Rezension – Frauen und Revolution

Vom Iran bis Belarus, von Fridays for Future bis zu den großen Diskriminierungsdebatten – Revolutionen und gesellschaftliche Wandlungsprozesse haben heute oft ein weibliches Gesicht. Ausgehend von den mutigen Frauen im Iran fragt die vielfach ausgezeichnete Journalistin Shila Behjat nach den Besonderheiten weiblichen Protests. Aus Gesprächen mit den Anführerinnen der Bewegungen entsteht eine lebendige Reportage, die zeigt: Auch unter widrigsten Umständen sind Frauen schon lange nicht mehr nur Opfer, sondern Protagonistinnen der Geschichte. Ist es längst angebrochen, das weibliche Zeitalter? „Frauen und Revolution“ ist ein engagiertes Plädoyer – für ein neues Frauenbild, einen Feminismus der Stärke und weibliche Solidarität, die keine Ländergrenzen kennt.
Quelle: Hanser

Vielen Dank an den Hanser Verlag und NetGalley.de für dieses Rezensionsexemplar!

Lang, lang ist es her, dass ich dieses Buch als Rezensionsexemplar bekommen habe und auch schon lange ist es her, dass ich mir vorgenommen habe, es zeitnah zu rezensieren, bevor ich in den Lernmodus zum Zweiten Staatsexamen verfalle und keine Energie mehr dafür habe. Da ich das im August 2025 angekündigt habe, merkt man, dass dieser Plan nicht aufgegangen ist 🙈
Ich hab das Buch daher nochmal gelesen – denn ja, gelesen war das Buch schon, als dieser Plan aufgestellt wurde – und auch mit einem Jahr Verspätung kann ich sagen: dieses Buch ist sehr, sehr lesenswert und höchst informativ!

Behjat befasst sich in diesem – überraschend kurzen – Buch mit, wie sie selbst schreibt, vier Demokratiebewegungen, die sich innerhalb von fünf Jahren im Iran, dem Sudan, in Belarus und Polen entfalteten und maßgeblich von Frauen angeführt wurden. Der Schwerpunkt liegt auf der Revolution im Iran, aber auch aus den anderen Ländern werden Frauen vorgestellt, die an vorderster Front um oder für demokratische Verhältnisse kämpfen.

Anhand dieser vier Bewegungen, die sich in unterschiedlichsten Regionen dieser Welt abspielen und sich an unterschiedlichsten Aspekten „entzündeten“, zeigt Behjat das Verbindende auf und insbesondere, welch herausragende Rolle Frauen jeweils spielen. Sie geht dabei allgemein auf Revolutionen ein, wann diese nachhaltigen Wandel nach sich ziehen (kleiner Spoiler: Frauen sind für die Antwort darauf relevant) und ob die vier konkret betrachteten als gescheitert oder erfolgreich einzustufen sind.

Eingestreut in den Text sind kurze Porträts von einigen Frauen, die an den beleuchteten Revolutionen beteiligt sind oder waren und mit denen Behjat sich unterhalten hat. Hervorheben möchte ich auch, dass Behjat die intersektionalen Aspekte dieser Revolutionen, insbesondere im Iran, in den Blick nimmt und darstellt, warum diese eine nicht zu unterschätzende Facette der feministischen Kämpfe sind.

Inhaltlich lässt sich meines Erachtens wenig zusammenfassen, daher: holt euch dieses Buch, leiht es aus, kauft es, verschenkt es, lest es. Ich habe viel Neues gelernt, viel Stoff zum Nachdenken erhalten und denke, dass es vielen von euch ebenso gehen wird.

[…] zugespitzt lässt sich wohl über den Zustand der Welt derzeit sagen: Es sind Männer, die die Demokratie abschaffen, und Frauen, die sie verteidigen.

– 42 %

Bewertung: 5 von 5.

