Leserunde zu „Die Mutter der Königin“ von Philippa Gregory

Die Waringham-Bücher von Rebecca Gablé, zu denen ich in den vergangenen Monaten an mehreren Leserunden (Band 4, Band 5, Band 6, Band 7) teilgenommen habe, sind alle gelesen. Mellis Buchleben, wo einige der Leserunden stattfanden, hat mich danach netterweise eingeladen, an einer Leserunde zu Die Mutter der Königin von Philippa Gregory teilzunehmen. Diese wird von Jenny vom YouTube-Channel Jenny’s Lesestoff ausgetragen. Sie hat auch die Einteilung der Abschnitte vorgenommen.

Klappentext: Sie sei so rein, dass sie ein Einhorn fangen könne, sagt man über Jacquetta von Luxemburg. Ihrer Vermählung mit dem mächtigen Duke of Bedford, dem engsten Berater König Henrys VI., sieht die junge Frau mit Furcht entgegen. Denn ihr Herz gehört Bedfords Junker Richard Woodville. Als der ungeliebte Gemahl unerwartet stirbt, schließen die beiden heimlich den Bund der Ehe – eine beispiellose Überschreitung der Standesgrenzen.Dann nimmt der König die junge Marguerite d’Anjou zur Frau, und Jacquetta steigt zur engsten Vertrauten der neuen Königin auf. Intrigen und Missgunst beherrschen bald das Leben bei Hofe. Doch mit unerschütterlicher Loyalität kämpft Jacquetta für das Herrscherpaar – und für ihre Tochter Elizabeth, die sie für etwas Höheres geboren sieht: die Krone des englischen Königreichs und die weiße Rose von York.
Quelle: Rowohlt

VORSICHT: Der Rest dieses Beitrags enthält Spoiler für das Buch!

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Rezension – Sonnenwende

25 Jahre nach dem Verschwinden von Rebecca Maywald in Riga ist ihre Tochter durch einen anonymen Brief auf die Diplomatenfamilie von Prokhoff aufmerksam geworden. Deren Stiftung »Drei Linden« finanziert dubiose Ökodörfer in ganz Europa. Dass Rebeccas Tochter sich in den Sohn der Familie verliebt, war nicht vorgesehen – um keinen Preis darf er ihre wahre Identität erfahren. Und auch er verbirgt etwas vor ihr: Was hat es mit seinen nächtlichen Alpträumen auf sich? Wer ist „J“ in seinem Kalender? Ein weiterer Hinweis führt sie nach Lettland. Angeblich will sie sich das Ökodorf »Tris Liepas« anschauen. In Wahrheit aber muss sie endlich Klarheit gewinnen über das Schicksal ihrer Mutter. Doch die von Prokhoffs setzen alles daran, ein dunkles Geheimnis zu bewahren.
Quelle: Penguin

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Die Queens of Crime-Challenge 2025

Guten Morgen ihr Lieben,

heute möchte ich etwas ankündigen, über das ich mir schon seit längerem Gedanken mache: ich hoste eine Challenge! Worum es geht, lässt sich aus der Überschrift dieses Beitrags leicht herleiten: Krimis von Frauen. Das spukt mir schon länger im Kopf herum, denn die Bücher der als Queens of Crime bekannten Autorinnen – Agatha Christie, Ngaio Marsh, Dorothy L. Sayers und Margery Allingham – lese ich sehr gerne. Es soll aber keineswegs „nur“ um diese Größen des Krimi-Genres gehen: es zählt jedes Buch, das von einer Frau oder nichtbinären Person geschrieben wurde.

Los geht’s am 1. Januar 2025, beitreten könnt ihr jederzeit im Jahresverlauf. Die Challenge läuft dann bis zum 31. Dezember. Ich habe versucht, Aufgaben zu stellen, die nicht zu schwer zu erfüllen sind, denn vorrangig soll das Lesen von Büchern – und damit auch diese Challenge – Spaß machen. Punkte gibt es dennoch, denn ich mag es sehr, wenn zu den Challenges etwas Gamification kommt.
Weil es mir wichtig ist, dass queere Menschen und People of Colour mehr Repräsentation erfahren, gibt es Extrapunkte, wenn ein Krimi von einer queeren oder PoC Autor*in (es zählen auch Bücher von nichtbinären Menschen) geschrieben wurde.

Alle weitere Informationen, die Regeln und Aufgaben findet ihr auf der Challenge-Seite. Wenn ihr auch gerne teilnehmen wollt, erstellt eine eigene Challenge-Seite, die ihr unter diesem Beitrag oder auf meiner Challenge-Seite verlinkt. Dafür könnt ihr auch gerne das obige Beitragsbild verwenden.

