Der als Schwarze Reiter bekannte Krieger hat keine Vergangenheit und keinen Namen. Als ihn sein Weg nach Leij führt, einer Stadt, die seit zwei Jahrtausenden in Frieden lebt, scheint er den einen die Erfüllung einer Prophezeiung und den anderen als Unglücksbringer. Nur eine Ratsherrin sieht in als Partner. Kurz darauf stehen die Bürger*innen von Leij einem scheinbar übermächtigen Feind gegenüber, der es sich zum Ziel gemacht hat, die Stadt zu zerstören. Und während der Schwarze Reiter das wehrlose Volk der Stadt um jeden Preis verteidigen will, entbrennt unter den Weisesten der Stadt ein Kampf um Wahrheit, Macht – und die Zukunft der Stadt.

Vielen Dank an Alexander Sandmann für dieses Rezensionsexemplar!
Im Sinne meines Vorsatzes „Mehr Selfpublisher*innen lesen“, habe ich mich riesig gefreut, dass Alexander Sandmann mir ein Rezensionsexemplar seines neuen Romans angeboten hat. Da ich zuletzt vermehrt Fantasy gelesen hatte, war ich gespannt, ob mir auch diese Geschichte gefallen würde. In vielerlei Hinsicht war das definitiv der Fall, es gab aber einen Punkt, der mich lange überlegen ließ, ob mir das Buch nun gefiel oder nicht.
Wie gesagt lese ich in der Regel wenig Fantasy – und wenn doch, dann Romantasy. Insofern habe ich mit Die Legenden von Leij auch ein bisschen etwas Neues ausprobiert. Man wird schnell ins Geschehen geworfen und ich wurde daher auch schnell in den Bann dieses Buches gezogen. An einem Abend hatte ich es daher zunächst kaum aus der Hand legen können.
Dann passierte erstmal wenig und ich musste mich teilweise zwingen, das Buch wieder in die Hand zu nehmen. In den eher ereignislosen Kapiteln soll wohl vorrangig gezeigt werden, welchen Stellenwert der Pazifismus in der Gesellschaftsordnung der Leij hat und dass der Held dem letztlich diametral entgegensteht. Darauf folgte jedoch ein Plottwist, den ich nicht kommen sah und der auch wieder dazu führte, dass ich das Buch nicht aus der Hand legte, um zu wissen, wie es weitergeht.
Dieser Plottwist – und das Ende, das dem Schwarzen Reiter dennoch vergönnt ist – war letztlich das, weswegen ich mir lange unschlüssig war, wie mir dieses Buch gefiel. Denn durch sein Handeln würde ich den Schwarzen Reiter als morally grey hero einstufen. Und für mich war es das erste Buch, bei dem ich den Protagonisten als solchen wahrnahm. Besonders, wie weit der Schwarze Reiter geht, um Leij zu schützen, ging mir zu weit. Ich gönnte ihm daher das Ende nicht, das ich als eine Art Happy End einstufen würde.
Insgesamt kann man daher wohl vor allem sagen, dass meine Erwartungen an das Buch nicht erfüllt wurden. Sie wurden auf eine Art nicht erfüllt, die für mich ganz neu war und die bei mir dafür sorgten, dass ich lange überlegen musste, ob ich das für mich als dennoch sehr gute Geschichte einstufe. Denn nur weil eine Geschichte sich nicht so entwickelt, wie ich das erwarte, muss diese ja nicht schlecht sein. Für mich blieb aber letztlich dennoch ein Konflikt zwischen den Handlungen des Helden und den Konsequenzen, die er daraus erfährt, der nicht gelöst wurde. Denn das Ende der Geschichte entsprach zu wenig dem, was ich als fair empfinde. Das mag eine naive Weltsicht sein, aber ich möchte in Büchern nicht lesen, wie es Menschen gut ergeht, deren Handeln und Denken ich als schlecht einstufe.
Gerade wenn euch das nicht stört, ist Die Legenden von Leij in meinen Augen ein wirklich fesselnder Roman, den ich euch gerne empfehle. Es gibt spannende Kampfszenen und es wird ein Gesellschaftsbild vermittelt, das ich in vielerlei Hinsicht als sehr positiv einstufen würde. Sehr interessant war daher die Frage, wann wir von solchen Idealen abrücken sollten oder vielleicht sogar müssen, um diese zu erhalten.
Über Alexander Sandmann:
Die Legenden von Leij ist Alexander Sandmanns zweite Veröffentlichung und sein erster Roman.
Quelle: Angaben im Buch
WERBUNG
eBook: ASIN B0HCW6VGSN | 4,99 €
327 Seiten | erschienen 2026
Amazon-Seite zum Buch
Bildquelle Cover: Amazon




