Rezension – Tweet Cute

Pepper ist Klassenbeste, Kapitänin des Schwimmteams, Perfektionistin – und hat alle Hände voll zu tun, den Twitteraccount der Restaurant-Kette ihrer Familie zu verwalten. Jack dagegen ist als Klassenclown bekannt und steht im Schatten seines Zwillingsbruders. Er ist als Erbe des kleinen Deli ihrer Familie ausgemacht, weiß aber nicht, ob er das wirklich will. Die Leben der beiden kollidieren, als die Unternehmen ihrer Familien auf Twitter in einen Streit um ein Sandwich-Rezept geraten. Während sie sich dort duellieren, lernen sie sich offline immer besser kennen und schreiben zudem auf einer App ihrer Schule, ohne zu wissen, um wen es sich bei ihrem Gegenüber handelt. Doch was wird passieren, wenn wirklich alle Karten auf dem Tisch liegen?

Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, auf das all die Phrasen, die so gern angewendet werden, angewendet werden. Ich bin richtiggehend durch Tweet Cute geflogen, wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht, gleichzeitig aber nicht, dass es endet. Und bis zum Ende hatte ich Pepper, Jack und all die anderen so ins Herz geschlossen, dass es sich wirklich angefühlt hat, als wären sie gute Freunde, die ich vermisse.

Emma Lords Schreibstil ist das eine. Das Buch liest sich sehr flüssig und sie konnte die Gefühle von Pepper und Jack (aus deren Sicht abwechselnd erzählt wird) gut rüberbringen. Zudem werden zwar zu Beginn einige Baustellen aufgemacht mit dem Twitter-Streit und dem anonymen Chat. Diese werden aber gut gelöst und sie überladen das Buch auch nicht. Ich fand es zudem realistisch, wie sich die Pfade der beiden kreuzen.

Es ist das erste Buch, das ich gelesen habe, in dem Social Media eine solch große Rolle spielt. Die Tweets der beiden Kontrahenten sind, wenn es sich nicht gerade um GIFs handelt, abgedruckt. Ebenso Textnachrichten und der Chat in der App, diese in unterschiedlichen Schriftarten. Es war also wirklich gut gemacht und spiegelt auch wieder, welch große Rolle das Handy heutzutage spielt.

Das einzig Negative, das ich über dieses Buch sagen kann, ist, dass zu Anfang einige Anspielungen enthalten sind, die ich nicht verstanden habe. Ich weiß nicht, ob das der Tatsache geschuldet ist, dass ich keine Amerikanerin bin oder dass ich wenig Fernsehen/Netflix/was auch immer schaue.

Dennoch ist Tweet Cute ein unglaublich schönes Buch, das ich wirklich jedem empfehlen kann, der ein bisschen Ablenkung braucht. Es ist eine süße Liebesgeschichte mit viel Witz, wenig Kitsch und Personen, die einem ans Herz wachsen.

I’m not used to having serious conversations. […] At least not the kind of conversations that have so much riding on them like this. It suddenly feels like I skipped ahead ten years, like I’m talking for myself and whoever I’m supposed to be on the other end of it.

Jack (S. 204)

Bewertung: 5/5 Sterne


Weitere Meinungen zum Buch:
The Contented Reader (4/5 Sterne; „an enjoyable, cute contemporary and a great debut novel!“)
Marienela (5/5 Sterne; „A fun book to read with many LOL moments, “Tweet Cute” should be in your TBR list.“)
Ruby Rae Reads (5/5 Sterne; „an unexpected favourite“)

Über Emma Lord:
Lord ist Autorin und Digital Media Editor. Sie studierte Psychologie an der University of Virginia. Wenn sie nicht schreibt, joggt sie oder singt an einem Laientheater. Tweet Cute ist ihr Debütroman.
Sie lebt in New York.
Quelle: Macmillan


WERBUNG

Hardcover: ISBN 9781250237323 | 16,99€
Taschenbuch: ISBN 9781250759627 | 8,99€
E-Book: ISBN 9781250237330 | 6,99€
361 Seiten | erschienen 2020