Kurz zusammengefasst: Krimis von Frauen und nichtbinären Menschen lesen, die zu einer der Aufgaben passen, am besten noch eine Rezension erstellen und Punkte sammeln.

Ich freue mich über eine rege Teilnahme und wünsche uns allen viel Spaß mit dieser Challenge!

Rezension – The Christmas Orphans Club

Seit dem College sind Finn und Hannah beste Freund*innen und verbringen jedes Weihnachten miteinander. Hannah ist Waise und hat eine distanzierte Beziehung zu ihrer älteren Schwester, während Finn von seiner Familie verstoßen wurde, nachdem er sich als schwul outete. Im Lauf der Jahre kamen Priya und Theo dazu und aus den vieren wurde eine eingeschworene Clique. Doch dann verkündet Finn kurz vor Weihnachten, dass er von New York nach Los Angeles ziehen wird. Während Hannah versucht, die Gruppe dennoch zusammenzuhalten und ein letztes großes Weihnachten zu feiern, muss Finn sich damit auseinandersetzen, ob er Theo endlich seine Gefühle gestehen wird.

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Over the Rainbow – Die Last Binding-Reihe

In der Reihe „Over the Rainbow“ stelle ich euch Bücher zum Thema LGBTQIA+ vor. Es handelt sich um fiktive Geschichten ebenso wie Sachbücher. Heute gibt es weiteres erstes Mal, denn ich stelle euch eine Reihe vor: die Trilogie The Last Binding von Freya Marske.

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Die Montagsfrage #92

Guten Morgen ihr Lieben,

jetzt ist schon November – wann sind denn die ersten zehn Monate des Jahres vorbeigegangen? Ich habe endlich Internet in meiner Wohnung und kann daher ganz ohne Theater mit der Montagsfrage von Wordworld in die Woche starten:

Gab es in letzter Zeit eine von Euch erwartete Neuerscheinung, die Euch enttäuscht hat?

Ich bin ja keine Leserin die massiv auf Neuerscheinungen achtet. Viele der Bücher, die ich mir kaufe, sind nicht ganz neu veröffentlicht und da ich viele Bibliotheksbücher lese, gibt es häufig Lektüren, die schon älteren Datums sind.
Tatsächlich ist aber Ende Oktober das neueste Buch von Anja Jonuleit, Sonnenwende, erschienen. Von der Autorin habe ich nun schon einige Bücher gelesen (rezensiert habe ich Das letzte Bild, Rabenfrauen und Kaiserwald) und netterweise habe ich das neueste Buch als Rezensionsexemplar zugesandt bekommen. Gelesen ist es noch nicht und damit besteht natürlich die Gefahr, dass die einzige Neuerscheinung, auf die ich dieses Jahr hingefiebert habe, enttäuscht. Aber ehrlich gesagt glaube ich nicht daran und muss die heutige Montagsfrage wohl mit „Nein“ beantworten.


Quelle Beitragsbild: Wordworld

Eine Liebeserklärung an Bibliotheken

Alljährlich am 24. Oktober findet in Deutschland der Tag der Bibliotheken statt. 1995 wurde er vom damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker ins Leben gerufen und während er natürlich vorrangig Gelegenheit für die Bibliotheken in Deutschland bietet, sich zu feiern und zahlreiche schöne Veranstaltungen anzubieten (schaut mal beim dbv ins Programm), möchte auch ich die Bibliotheken feiern.

Im vergangenen Jahr habe ich 270 Bücher gelesen – viel, viel mehr, als ich mir leisten könnte, selbst anzuschaffen. Und so waren auch nur 24 davon Bücher, die ich mir selbst gekauft hatte. Der allergrößte Teil, nämlich fast 170 Bücher, habe ich mir aus diversen Bibliotheken ausgeliehen. Und so wundert es euch bestimmt nicht, wenn ich sage, dass ich Mitglied in drei Bibliotheken bin.

Für mich hat die Liebe zu Bibliotheken mehrere Aspekte. So liebe ich es zum einen, mich in die örtliche Bibliothek zu setzen und einfach nur ein Buch zu lesen. Wenn es draußen regnerisch oder sehr kalt ist, bietet mir das die Möglichkeit, kostengünstig Zeit außerhalb der Wohnung zu verbringen, andere Menschen um mich zu haben und dennoch zu entspannen. Niemand stört sich daran, wenn ich Kopfhörer aufhabe, ich bin nicht gezwungen, Essen oder Trinken zu bestellen und hin und wieder führt man eine nette Unterhaltung mit den Mitmenschen.

