Over the Rainbow – Im Sommer der Wildbienen

In der Reihe „Over the Rainbow“ stelle ich euch Bücher zum Thema LGBTQIA+ vor. Es handelt sich um fiktive Geschichten ebenso wie Sachbücher. Das Buch, das ich euch hier vorstelle, zeichnet sich durch seine Intersektionalität aus, denn die Protagonistin ist queer und autistisch.

Nach einer Panikattacke bricht Flora ihr Studium ab und zieht aus der Großstadt in das Haus ihrer verstorbenen Großmutter in der Eifel. Schnell findet sie Anschluss im Dorf, nachdem in ihrem Garten ein Schwarm Wildbienen auftaucht. Während Flora sich zunehmend für deren Schutz interessiert und einsetzt, trifft sie im Dorfcafé Eden. Diese ist ihr merkwürdig vertraut und der gemeinsam verbrachte Sommer wird zum schönsten in Floras Leben. Doch als ihre Familie überraschend vor der Tür steht, muss sie sich entscheiden: zurück in die Großstadt und ihr altes Leben oder bei Eden und den Wildbienen bleiben?

Cover des Buches

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und NetGalley.de für dieses Rezensionsexemplar!

So ein bisschen war dieses Buch eine Cover-Auswahl: wie schön ist das bitte?! Liebe ich sehr und als ich dann im Klappentext von einer queeren Liebesgeschichte gelesen habe, war es nicht schwer, dieses Buch bei der NetGalley-Challenge 2026 auszuwählen. Und damit dann auch endlich wieder ins Bloggen zu starten, denn über ein Jahr lang war hier ja wirklich sehr wenig los.

Der Roman ist komplett aus Floras Sicht in der Ich-Perspektive erzählt. Sehr schnell erfährt man, dass sie Autistin ist, die Diagnose aber noch nicht besonders lange zurück liegt. Auch wenn das im Klappentext anders wirkt, ist Floras Umgang mit dem Autismus das dominierende Thema des Buches. Die Liebesgeschichte zwischen ihr und Eden entwickelt sich rasch, bleibt aber eher Hintergrundrauschen. Vorrangig ist Im Sommer der Wildbienen ein Buch darüber, wie Flora lernt, mehr auf ihre innere Stimme zu hören und sie selbst zu sein, ohne Masking.

Insofern war das Buch anders, als ich es erwartet hatte. Schlecht war es deshalb nicht. Es war schön, zu lesen, wie Flora immer mehr in sich und die Dorfgemeinschaft hineinwächst. Da sich der Titel darauf bezieht und Flora sich eingehend damit beschäftigt, hätte ich mir noch mehr Infos und „Geschichtenanteil“ rund um die Wildbienen gewünscht. Vorrangig bilden diese jedoch einen Weg für Flora, Anschluss an die Dorfgemeinschaft zu bekommen.

In meinen Augen hätte das Buch ein paar mehr Seiten gebrauchen können, um die Geschichte von Eden und Flora zu erzählen. Wie schon gesagt, entwickelt sich die Beziehung sehr rasch, erleidet aber ebenso rasch eine tiefe Krise und ist dann doch auch schnell wieder auf stabilem Boden. Die Gefühle Floras gegenüber Eden waren, zumindest für mich, nur schwer nachvollziehbar. Und das ist angesichts der Tatsache, dass aus der Ich-Perspektive erzählt wird, eher enttäuschend.

Dennoch ist Im Sommer der Wildbienen ein Buch, das sich gut als Urlaubslektüre eignet. Gerade, wenn ihr zwar keine schwere Lektüre haben wollt, es aber doch auch nicht allzu seicht sein soll, ist es in meinen Augen perfekt. Es liest sich leicht, man fühlt mit Flora mit, mit dem Dorf und seiner Gemeinschaft wird ein sehr idyllisches Setting beschrieben und erfährt daneben noch einiges über Autismus. Mit dem i-Tüpfelchen der queeren Liebesgeschichte das nahezu perfekte Sommerbuch.

Erleichterung, endlich wieder für mich zu sein, verschmolz mit Wehmut darüber, dass ich nicht anders war. Dass mein Körper die Ruhe und das Alleinsein brauchte, während das Leben nebenan stattfand.

34 % (tolino-Ausgabe)

Bewertung: 4 von 5.

Weitere Meinungen zum Buch:
Herzensangelegenheit Buch („schönes, ruhiges aber besonderes Buch“)
Lesensart („zauberhafte[r] Sommerurlaub-Roman“)

Über Nina Mayen:
Mayen wuchs im Siebengebirge auf und studierte an der Internationalen Filmschule Köln. Seit dem Ende ihres Drehbuchstudiums ist sie als freiberufliche Autorin tätig. Im Sommer der Wildbienen ist ihr erster Roman.
Sie lebt mit ihrer Hündin am Waldrand in der Nähe von Köln.
Quelle: Website der Autorin

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Taschenbuch: ISBN 978-3-54807-320-0 | 12,99 €
eBook: ISBN 978-3-84373-154-6 | 9,99 €
288 Seiten | erschienen 2026

Verlagswebseite zum Buch

Website der Autorin


Bildquellen
Cover: Ullstein
Autorin: Ullstein (© Jannis Danikas)

Rezension – Unlearn Patriarchy #2

In 13 Essays setzen sich 13 Beitragende mit den unterschiedlichsten Auswirkungen des Patriarchats auf unsere Gesellschaft, unseren Alltag und unser Leben. Sie beschreiben die Hintergründe und Mechanismen der patriarchalischen Prägungen und geben Anstöße dafür, wie man die eigenen internalisierten Annahmen durchbrechen kann.

