Kurz gefasst – I’m every woman

In I’m every woman setzt sich Liv Strömquist mit dem Mythos vom männlichen Genie auseinander, indem sie die Geschichte aus weiblicher Perspektive umschreibt.
Die Leser*innen begegnen darin diversen Frauen, die sich im Schatten ihrer allseits gelobten und bewunderten Männer bewegen mussten. Strömquist nimmt die Figuren von Jenny Marx, Priscilla Presley und Yoko Ono, die trotz ihrer Beiträge zu den Erfolgen ihrer Ehemänner zu Fußnoten in den Geschichtsbüchern reduziert wurden, und unterzieht sie einer wohlverdienten Rehabilitation.
Liv Strömquists Gesellschaftskritik beruht auf Fakten und kombiniert unbändige Freude an Sprachwitz und berechtigte Wut mit ihren ausdrucksstarken Zeichnungen.
Quelle: avant-verlag

I’m every woman ist der erste Graphic Novel, den ich je gelesen habe und es hat mir richtig gut gefallen. Liv Strömquist zeigt vor allem, wie anders unsere Geschichtsschreibung wäre, wenn der Fokus auf den Frauen liegen würde – oder diese zumindest nicht komplett ignoriert würden.

Dafür geht sie auf Beziehungen (vor allem Ehen) von Männern ein, die noch heute verehrt werden und die schon zu Lebzeiten im Rampenlicht standen. Anhand dessen wird schon deutlich, dass der problematische bis missbräuchliche Umgang berühmter Männer mit ihrem Umfeld und insbesondere ihren Partnerinnen gerne ignoriert, heruntergespielt und letztendlich vergessen wird.

I’m every woman kann ich euch wirklich sehr empfehlen und ich freue mich schon sehr darauf, weitere Graphic Novel von Liv Strömquist zu lesen.

Bewertung: 5 von 5.

Bildquelle Cover: FEMbooks

Off Balance – Kurz gefasst

Maya hat gerade ihren Traumjob angefangen, als sie mit ihrer neuen Chefin Elena aneinandergerät. Dabei muss diesmal alles gut laufen: nach Jahren will sie endlich das Sorgerecht für ihre Tochter bekommen. Doch zu ihrer Überraschung sorgt genau diese dafür, dass Maya und Elena sich näher kommen. Maya erfährt dabei, dass Elena Cerebralparese hat. Zusammen versuchen sie, einen Weg zu finden, mit Elenas Behinderungen, der Altersdifferenz zwischen ihnen und ihren sehr unterschiedlichen sozialen Hintergründen umzugehen und eine Beziehung auf Augenhöhe zu führen.

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Rezension – Belmonte

Simona hat gerade ihren Job verloren. Als dann auch noch ihre Großmutter Franca überraschend stirbt und ihr ein Landgut in Italien hinterlässt, braucht sie dringend einen Tapetenwechsel. So fährt sie nach Belmonte, ein kleines italienisches Städtchen, in dem die Zeit stillzustehen scheint. Neben dem geerbten Landgut, erhält Simona auch Kassetten, auf denen Franca ihre Lebensgeschichte aufgezeichnet hat. Aber sie erhält auch Antworten auf Fragen, die sie bereits ihr gesamtes Leben umtreiben.

CW am Ende des Beitrags

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Kurz gefasst – The Flatshare

Tiffy hat sich gerade von ihrem Freund getrennt und braucht möglichst schnell eine günstige Unterkunft. Leon braucht Geld und arbeitet nachts. So kommen sie zu einer Übereinkunft: tagsüber hat Leon die Wohnung für sich, nachts gehört sie Tiffy.
Auch Monate später haben sich die beiden noch nicht getroffen. Doch ein Bruder, der fälschlicherweise im Gefängnis sitzt und ein besessener Ex-Freund sowie anstrengende Kunden machen ihrem Plan, sich aus dem Weg zu gehen, einen Strich durch die Rechnung.

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Rezension – Versuchung zum Aperitif

Sasha Budanov, Bodyguard und quasi eine wandelnde Waffe, kehrt zurück in das deutsche Internat, an dem sie alles gelernt hat, was sie für ihren Job braucht. In Richter will sie sich darüber klar werden, was sie in Zukunft tun möchte. AJ Hofmanns Schwester, ebenfalls ehemalige Richter-Schülerin, wurde erschossen. Auf der Suche nach ihrem Mörder stößt er nicht nur auf zwei weitere ermordete Frauen, sondern auch auf Sasha. Sie stimmt zu, ihm bei der Suche zu helfen. Dabei kommen sich die beiden immer näher und langsam vertraut die Einzelgängerin Sasha AJ. Und das ist auch besser, denn hinter den Morden steckt jemand, der auch die Leben der beiden in Gefahr bringen könnte.