Es kommt zwar hin und wieder vor, dass ich Bücher finde, die schon (lange) auf meiner Wunschliste stehen und die ich dann ausleihen kann. Darüber freue ich mich immer riesig. Vor allem sorgen Büchereien aber immer wieder dafür, dass ich neue Autor*innen entdecke, neue Geschichten, neue interessante Sichtweisen auf die Welt. Manchmal finde ich Bücher, die es mir ermöglichen, eingefahrene Gedanken neu zu sortieren. Manchmal sorgt ein Buch dafür, dass ich jahrelang gehegte Vorurteile hinterfrage. Manchmal tröstet es mich und manchmal macht es mich wütend. Aber allen ist gemein, dass ich ohne die Bibliothek vermutlich nie davon erfahren hätte.
Eine meiner liebsten Autorinnen aus dem Krimi-Genre ist Viveca Sten, über deren Reihe rund um Kommissar Thomas Andreasson ich eine Rezension geschrieben habe. Auf ihre Bücher bin ich in der Bibliothek gestoßen und darum bin ich unfassbar froh, denn auch ihre neue Reihe um Hanna Ahlander (Band 1 wieder in der Bibliothek entdeckt), ist so gut!
Über die Bibliotheken habe ich zudem Zugriff auf Libby. Die App ermöglicht das Ausleihen von eBooks und ist preislich in der Jahresgebühr, die für die Mitgliedschaft in der örtlichen Bibliothek erhoben wird, enthalten. Ich lese bei Libby monatlich 2-3 Bücher und freue mich immer wieder, dass ich dadurch Zugriff auf sehr viele englisch-sprachige Bücher habe. Denn das ist für mich der perfekte Weg, meinen „Sprachmuskel“ diesbezüglich zu trainieren.

Nicht zu unterschätzen ist in meinen Augen zudem der finanzielle Aspekt. Bücher sind für mich eine Leidenschaft. Müsste ich aber alle Bücher, die ich gerne lesen möchte, selbst kaufen, würde ich am Hungertuch nagen. Auch in diesem Jahr waren über 70 % meiner Neuzugänge Bücher, die ich aus den Bibliotheken ausgeliehen hatte. Ganz grundsätzlich erlauben es mir Bibliotheken also auch, einem Hobby zu frönen, das ich sehr liebe.

Ich freue mich immer riesig, wenn in den Bibliotheken junge Menschen alleine (soll heißen: ohne Eltern) unterwegs sind. Denn das zeigt mir, dass es immer neue Nutzer*innen dieser wertvollen Institutionen gibt. So soll es sein. Und es zeigt mir, dass ich mit meiner Liebe zu den Bibliotheken nicht allein bin.
Die äußerte sich übrigens letztes Jahr zum Beispiel auch darin, dass ich mir wünschte, der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek, genauer gesagt ihrem bekannten Rokoko-Saal, einen Besuch abzustatten. Nachdem ich die Staatsexamensklausuren geschrieben hatte, ging es also mit meiner Mutter nach Weimar und dort entstand dann das schöne Bild, das das Beitragsbild oben ziert.


Bildquelle Tag der Bibliotheken: Deutscher Bibliotheksverband

Rezension – Ladyparts

Was bedeutet es, im Amerika des 21. Jahrhunderts mit weiblichen Organen zu leben? Wieso wird man nur aufgrund dieser Organe nicht gesehen, nicht fair bezahlt und nicht angemessen medizinisch behandelt? Deborah Copaken erzählt von persönlichen, gesundheitlichen und politischen Krisen und deckt dabei den Sexismus in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft auf, vom Gesundheitswesen bis zum Dating. Copaken war Kriegsfotografin in Afghanistan, Israel und Simbabwe. Doch abseits dieser Schauplätze kämpft sie eine andere, unsichtbare Schlacht, im ganz normalen Alltag: die Schlacht mit und für ihren Körper. Denn in einem weiblichen Körper zu leben, kann auch im Amerika des 21.Jahrhunderts mitunter blutig und gefährlich sein, andererseits aber auch wunderschön. Eine packende weibliche Biografie in Körperteilen, die zeigt: Das Persönliche ist politisch.
Quelle: Penguin

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Die Montagsfrage #86

Guten Morgen ihr Lieben,

bevor ich mich auf das kommende Wochenende, an dem mein Umzug stattfindet, vorbereite, gibt es zunächst wieder die Montagsfrage von Wordworld:

Habt Ihr bestimmte Autor*Innen, deren Bücher Ihr immer sofort lest egal worum es geht? Wer und warum?

