich ein Buch lese, achte ich meist nur auf Genre/grob das Thema und den Klappentext. Es kann dann, vor allem bei Sachbüchern sein, dass ich beim Lesen einzelne Dinge google. Aber ansonsten arbeite ich Themen, die in meinen Büchern vorkommen, nach dem Lesen auf, insbesondere wenn ich eine Rezension dazu schreibe.

Was häufig vorkommt, ist, dass ich eine Rezension lese und so überhaupt erst auf ein Buch aufmerksam werde. Manchmal gibt mir die Rezension eines*r anderen Blogger*in noch den letzten Schubs, um ein Buch zu lesen. Und bei Sachbüchern kommt es auch immer mal wieder vor, dass ich Bücher kaufe, die in meinem aktuellen Buch als Quellen angegeben sind.

Aber wenn ich die Bücher dann zum Lesen in die Hand nehme, bereite ich mich auf die Lektüre selbst normalerweise nicht mehr vor.


Quelle Beitragsbild: Wordworld

Over the Rainbow – Wilde Minze

In der Reihe „Over the Rainbow“ stelle ich euch Bücher zum Thema LGBTQIA+ vor. Es handelt sich um fiktive Geschichten ebenso wie Sachbücher. Weiter geht es heute mit einer lesbischen, nicht ganz klassischen, Liebesgeschichte.

Emilie und Sara lernen sich im Restaurant „Yurba Buena“ kennen, wo Sara Barkeeperin ist und Emilie für die Blumenarrangements zuständig ist. Für beide ist es Liebe auf den ersten Blick, aber es dauert einige Zeit, bevor sie tatsächlich zusammenkommen.
Doch die beiden könnten kaum unterschiedlichere Leben geführt haben und so holt die beiden ihre jeweilige Vergangenheit ein.

CN für das Buch am Ende des Beitrags

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Die Montagsfrage #51

Hallo ihr Lieben,

dieser Montag lief so ganz anders als geplant und so habe ich jetzt erst ein paar Minuten Zeit, mich mit der heutigen Montagsfrage von Wordworld zu beschäftigen:

GIBT ES BÜCHER, IN DENEN EUCH DAS ENDE ENTTÄUSCHT HAT? WIESO?

Enttäuschen kann mich das Ende ja nur, wenn der Rest des Buches mir gut gefallen hat. Und ich habe tatsächlich das Glück, dass mich die Enden in aller Regel nicht enttäuschen. Zwar bin ich manchmal vom Ende überrascht, aber doch meist positiv.

Was mir häufig sauer aufstößt, ist ein überstürztes Ende. Das stört mich besonders bei langen Büchern ab ca. 400 Seiten: wenn man so viele Seiten auf die Geschichte aufwenden kann, warum dann nicht auch dem Ende noch ein bisschen mehr geben?

Wenn ich die Bücher rezensiere spreche ich das Ende dann auch an. Witzigerweise habe ich erst vor zwei Wochen ein Buch rezensiert, bei dem das abrupte Ende der einzige Grund war, dem Buch keine fünf Sterne zu geben: Bienen unter der Haut von Emily Waters.


Quelle Beitragsbild: Wordworld

Bookaholics Anonymous Tag

Ich habe schon länger keinen Book Tag mehr gemacht und weil ich da mal wieder Lust darauf habe, dürft ihr jetzt den Bookaholics Anonymous Tag lesen. Gefunden habe ich ihn bei Zezee With Books.

What do you like about buying new books?

Für mich ist ein großer Teil das Erlebnis. Ich liebe es, in Buchläden (besonders den kleinen, gemütlichen) zu stöbern und in viele neue Geschichten reinzulesen. Und dann eine davon mit Heim zu nehmen, das ist jedes Mal wieder ein schönes Gefühl.

How often do you buy new books?

Mittlerweile habe ich eine recht strikte „ein Buch pro Monat“-Politik, die ich in aller Regel auch einhalte. Lange gab es das nicht und dann sind schon mal fünf, sechs Bücher pro Monat bei mir eingezogen. Insofern hat die Tatsache, dass sich heutzutage das Studentinnenleben bemerkbar macht, sich vor allem gut auf meinen SuB ausgewirkt.

Bookstore or online book shopping – which do you prefer?

Buchladen – immer Buchladen! Online ist die Auswahl viel zu groß und am Schluss kaufe ich dann Bücher, die ich ohnehin auf dem Schirm/der Wunschliste hatte. Im Buchladen zu Stöbern bedeutet immer auch, neue Bücher zu entdecken und auf neue Geschichten aufmerksam zu werden.

Do you have a favourite bookstore?

Ja! Der wunderbare Laden Kohsie in Halle (Saale). Dort finde ich immer viel zu viele gute Bücher und wo ich in den meisten anderen Buchläden nicht fündig werde, kann ich mich bei Kohsie nicht entscheiden. Und jetzt gibt es noch die kohsieBoxen, die jedes Mal total schön waren und tolle Bücher bereithielten.

Do you preorder books?

Nein.

Do you have a monthly buying limit?

Ja, ich kaufe mir pro Monat entweder ein Buch oder mehrere Bücher, die dann aber zusammen nicht mehr als 20 € kosten dürfen.

Book buying bans – are they something for you?

Mein SuB ist nicht so groß (momentan 28 Bücher), dass ich mich bisher genötigt sah, mir ein Buchkaufverbot aufzuerlegen. Hinzu kommt, dass ich, wie beschrieben, ohnehin nur sehr wenige Bücher kaufe, sodass für mich ein komplettes Verbot nicht sinnvoll erscheint.

How big is your wishlist?

Eine „Liste“ ist es strenggenommen nicht, aber ich habe einen Ordner mit Bildern auf meinem Handy. Darin sind momentan 153 Bilder, also wünsche ich mir wenigstens 153 Bücher, denn auf manchen Bildern sind mehrere Bücher. Wie groß genau meine Wunschliste ist, kann ich euch daher nicht sagen.

Which three books from your wishlist do you wish to own now?

Bildquellen
Porno: Rowohlt
Reader, I Murdered Him: HarperCollins
Die Zukunft ist nicht binär: Rowohlt