von den Ergebnissen der Wahl in Sachsen-Anhalt habe ich mich ein wenig erholt (wenn ich genauer darüber nachdenke, explodiert mir aber immer noch der Schädel). Auf mich kommt eine aus ganz anderen Gründen spannende Woche zu – vorher gibt es aber wieder eine Montagsfrage von Sophia von Wordworld:
Welche Bücher möchtet Ihr im Herbst unbedingt lesen?
Eine Jahreszeiten-Leserin bin ich ja nicht wirklich. Daher sind die Bücher, die ich jetzt im Herbst unbedingt lesen möchte auch aus anderen Gründen ausgewählt. Zum einen habe ich einige Rezensionsexemplare hier, die natürlich zeitnah gelesen werden sollten. Dazu zählt Inter alia von Suzie Miller, auf das ich sehr gespannt bin. Denn dieses Thema, was, wenn Vorwürfe schlimmster Verbrechen gegen geliebte Menschen erhoben werden, könnte kaum aktueller sein und das dann noch aus Sicht einer Juristin – hört sich wie für mich geschrieben an. Daneben gibt es aber ein paar Bücher, die keine Rezensionsexemplare sind und auf die ich mich auch schon sehr freue. So habe ich mir vor kurzem The Lesbiana’s Guide to Catholic School von Sonora Reyes besorgt. Das stand schon sehr lange auf der Wunschliste und ich kann es kaum erwarten 🙂
Der als Schwarze Reiter bekannte Krieger hat keine Vergangenheit und keinen Namen. Als ihn sein Weg nach Leij führt, einer Stadt, die seit zwei Jahrtausenden in Frieden lebt, scheint er den einen die Erfüllung einer Prophezeiung und den anderen als Unglücksbringer. Nur eine Ratsherrin sieht in als Partner. Kurz darauf stehen die Bürger*innen von Leij einem scheinbar übermächtigen Feind gegenüber, der es sich zum Ziel gemacht hat, die Stadt zu zerstören. Und während der Schwarze Reiter das wehrlose Volk der Stadt um jeden Preis verteidigen will, entbrennt unter den Weisesten der Stadt ein Kampf um Wahrheit, Macht – und die Zukunft der Stadt.
Vielen Dank an Alexander Sandmann für dieses Rezensionsexemplar!
Im Sinne meines Vorsatzes „Mehr Selfpublisher*innen lesen“, habe ich mich riesig gefreut, dass Alexander Sandmann mir ein Rezensionsexemplar seines neuen Romans angeboten hat. Da ich zuletzt vermehrt Fantasy gelesen hatte, war ich gespannt, ob mir auch diese Geschichte gefallen würde. In vielerlei Hinsicht war das definitiv der Fall, es gab aber einen Punkt, der mich lange überlegen ließ, ob mir das Buch nun gefiel oder nicht.
Wie gesagt lese ich in der Regel wenig Fantasy – und wenn doch, dann Romantasy. Insofern habe ich mit Die Legenden von Leij auch ein bisschen etwas Neues ausprobiert. Man wird schnell ins Geschehen geworfen und ich wurde daher auch schnell in den Bann dieses Buches gezogen. An einem Abend hatte ich es daher zunächst kaum aus der Hand legen können.
Dann passierte erstmal wenig und ich musste mich teilweise zwingen, das Buch wieder in die Hand zu nehmen. In den eher ereignislosen Kapiteln soll wohl vorrangig gezeigt werden, welchen Stellenwert der Pazifismus in der Gesellschaftsordnung der Leij hat und dass der Held dem letztlich diametral entgegensteht. Darauf folgte jedoch ein Plottwist, den ich nicht kommen sah und der auch wieder dazu führte, dass ich das Buch nicht aus der Hand legte, um zu wissen, wie es weitergeht.
Dieser Plottwist – und das Ende, das dem Schwarzen Reiter dennoch vergönnt ist – war letztlich das, weswegen ich mir lange unschlüssig war, wie mir dieses Buch gefiel. Denn durch sein Handeln würde ich den Schwarzen Reiter als morally grey hero einstufen. Und für mich war es das erste Buch, bei dem ich den Protagonisten als solchen wahrnahm. Besonders, wie weit der Schwarze Reiter geht, um Leij zu schützen, ging mir zu weit. Ich gönnte ihm daher das Ende nicht, das ich als eine Art Happy End einstufen würde.
Insgesamt kann man daher wohl vor allem sagen, dass meine Erwartungen an das Buch nicht erfüllt wurden. Sie wurden auf eine Art nicht erfüllt, die für mich ganz neu war und die bei mir dafür sorgten, dass ich lange überlegen musste, ob ich das für mich als dennoch sehr gute Geschichte einstufe. Denn nur weil eine Geschichte sich nicht so entwickelt, wie ich das erwarte, muss diese ja nicht schlecht sein. Für mich blieb aber letztlich dennoch ein Konflikt zwischen den Handlungen des Helden und den Konsequenzen, die er daraus erfährt, der nicht gelöst wurde. Denn das Ende der Geschichte entsprach zu wenig dem, was ich als fair empfinde. Das mag eine naive Weltsicht sein, aber ich möchte in Büchern nicht lesen, wie es Menschen gut ergeht, deren Handeln und Denken ich als schlecht einstufe.