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Over the Rainbow – Wilde Minze

In der Reihe „Over the Rainbow“ stelle ich euch Bücher zum Thema LGBTQIA+ vor. Es handelt sich um fiktive Geschichten ebenso wie Sachbücher. Weiter geht es heute mit einer lesbischen, nicht ganz klassischen, Liebesgeschichte.

Emilie und Sara lernen sich im Restaurant „Yurba Buena“ kennen, wo Sara Barkeeperin ist und Emilie für die Blumenarrangements zuständig ist. Für beide ist es Liebe auf den ersten Blick, aber es dauert einige Zeit, bevor sie tatsächlich zusammenkommen.
Doch die beiden könnten kaum unterschiedlichere Leben geführt haben und so holt die beiden ihre jeweilige Vergangenheit ein.

CN für das Buch am Ende des Beitrags

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Rezension – Kleine Wunder

Die drei noch verbliebenen Ordensschwestern vom Orden der Heiligen Philomena im britischen Fairbridge sind verzweifelt: das Dach der Kirche ist undicht, ihre Rechnungen können sie nicht mehr begleichen und Oberin Margaret befürchtet, den Orden auflösen und das Kloster verkaufen zu müssen.
Doch dann gewinnen die drei im Lotto – und obwohl dieser Gewinn nicht alle Probleme löst, könnte er doch auf ungewöhnliche Weise das Kloster retten.

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Rezension – Sex und so

Sex und so widmet sich allen Themen, die während der Pubertät und danach wichtig sind. Lydia Meyer zeigt dabei, dass Liebe, Sex, Aussehen und gesundheitliche Probleme nichts mit den Idealen, die uns in den (sozialen) Medien vorgespielt werden, zu tun haben.
Enthalten sind zudem Berichte von Menschen, die mit den Themen im Buch Erfahrungen gemacht haben.

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Rezension – Die ganze Welt ist eine große Geschichte, und wir spielen darin mit

Die ganze Welt ist eine große Geschichte, und wir spielen darin mit ist eine Romanbiografie über den Schriftsteller Michael Ende. Darin wird das Kennenlernen seiner Eltern Luise und Edgar beschrieben, das Leben der Familie während und nach der Nazi-Zeit, der Beginn von Michaels Karriere als Schriftsteller sowie alles, was danach kam. Der Fokus liegt darauf, wie es zu einigen der bekanntesten Geschichten von Michael Ende kam: Die unendliche Geschichte und Momo. Dabei spielt aber auch sein privates Leben eine Rolle, besonders das Verhältnis zu seinen Eltern sowie die Ehen mit Ingeborg Hoffmann und Mariko Satō.

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Rezension – Geteilt durch zwei

Schon immer hatte Nadja das Gefühl, dass in ihrem Leben etwas fehlt. Dabei hat sie es sehr gut: sie ist glücklich verheiratet, hat eine Tochter ebenso wie ein gutes Verhältnis zu ihren Adoptiveltern. Dass sie adoptiert ist, war nie ein Geheimnis, allerdings ist über ihre biologischen Eltern nichts bekannt. Durch Zufall erfährt sie, dass sie eine Zwillingsschwester hat, von der sie im Zuge der Adoption getrennt wurde. Das beantwortet zwar einige von Nadjas Fragen, aber es tun sich auch neue auf, insbesondere die um ihre biologischen Eltern. Zusammen machen sich die Schwestern auf die Suche nach der Wahrheit.

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Rezension – Herzflüstern

Bei Julian will es mit den Mädels nicht so richtig klappen. Noch bei keiner ist der Funke übergesprungen und als dann doch der Funke kommt, ist es bei Markus, dem neuen Praktikanten an seiner Schule. Bald lässt sich das Kribbeln zwischen den beiden nicht mehr leugnen und die beiden kommen sich immer näher.
Doch mit dem Entstehen ihrer Beziehung sehen sie sich plötzlich zahlreichen Problemen gegenüber. Nicht zuletzt ist Julians Mutter entsetzt, dass ihr Sohn schwul ist – plötzlich steht auch Markus‘ Vergangenheit im Raum … 
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Rezension – Mit anderen Augen

Im September 2016 werden Fabian Sixtus Kröner und seine Freundin Nico Eltern einer Tochter. Die beiden Vielreiser, die es nie lange an einem Ort aushalten, müssen sich nun Gedanken darüber machen, wie ihre Liebe zum Reisen und ihr Kind vereinbar sind. In diesem Buch erzählt Fabian, wie seine Tochter Yanti auf bestmögliche Weise sein ganzes (Reise-)Leben auf den Kopf stellt. „Rezension – Mit anderen Augen“ weiterlesen

Rezension – Morgen gehört den Mutigen

Frankreich 1947: Die 19-jährige Charlie St. Clair bittet Eve Gardiner um Hilfe bei der Suche nach ihrer verschollenen Cousine. Eve entspricht gar nicht dem Bild einer freundlichen Hilfe: sie raucht Kette, flucht und ist entschieden abgeneigt, Charlie zu helfen. Doch dann erwähnt diese einen Mann, den Eve verdächtigt, sie im Ersten Weltkrieg als Spionin an die Deutschen verraten zu haben. Um ihre Rache zu bekommen, macht sie sich schließlich doch zusammen mit Charlie auf die Suche nach deren Cousine. „Rezension – Morgen gehört den Mutigen“ weiterlesen