Über Shila Behjat:
Behjat wurde 1982 in Karlsruhe als Tochter eines Iraners und einer Deutschen geboren. Sie studierte Jura in Hamburg und Paris, bevor sie als Journalistin in Großbritannien arbeitete. Bis 2019 war sie Chefredakteurin des Arte Magazins. 2024 erschien ihr Debüt, Söhne großziehen als Feministin.
Quelle: Wikipedia

WERBUNG

Hardcover: ISBN 978-3-446-28141-7 | 23 €
eBook: ISBN 978-3-446-28357-2 | 16,99 €
272 Seiten | erschienen 2025

Verlagswebseite zum Buch


Bildquellen
Cover: Hanser
Autorin: Hanser

Rezension – Rassistisches Erbe

Die Kulturwissenschaftlerin Susan Arndt setzt sich entlang konkreter Wörter mit dem kolonialen Erbe in unserer Sprache auseinander. Manche, etwa „Tropenmedizin“, dürften dabei überraschen. Darüber hinaus diskutiert sie die Zusammenhänge zwischen Sprache und Macht und zwischen Rassismus und Kolonialismus. Sie zeigt dabei, welche Möglichkeiten wir haben, mit den kolonialen Vergangenheit in unserer Sprache umzugehen und wie neuere Begriffe und neue Begriffsverwendungen, wie „Indigene Menschen“ oder „weiß“ sich etablieren und versuchen Alternativen zu liefern.
Quelle: Duden (Ausschnitt)

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Rezension – Everybody

Der Körper ist eine Quelle des Vergnügens und des Schmerzes, gleichzeitig hoffnungslos verletzlich und doch voller Kraft. Mit einem radikal neuen Blick auf das letzte Jahrhundert analysiert Olivia Laing den langen Kampf um körperliche Freiheit. Laing erzählt von sexueller Befreiung und LGBTQ-Bewegungen, von Feminismus, globalen Gesundheitskrisen und dem Civil Rights Movement, stützt sich auf eigene Protesterfahrungen und unternimmt Reisen vom Berlin der Weimarer Zeit bis zu den Gefängnissen der McCarthy-Ära in Amerika. In den Recherchen begegnet Laing ausgehend von Wilhelm Reich und seinen Theorien einigen der spannendsten und kompliziertesten Persönlichkeiten des vergangenen Jahrhunderts, darunter Nina Simone, Sigmund Freud, Susan Sontag und Malcolm X.
Quelle: Penguin

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Rezension – Mythos Mutterinstinkt

Der Mutterinstinkt klingt wahnsinnig plausibel, nach einem Bild inniger Liebe gepaart mit irrer Kompetenz.
Der einzige Haken: Es gibt ihn nicht.
Und das ist eigentlich ein Grund zum Jubeln! Denn die Erzählung vom Instinkt produziert unglaublich hohe Ansprüche an Mütter – und spart all jene aus, die Sorge für ein Kind tragen, ohne es geboren zu haben.
Dieses Buch erzählt von bahnbrechenden Forschungsergebnissen, die Elternschaft in einem ganz neuen Licht erscheinen lassen. Dabei räumt es mit einem historischen Mythos auf: Es zeigt, wie es zur Erfindung des Mutterinstinkts kam. Wem es nützt, wenn wir an ihn glauben. Und welche Freiheit wir gewinnen, wenn wir uns endlich von ihm verabschieden.
Quelle: Penguin

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Rezension – Ladyparts

Was bedeutet es, im Amerika des 21. Jahrhunderts mit weiblichen Organen zu leben? Wieso wird man nur aufgrund dieser Organe nicht gesehen, nicht fair bezahlt und nicht angemessen medizinisch behandelt? Deborah Copaken erzählt von persönlichen, gesundheitlichen und politischen Krisen und deckt dabei den Sexismus in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft auf, vom Gesundheitswesen bis zum Dating. Copaken war Kriegsfotografin in Afghanistan, Israel und Simbabwe. Doch abseits dieser Schauplätze kämpft sie eine andere, unsichtbare Schlacht, im ganz normalen Alltag: die Schlacht mit und für ihren Körper. Denn in einem weiblichen Körper zu leben, kann auch im Amerika des 21.Jahrhunderts mitunter blutig und gefährlich sein, andererseits aber auch wunderschön. Eine packende weibliche Biografie in Körperteilen, die zeigt: Das Persönliche ist politisch.
Quelle: Penguin

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Rezension – Dieser Garten

Mitten in Fulda liegt die Benediktinerinnenabtei zur Heiligen Maria. Auf dessen Gelände liegt ein opulenter Garten, der seit fast 400 Jahren von den Nonnen der Abtei bestellt wird. Mely Kiyak lernte die Gärtnerinnen von Fulda kennen und beschreibt in diesem Büchlein, wie diese durch ihren Einfallsreichtum und sorgsamen Umgang mit ihrer Umwelt nicht nur ein kleines Paradies mitten in der Stadt schufen, sondern auch manche harte Zeit überwanden.

