Challenges 2017

Ihr Lieben,

wie letztes Jahr habe ich mir vorgenommen „auf jeden Fall und unbedingt“ nur an einer Challenge teilzunehmen. Und wie letztes Jahr wird das wieder nichts. Also werden es 2017 erneut zwei Challenges an denen ich teilnehme, aber ich denke, die beiden lassen sich ganz gut unter einen Hut bringen.

challenge2017Zum einen gibt es da Daggis Buch-Challenge 2017, die mir sehr zusagt und auf die ich mich schon freue. Sie bietet zwar einerseits sehr genaue Vorgaben, was für Bücher gelesen werden sollen, zum anderen ist sie aber im Großen und Ganzen sehr genre-unabhängig gefasst, was mir gut zupass kommt. Denn ich les auch immer ein bisschen querbeet durch alle Genres.

frauen_lesechallengeZum anderen gibt es eine Challenge, über die ich erst heute gestolpert bin und an der ich auch unbedingt teilnehmen möchte: Die Frauen Lesechallenge. Initiatorin ist Anja vom Blog Wortlichter. Diese Challenge ist noch weiter gefasst; sie hat ein großes Thema, nämlich die Literatur – anspruchsvolle – von Frauen zu stärken. Unter diesem großen Thema widmet man sich dann für jeweils ein Quartal einem besonderen Teil davon. Genauere Infos gibt es HIER.

Auf diese beiden Challenges freue ich mich schon sehr und ich habe die leise Hoffnung, in diesem Jahr länger durchzuhalten als im Letzten – da hat nach ungefähr sechs Monaten die Motivation ziemlich nachgelassen.

Liebe Grüße und vielleicht interessiert euch eine dieser Challenges ebenfalls – das würde mich freuen!

Celina xxx

Gutes Neues! 🎆🎆🎆

Ihr Lieben,

ich wünsche euch allen ein gutes neues Jahr 2017, mit vielen wunderbaren Erlebnissen, guter Gesellschaft und natürlich einer Menge guter Bücher! 📚
Rutscht gut in das neue Jahr und ich hoffe, ihr habt noch ein paar schöne Tage mit euren Lieben 💖

Unter dem Stress der letzten Wochen hat mein Blog ziemlich gelitten, aber ich habe mich sehr darüber gefreut, dass mein Blog seit dem letzten Monat 100 Follower hat! 🎉🎉🎉 Zudem habe ich bei Twitter die 400 Follower-Marke geknackt. Daher wird es ein kleines Gewinnspiel geben, dazu aber in den nächsten Tagen mehr. Auf jeden Fall möchte ich mich schon jetzt bei euch allen bedanken – DANKE, DANKE, DANKE!!

Liebe Grüße
Celina xxx


Bildquelle: FTI.de

Best of … 2016

Ein schönen letzten Tag in 2016 euch allen!

Ich mache mich heute auf den Weg zu meinen Eltern – mit denen und Freunden wird Silvester gefeiert – und möchte euch vorher meine Highlights aus dem Jahr vorstellen.

Die vergangenen 366 Tage waren bei mir ganz schön aufregend – viele Erfahrungen, viele neue Menschen, viele schöne Momente, aber eben auch viele anstrengende, traurige oder nervige Augenblicke. Der größte Umbruch war für mich in diesem Jahr das Ende des AuPair-Jahres und der Beginn meines Studiums. Unter diesem hatte mein Blog zu leiden, aber das Studium steht an erster Stelle und auch in Zukunft wird der Blog während der Klausurphasen an der Uni wohl eher darniederliegen. Aber es geht doch immer weiter, schon allein weil es so viele tolle Bücher und – mindestens genauso wichtig – so viele tolle Büchermenschen (hier besonders ein Shout-out an Denise aka Löle, die mir so viele Tage versüßt hat und die ich nicht mehr missen möchte!) gibt.

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Ich habe in diesem Jahr viele tolle Bücher gelesen, für diesen Rückblick habe ich mich auf die zehn besten eingeschränkt. Das sind keineswegs nur Neuerscheinungen, es sind einfach jene, welche mir die Liebsten sind. Die Reihenfolge ist auch keine Rangfolge, denn vergleichen will ich sie nicht, sie haben mir alle richtig gut gefallen.