Verlagswebseite zum Buch

Bildquellen
Autorin: Macmillan
Cover: Wednesday Books

Rezension – Why I’m No Longer Talking to White People About Race

Was bedeutet es, in einer Welt, in der Weißsein als die selbstverständliche Norm gilt, nicht weiß zu sein? Reni Eddo-Lodge spürt den historischen Wurzeln der Vorurteile nach, und zeigt unmissverständlich, dass die Ungleichbehandlung Weißer und Nicht-Weißer unseren Systemen seit Generationen eingeschrieben ist. Ob in Politik oder Popkultur – nicht nur in der europaweiten Angst vor Immigration, sondern auch in aufwogenden Protestwellen gegen eine schwarze Hermine oder einen dunkelhäutigen Stormtrooper wird klar: Diskriminierende Tendenzen werden nicht nur von offenen Rassisten, sondern auch von vermeintlich toleranten Menschen praktiziert. Um die Ungerechtigkeiten des strukturellen Rassismus herauszustellen und zu bekämpfen, müssen darum People of Color und Weiße gleichermaßen aktiv werden – »Es gibt keine Gerechtigkeit, es gibt nur uns.«
Quelle: Klett-Cotta

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Rezension – Roots

Nachdem Sara Nuru 2009 als erste WoC bei Germany’s Next Topmodel gewinnt, wird sie richtiggehend ins Scheinwerferlicht katapultiert. Sie läuft bei großen Modenschauen mit, wird von Kamerateams begleitet und lebt ein Jetset-Leben. Eine ganze Zeit genießt sie dieses Leben, nutzt die Chance, die Welt zu sehen und macht das beste aus ihrem Sieg bei GNTM. Doch sie arbeitet auch für Menschen für Menschen als Botschafterin und sieht das Elend vieler Menschen in Äthiopien, dem Heimatland ihrer Eltern. Und nach einigen Jahren fängt sie an, ihr Leben zu hinterfragen. Insbesondere die Geschichten der beeindruckenden Frauen, denen sie in Äthiopien begegnet, lassen sie nicht los. Zusammen mit ihrer Schwester Sali gründet sie schließlich nuruCoffee, ein Social Business, das über den abgeschlossenen Verein nuruWomen Mikrokredite an äthiopische Frauen vergibt.

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Rezension – The Day that Changed Everything

Tabitha hatte vor drei Jahren einen Tag, der ihr gesamtes Leben auf den Kopf stellte: als sie ihren Mann aufwecken will, ist das unmöglich. Er ist nachts unerwartet verstorben. Hinzu kam ein Bruch mit den gemeinsamen Freunden. Seitdem arbeitet sie daran, sich ein neues Leben aufzubauen. Und sie beschließt, Pflegemutter zu werden. Schon kurz darauf ziehen zwei Teenager bei ihr ein. Das Leben mit ihnen bringt Tabitha einiges bei über Liebe, Freundschaft und Familie.

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Hédi Fried – Fragen, die mir zum Holocaust gestellt werden

Es ist schon ein Weilchen her, dass ich ein Buch über den Holocaust gelesen habe. Aber mit der aktuellen politischen Entwicklung nicht nur in Deutschland, hat das Thema Zweiter Weltkrieg, sondern besonders der Holocaust eine ganz andere Bedeutung. Die Zeitzeugen versterben langsam und diejenigen, die den Holocaust leugnen werden mehr und lauter. Umso wichtiger, Bücher wie dieses zu lesen.

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Kurz gefasst – Love Hard

Jacob Esera, star rugby player and young single father, has worked hard to create a joyous life for his six-year-old daughter. After the death of his childhood sweetheart soon after their daughter’s birth, all Jake wants is safety and stability. No risks. No wild chances. And especially no Juliet Nelisi, former classmate, scandal magnet, and a woman who is a thorn in his side.
As a lonely teenager, Juliet embraced her bad-girl reputation as a shield against loneliness and rejection. Years later, having kicked a cheating sports-star ex to the curb, she has a prestigious job and loyal friends—and wants nothing to do with sportsmen. The last thing she expects is the fire that ignites between her and the stuffed-shirt golden boy who once loved her best friend.
Straitlaced Jacob Esera versus wild-at-heart Juliet Nelisi? Place your bets.
Quelle: Website der Autorin

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Rezension – Splitter im Herzen

Die in Ungnade gefallene CIA-Agentin Jewel wird nach New Orleans geschickt, um einen Auftrag auszuführen, der potenziell sehr gefährlich sein könnte. Als back-up bekommt sie den Ex-Elitesoldat Leroy zur Seite gestellt. Dieser ist zwar sehr kompetent aber auch unglaublich gutaussehend. Während die beiden an dem Auftrag arbeiten und versuchen, der gegenseitigen Anziehung nicht nachzugeben, kommen sie einem unglaublichen Komplott auf die Spur. Und dieser ist insbesondere für Jewel noch viel gefährlicher als der ursprüngliche CIA-Auftrag.

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