Ihr Lieben,
hinter mir liegt ein wunderbares Wochenende am Bodensee mit meiner Familie, mittlerweile bin ich aber wieder zuhause. Diese Woche werden in meinem Umfeld vier Geburtstage gefeiert, es ist also viel los. Zuerst gibt’s aber wieder die Montagsfrage von Wordworld:
LEST IHR GERNE BÜCHER ÜBER MENTALE GESUNDHEIT UND WELCHE GESCHICHTEN KÖNNT IHR EMPFEHLEN?
Bücher über mentale Gesundheit oder Krankheit suche ich nicht gezielt. Aber ich habe mir schon vorgenommen, Bücher mit unterschiedlichen Perspektiven zu lesen. Und dazu gehören für mich auch Bücher, die sich mit mentaler Gesundheit befassen. Sowieso bin ich der Meinung, dass Psychotherapie und mentale Krankheiten weiter normalisiert werden müssen. Ich habe bisher kaum Sachbücher gelesen, die sich mit mentaler Gesundheit beschäftigen. Bei den Romanen gab es schon immer wieder Charaktere, bei denen die mentale Gesundheit eine Rolle spielte, das war dann aber in der Regel nicht der Fokus des Buchs. Einige Empfehlungen kann ich trotzdem abgeben:
Gut gefallen hat mir Rauschlos glücklich von Vlada Mättig und Katharina Vogt. Darin berichten die Freundinnen von der Alkoholsucht von Vlada Mättig und zeigen auf, wie problematisch unser gesellschaftlicher Umgang mit der „Alltagsdroge“ Alkohol ist. Dabei geht insbesondere Vlada Mättig auch darauf ein, wie sich die Sucht auf ihre psychische Gesundheit auswirkte und welche Techniken sie noch heute anwendet, um mental gesund zu bleiben.
Im Bereich der Fiktion mag ich besonders, wie sich Talia Hibbert in den Büchern, die ich bisher von ihr gelesen habe, mit psychischen Krankheiten und mentaler Gesundheit auseinandersetzt. So hat Hannah aus Untouchable Depressionen, Eve und Jacob aus Act Your Age, Eve Brown sind autistisch, ebenso Ruth aus A Girl Like Her. Talia Hibbert gelingt es in meinen Augen gut, jeweils die Eigenheiten herauszustellen und aus den Protagonist*innen dennoch keine Karikatur zu machen.
In letzter Zeit habe ich zudem ein paar Memoiren gelesen, in denen die Autor*innen auch darauf eingehen, wie sich die jeweilige Lebenssituation, von der sie erzählen, auf ihre mentale Gesundheit auswirkte. Dabei gibt es aber nicht unbedingt eine bestimmte Diagnose.
Dazu gehört zum Beispiel I’m Glad My Mom Died von Jennette McCurdy, wobei die Schauspielerin, Autorin und Regisseurin von dem kontrollierenden Verhalten ihrer Mutter und den sich daraus ergebenden Problemen, wie Essstörungen. Auch in Ungehorsam, dessen Autorin aus einer christlichen Sekte ausstieg, geht es um die psychischen Folgen, welche das Aufwachsen in einer Sekte nach sich zog.
Quelle Beitragsbild: Wordworld