Gerade wenn euch das nicht stört, ist Die Legenden von Leij in meinen Augen ein wirklich fesselnder Roman, den ich euch gerne empfehle. Es gibt spannende Kampfszenen und es wird ein Gesellschaftsbild vermittelt, das ich in vielerlei Hinsicht als sehr positiv einstufen würde. Sehr interessant war daher die Frage, wann wir von solchen Idealen abrücken sollten oder vielleicht sogar müssen, um diese zu erhalten.
⭐⭐⭐⭐
Bewertung: 4 von 5.
Über Alexander Sandmann: Die Legenden von Leij ist Alexander Sandmanns zweite Veröffentlichung und sein erster Roman. Quelle: Angaben im Buch
die letzte Woche noch erhofften angenehmen Temperaturen lassen am Anfang dieser Woche leider noch auf sich warten. Aber die Herbst-Deko habe ich mittlerweile ausgepackt und das Wetter darf sich dem jetzt gerne anpassen 🙂 Vorher gibt wieder eine Montagsfrage von Sophia von Wordworld:
Welche Geschichte würdet Ihr gerne in einem anderen Format erleben – als Hörspiel, Theaterstück, Film, Serie, Game oder Graphic Novel?
Ich bin ja generell, was den Medien-Konsum angeht, sehr auf Bücher beschränkt und habe selten, wenn überhaupt, das Bedürfnis, diese Bücher dann in einem anderen Format nochmal zu erleben. Bei der Game Changers-Reihe von Rachel Reid freue ich mich riesig, dass es mit Heated Rivalry eine Verfilmung im Serien-Format gibt, die ich zeitnah mal anschauen will. Und ich lese gerade Im Schein von Gold und Feuer von Eleanor Barraclough über das Leben der Menschen in der Wikingerzeit. Würde das als Dokumentation ausgestrahlt werden, würde ich mir die sofort anschauen. Denn der Fokus liegt auf dem Alltag der Menschen und solche Einblicke liebe ich sehr.
In der Reihe „Over the Rainbow“ stelle ich euch Bücher zum Thema LGBTQIA+ vor. Es handelt sich um fiktive Geschichten ebenso wie Sachbücher. Nachdem mich die Game Changers-Reihe von Rachel Reid dieses Jahr komplett vom Hocker gehauen hat, wollte ich gerne eine weitere queere Eishockey-Geschichte lesen und sage euch heute, ob das eine gute Idee war 🙂
Aleksander Emerson ist frisch von der Frau, mit der er seit der Schulzeit zusammen war, geschieden. Für einen glatten Schlussstrich und einen neuen Start wechselt der Eishockey-Star von San José nach Seattle. Sein Plan ist, sich nach der Trennung in das Dating-Leben zu stürzen und sich auszuprobieren. Doch bei einer aus dem Ruder geratenen Party lernt er den Feuerwehrmann Gabe Crosby kennen. Der bietet ihm kurz darauf an, dass sie sich zu ungezwungenen Dates treffen können, bei denen Aleks sich ausprobieren kann. Doch die fühlen sich schnell sehr echt an. Lassen sich die unterschiedlichen Vorstellungen der beiden für die Zukunft unter einen Hut bringen? Und wollen Gabe und Aleks das überhaupt?
nachdem vergangene Woche hoffentlich der letzte Tag mit mehr als 30 Grad für’s Jahr war, freue ich mich auf angenehme Temperaturen und den Herbst. Nach der Sommerpause ist zudem Sophia von Wordworld mit einer neuen Montagsfrage da – auch etwas zum Freuen 🙂
Welches Buch wäre der schlechteste Begleiter für einen Strandurlaub?
Puh, das ist mal eine schwierige Frage. Ich würde auf jeden Fall alle Bücher, die ich auf dem tolino habe, nicht mit an den Strand nehmen – aber eher wegen der potenziellen Schäden am Gerät durch Sand und Wasser als wegen der Bücher selbst. Dann finde ich auch sehr dicke Bücher immer als unangenehm, wenn ich im Liegen lese. Und da ich keine Liege habe, müsste ich am Strand im Liegen lesen, sodass ich z. B. Die Mandarins von Paris von Simone de Beauvoir, das ich mir als Jahresprojekt vorgenommen habe und das mit über 1.000 Seiten daher kommt, nicht mit an den Strand nehmen würde. Das ist zudem auch inhaltlich keine ganz leichte Lektüre und daher hat es wohl – so gut es sonst ist – die Bezeichnung als schlechtesten Begleiter für einen Strandurlaub verdient.