Nein. Es gibt einige Autorinnen, bei denen ich auf Neuerscheinungen achte, aber auch dann lese ich die Bücher nicht sofort und auch nicht zwangsläufig alle Bücher. Solche, die mich interessieren, wandern auf meine Wunschliste und dann gibt es sie zum Geburtstag oder zu Weihnachten; wenn die Taschenbuchausgabe nicht zu teuer ist, kaufe ich sie mir zeitnah selber.

Autorinnen, bei denen ich auf Neuerscheinungen achte und die ich in der Regel auch lesen will. sind für mich Rebecca Gablé, deren historischen Romane episch sind und mich immer wieder überzeugen können, zuletzt Der Palast der Meere, das ich vor kurzem im Rahmen einer Leserunde las.
Von Tess Sharpe las ich schon vor Jahren River of Violence, verlor sie danach aber wieder aus den Augen. Dann griff ich zu The Girls I’ve Been, weil es zur Aufgabe in einer Challenge passte und habe es sehr geliebt. Und als dann ihr aktuellstes Buch Six Times We Almost Kissed (And One Time We Did) erschien, habe ich es mir schnell besorgt. An Sharpes Büchern mag ich sehr gerne, dass sie voller Spannung sind und zugleich queere Geschichten erzählen.
Anja Jonuleit lernte ich zunächst als Autorin von Das letzte Bild kennen, wobei sie fiktional einen realen Kriminalfall aufgreift. Das Buch konnte mich sehr überzeugen, zu einer Autorin, auf deren Neuerscheinungen ich warte, wurde sie aber erst in diesem Jahr. Ich hatte die Möglichkeit, ihre Bücher Kaiserwald und Rabenfrauen zu lesen und auch die waren voller Spannung, zarter Zwischentöne und mit realem Hintergrund, der dazu beiträgt, mich noch mehr für das Buch einzunehmen. Kein Wunder, dass ich mich schon sehr auf die Veröffentlichung von Sonnenwende, Band 2 zu Kaiserwald, im Oktober freue.


Quelle Beitragsbild: Wordworld

Die Montagsfrage #84

Guten Morgen ihr Lieben,

Sophia von Wordworld macht eine Sommerpause, stellt also keine neuen Fragen. Ich nutze das, um zwei Fragen zu beantworten, die ich 2023 wegen meiner Examensvorbereitung nicht beantwortete, aber sehr interessant finde. Heute also die zweite dieser nachgeholten Fragen:

WELCHE LGBTQIA+-GESCHICHTEN KENNT IHR UND KÖNNT IHR EMPFEHLEN?

Spontan fällt mir zunächst Imogen, Obviously von Becky Albertalli als ein Buch ein, das ich euch unbedingt empfehlen möchte. Erst letzte Woche ist dazu meine Rezension erschienen. Albertalli gelingt es wunderbar, das Gatekeeping, das teilweise in der queeren Community stattfindet, einzufangen. Daneben wartet das Buch mit vielen tollen Charakteren auf und ich denke, dass es gerade für Menschen, die ihre Sexualität noch erkunden, ein sehr tröstendes und tolles Buch ist.

In Memoriam von Alice Winn ist ein historischer Roman, der nicht nur die Schrecken des Ersten Weltkriegs auf berührende, manchmal verstörende, Weise einfängt. Er gibt zudem einen Einblick in das Leben queerer Menschen vor über hundert Jahren. Ein sehr eindrucksvoller Roman, der mir eine schlaflose Nacht bescherte, weil ich es nicht aus der Hand legen konnte.

Wer lieber Bücher liest, in denen Menschen sich ihrer Sexualität sicher sind und das Glück im Leben suchen, kann ich euch die Reihe Jons übernatürliche Fälle von AJ Sherwood empfehlen. Zum ersten Band, Ein Schuss kommt selten allein, gibt es eine Rezension auf dem Blog und auch die anderen Bände konnten mich überzeugen. Ein bisschen Fantasy, ein bisschen Krimi und zwei Männer, die ein Leben miteinander aufbauen wollen.

Ganz uneigennützig möchte ich zudem auf eine Beitragsreihe auf diesem Blog verweisen: in Over the Rainbow stelle ich immer wieder LGBTQIA+-Bücher vor, sowohl fiktionale als auch Sachbücher.


Quelle Beitragsbild: Wordworld