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Rezension – The Never Have I Ever Club

Robyn Bloom dachte, in Ash die Liebe ihres Lebens gefunden zu haben. Doch dann machte der Schluss mit ihr, um ans andere Ende der Welt zu reisen und lernte dort eine neue Frau kennen, die noch dazu zehn Jahre jünger als Robyn ist. Um endlich über Ash hinwegzukommen, gründet Robyn den „Never Have I Ever“-Club. Zusammen mit ihrem Nachbarn Will animiert sie die Dorfgemeinschaft, sich selbst lang gehegte Wünsche zu erfüllen. Mit jedem erfüllten Wunsch, merkt Robyn mehr und mehr, dass sie eigentlich nur eines möchte: mit Will zusammen zu sein. Es gibt da nur ein Problem: Will ist der Zwillingsbruder von Ash – und der ist zurück im Dorf und will wieder mit Robyn zusammen sein.

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Rezension – Periode ist politisch

Was haben eine deutsche Hausfrau, die dänische Kronprinzessin und eine indonesische Fabrikarbeiterin gemeinsam? Sie menstruieren. Zumindest potenziell, denn sie gehören zu jenem Teil der Weltbevölkerung, der einen Zyklus hat. Die sagenumwobene Menstruation, Periode, Erdbeerwoche oder der Besuch von Tante Rosa machen weder Halt vor Herkunft noch vor Religion oder Klasse. Die Menstruation ist eine faszinierende Körperfunktion, dennoch gilt sie häufig als Tabu, was weitreichende Konsequenzen für die Umwelt, Wirtschaft und Geschlechtergleichstellung hat. Also ab in die Tonne mit dem Tabu! Franka Frei zeigt, wie das Menstruationstabu großen Schaden anrichtet, und dass es höchste Zeit ist, etwas dagegen zu tun.
Quelle: Randomhouse

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Rezension – Das Vermächtnis unsrer Väter

Als ein Familienvater seine Frau, Kinder und sich selbst erschießt, versteckt sich der achtjährige Sohn Tommy im Kleiderschrank. Mehr als 20 Jahre später kehrt er auf die Insel zurück, die Schauplatz der Tat war. Er will sich seiner Vergangenheit stellen. Insbesondere den Schuldgefühlen, die er über die Tat hat. Zu seinem Onkel entsteht eine sehr innige und intensive Beziehung. Aber viele andere Menschen auf der Insel treten ihm gegenüber eher ablehnend auf – sie befürchten, dass in ihm etwas vom Wahnsinn seines Vaters stecken könnte.

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Rezension – Tweet Cute

Pepper ist Klassenbeste, Kapitänin des Schwimmteams, Perfektionistin – und hat alle Hände voll zu tun, den Twitteraccount der Restaurant-Kette ihrer Familie zu verwalten. Jack dagegen ist als Klassenclown bekannt und steht im Schatten seines Zwillingsbruders. Er ist als Erbe des kleinen Deli ihrer Familie ausgemacht, weiß aber nicht, ob er das wirklich will. Die Leben der beiden kollidieren, als die Unternehmen ihrer Familien auf Twitter in einen Streit um ein Sandwich-Rezept geraten. Während sie sich dort duellieren, lernen sie sich offline immer besser kennen und schreiben zudem auf einer App ihrer Schule, ohne zu wissen, um wen es sich bei ihrem Gegenüber handelt. Doch was wird passieren, wenn wirklich alle Karten auf dem Tisch liegen?

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Rezension – Why I’m No Longer Talking to White People About Race

Was bedeutet es, in einer Welt, in der Weißsein als die selbstverständliche Norm gilt, nicht weiß zu sein? Reni Eddo-Lodge spürt den historischen Wurzeln der Vorurteile nach, und zeigt unmissverständlich, dass die Ungleichbehandlung Weißer und Nicht-Weißer unseren Systemen seit Generationen eingeschrieben ist. Ob in Politik oder Popkultur – nicht nur in der europaweiten Angst vor Immigration, sondern auch in aufwogenden Protestwellen gegen eine schwarze Hermine oder einen dunkelhäutigen Stormtrooper wird klar: Diskriminierende Tendenzen werden nicht nur von offenen Rassisten, sondern auch von vermeintlich toleranten Menschen praktiziert. Um die Ungerechtigkeiten des strukturellen Rassismus herauszustellen und zu bekämpfen, müssen darum People of Color und Weiße gleichermaßen aktiv werden – »Es gibt keine Gerechtigkeit, es gibt nur uns.«
Quelle: Klett-Cotta

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