Elli Hajek ist Schriftstellerin und zieht sich zum Schreiben in ein abgelegenes Haus im Wald zurück. Dort erinnert sie sich an Viktorka, eine Figur, von der ihre tschechische Großmutter ihr erzählte. Auf den Spuren dieser jungen Frau reist Elli in das Land, aus dem ihre Familie einst floh. Sie möchte mehr über Viktorka erfahren, die nach einem traumatischen Ereignis in den Wald floh und fortan ihr Leben dort verbrachte. Doch bevor sie die Wahrheit über Viktorka erfahren kann, muss Elli sich den verdrängten Teilen ihrer eigenen Geschichte stellen.
Sophia von Wordworld ist in der zweiten Woche der Sommerpause bei der Montagsfrage. Wie schon letzte Woche beantworte ich daher eine der Fragen, die während meiner Blog-Pause gestellt wurden und die ich gerne noch beantworten möchte.
Wo kauft Ihr Eure Bücher aktuell am liebsten und wieso?
Das kommt auf das Buch an: Taschenbücher und Hardcover kaufe ich entweder bei meiner lokalen unabhängigen Buchhandlung oder auf Booklooker, da ich manche der englischen Krimi-Klassiker, die ich gerne lese, nicht vor Ort bestellen kann. Warum ich vorrangig in einer unabhängigen Buchhandlung kaufe, erklärt sich wohl von selbst. Und da auch auf Booklooker viele unabhängige Buchhandlungen oder Antiquariate Bücher verkaufen, kann ich so ebenfalls unabhängige Buchhandlungen unterstützen. eBooks kaufe ich bei Glitch. In den Räumen des ersten Frauenbuchladens Deutschlands, Lillemor’s Frauenbuchladen in München, betreibt ein Kollektiv seit 2023 ehrenamtlich einen queerfeministischen Buchladen. München ist für mich zu weit weg, als dass ich dort regelmäßig vor Ort einkaufen könnte. Aber ich hoffe, dass auch meine eBook-Käufe etwas helfen. Hin und wieder kaufe ich zudem bei Thalia ein, da ich immer mal Buchgutscheine bekomme, die ich nur dort einlösen kann.
Die Aktion „Mein SuB kommt zu Wort“ findet immer am 20. des Monats statt. Es gibt drei Fragen an den SuB, die jeden Monat gleich sind und eine vierte Frage, die sich jeden Monat ändert. Bei dieser letzten Frage gilt, dass von den vorgestellten Büchern eines bis zum nächsten Monat zu lesen ist, wobei es folgende Regeln gibt:
Es sollten maximal 3 Bücher pro Frage 4 vorgestellt werden. Wer möchte, kann von den anderen Teilnehmer*innen abstimmen lassen, welches der Bücher bis zum nächsten Monat gelesen werden soll.
Es kann auch nur ein Buch vorgestellt werden, welches dann auch das Buch ist, welches bis zum nächsten 20. gelesen wird.
Wer für die Aufgabe keine passenden SuB-Bücher hat, kann alternativ ein Buch einer Reihe vorstellen, welche er gerne fortführen möchte.
Seit Mai 2025 haben meine SuB und ich an der Aktion nicht mehr teilgenommen, weil mir neben der Examensvorbereitung die Zeit fehlte. Das Examen ist leider immer noch nicht ganz durch, aber mittlerweile habe ich wieder freie Wochenenden (zwei freie Tage am Stück, absoluter Luxus 😀 ) und das Bloggen fehlt mir schon seit längerem. Daher gibt es ab jetzt, hoffentlich, auch zu dieser Aktion wieder regelmäßige Beiträge hier. Los geht’s!
Sophia von Wordworld macht eine Sommerpause bei der Montagsfrage. Die nutze ich, um zwei Fragen zu beantworten, die während meiner Blog-Pause gestellt wurde und die ich gerne noch beantworten möchte. Los geht es mit dem Halbjahres-Bingo, wobei ich geschaut habe, dass ich tatsächlich nur Bücher erwähne, die ich bis Ende Juni gelesen habe:
bei mir, im nördlichen Baden-Württemberg ist es noch immer viel zu warm, zumindest nach meinem Empfinden und der heutige Tag wird beruflich ein langer. Trotzdem starten wir in die neue Woche wieder mit der Montagsfrage von Wordworld:
Lieblingslesezeit: Lest Ihr lieber morgens, tagsüber oder nachts?
Ich liebe es, morgens früh aufzustehen, ganz gemütlich einen Tee trinken zu können und langsam in den Tag zu starten. Und dazu gehört normalerweise auch ein Buch. Tatsächlich bin ich aber tagsüber nicht besonders wählerisch und nutze gerne jede freie Minute. Daher ist ein liebgewonnenes Ritual auch, mich abends vor dem Essen eine Stunde in meinen Lesesessel zu setzen und zu lesen. Ich muss jedoch sagen, dass es mir bei der Hitze momentan häufig schwer fällt, mich auf ein Buch, besonders ein eher anspruchsvolles, zu konzentrieren und daher sind diese beiden Rituale in letzter Zeit häufig ausgefallen – leider.