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Rezension – Die kurze Stunde der Frauen

Für keine Phase in der deutschen Geschichte wurden Frauen nachträglich mehr bewundert als für die Nachkriegszeit. Bis heute hält sich hartnäckig die Legende der Trümmerfrauen. Wie die Frauen selbst aber die damalige Zeit erlebten, ist kaum bekannt. Welche Hoffnungen hegten sie? Wie erfuhren sie die belastenden Lebensumstände? Und was dachten sie, als die neu empfundene Freiheit bald wieder den alten Machtverhältnissen weichen musste?
Miriam Gebhardt beschreibt das Lebensgefühl deutscher Frauen nach dem Zweiten Weltkrieg eindringlich, persönlich und mit viel Empathie. Dazu hat sie in bis dahin unerreichter Dichte Selbstzeugnisse von Frauen ausgewertet und stellt konsequent deren Erleben in den Fokus. Sie zeigt, warum sich die meisten Frauen nicht aus alten Rollenmustern befreien konnten, wie es einigen gelang, neue Wege einzuschlagen – und wie diese Erfahrungen unser Leben bis heute prägen.
Ein beeindruckendes Werk, das nicht nur die Vergangenheit beleuchtet, sondern auch wichtige aktuelle Fragen aufwirft.
Quelle: Herder-Verlag

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Rezension – Miese Krise

Dass wir in Zeiten einer menschengemachten Klimakrise leben, ist kein Geheimnis. Dagegen scheint es manchmal fast unmöglich zu verstehen, wo man ansetzen kann, um dieser Krise und ihren furchtbaren Auswirkungen entgegenzuarbeiten. Mit „man“ meine ich übrigens vorrangig die Politik, aber gibt es vielleicht Wege, wie jede*r Einzelne von uns Druck auf unsere Gesetzmacher*innen aufbauen kann? Und was sind Punkte, an denen tatsächlich wir Verbraucher*innen ansetzen können? Diese Fragen beschäftigen mich (fast) jeden Tag. Ann-Sophie Henne und Robin Jüngling betreiben mit diesem Buch Aufklärung; illustriert wurde das ganze von Annika Le Large.

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Rezension – Sorry not sorry

Scham zu empfinden ist vollkommen normal, ganz unabhängig vom Geschlecht. Doch Frauen schämen und entschuldigen sich besonders oft: für den eigenen Körper, weil sie als zu erfolgreich gelten, Single sind oder kinderlos bleiben. Anika Landsteiner hat ebendieses Phänomen auch bei sich festgestellt und geht der Frage nach, warum das so ist. In klugen, persönlichen Texten über alle Aspekte ihres Lebens − von Arbeit über Krankheit und Sexualität bis hin zur Auseinandersetzung mit ihrer Biografie − reflektiert sie über Selbstwert, Grenzüberschreitungen und darüber, dass sie sich nicht mehr kleinmachen lässt, weder von sich selbst, noch von anderen.
Quelle: Rowohlt

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Rezension – Beklaute Frauen

In der Vergangenheit, und auch heute noch viel zu häufig, wurden und werden die Leistungen von Frauen unter den Teppich gekehrt, negiert und die Frauen selbst klein gehalten. Die Geschichtsschreibung spricht gerne von „den großen Männern“, dabei haben schon immer auch Frauen zu unserer Welt beigetragen und die meisten Leistungen dieser „großen Männer“ wären ohne Frauen nicht möglich gewesen. In Beklaute Frauen stellt Leonie Schöler einige dieser Frauen vor und die Systeme, die bis heute fortwirken und weiterhin für Benachteiligungen sorgen.

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