Ein Buchladen zum Verlieben – Katarina Bivald

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Als Bücherwurm ist es, glaube ich, ziemlich schwer, dieses Buch nicht zu lieben! Sara ist ständig am Lesen und die Arbeit, die sie in den Buchladen steckt, haben dafür gesorgt, dass sie mir sehr sympathisch wurde. Überhaupt fand ich es toll, zu lesen, wie sie den Buchladen aufbaut. Außerdem gibt es noch allerlei ebenso liebenswürdige wie merkwürdige Nebencharaktere, die zum Genuss dieses Buches beitragen – also unbedingt lesen!


The Little Paris Bookshop – Nina George

dsc_0655Ein deutsches Original einmal auf Englisch zu lesen (da ich es in good ol‘ England gefunden habe) hat auch einmal etwas. Das ist aber bestimmt nicht der Grund, warum es in dieser Liste auftaucht. Es geht um das Leben, die Liebe und ja, auch um Bücher. Die spielen eine große Rolle, aber überzeugen konnte mich das Buch vor allem durch seinen Schreibstil, die wunderbaren Unterhaltungen, die spürbare Liebe zu Büchern und Frankreich.


28 Tage lang – David Safier

dsc_0667So gut wie in diesem Buch hat es bisher nur zwei andere geschafft, mir die Gedanken und Gefühle eines jüdischen Mädchens zur Zeit des Dritten Reiches näher zu bringen – und es ist das einzig fiktive. Es steht nicht auf einer Stufe mit den zwei anderen; das Tagebuch der Anne Frank sowie Rutkas Tagebuch von Rutka Laskier, das man auf dem Bild im Hintergrund sieht; da diese noch einmal ganz anderes Gewicht haben – allein aufgrund der Tatsache, dass sie nun einmal von ganz realen Personen handeln. Dennoch ist es eine beeindruckende Lektüre, die man lesen sollte, wenn man einen Einblick in den Aufstand im Warschauer Ghetto bekommen will.


Charlie and the Chocolate Factory – Roald Dahl

dsc_0651Es ist für mich kaum zu glauben, dass ich über 19 Jahre gebraucht, um Roald Dahl für mich zu entdecken. Ich habe den Film Matilda mit Danny DeVito geliebt, aber in England bin ich erst darauf gekommen, was für großartige Bücher von Roald Dahl geschrieben wurden. Charlie and the Chocolate Factory durfte als erstes einziehen, ich habe fest vor, noch viele weitere Dahl-Bücher folgen zu lassen.


Ein ganz besonderes Jahr – Thomas Montasser

Quelle: Piper
Quelle: Piper

Auch dieses Buch ist eines jener, das mich Bücherwurm nur ansprechen kann. Es ist eine wunderbar geschriebene Geschichte über Buchhandlungen, das Lesen, das Versinken in Bücher und ich habe mich oft darin wiedererkennen können. Zudem ist es wirklich wunderbar geschrieben und ebenso wie Valerie in ihren Büchern bin ich in diesem Buch versunken.


Harry Potter and the Philosopher’s Stone – J. K. Rowling & Jim Kay

dsc_0668Selbstverständlich habe ich die Bücher um Harry Potter bereits gelesen – auf deutsch. In England habe ich dann den Beschluss gefasst, sie auch auf Englisch zu lesen, allerdings die illustrierten Ausgaben. So steht die selbe Geschichte, aber doch noch einmal ganz anders im Regal. In meinen Augen wurde eine richtiger guter Job bei der Illustration gemacht: nicht zu viele Bilder (sodass man die Fantasie noch schweifen lassen kann), aber auch nicht zu wenige (sodass man sich wunderbar in die Welt der Zauberer und Muggel einfühlen kann).


One Hundred Days of Happiness – Fausto Brizzi

imageIm März gelesen, hielt ich es damals schon für ein Highlight des Jahres – und das ist es auch! Es ist so inspirierend über Lucio zu lesen. Dabei geht es nicht in erster Linie darum, gegen den Krebs anzukämpfen. Lucio weiß, dass er kaum eine Chance hat. Stattdessen versucht er, mit seiner Familie – und sich selbst – ins Reine zu kommen. Ich denke, am Schluss will er vor allem auf sein Leben zurückblicken und das Gefühl haben, ein gutes Leben geführt zu haben. Und das ist das Inspirierende an diesem Buch, denn ich denke, dass ich dieses Gefühl auch gerne hätte.


The Red Notebook – Antoine Laurain

dsc_0653Ich habe in diesem Jahr Frankreich und seine Autoren für mich entdeckt und dieses Buch hat ganz entschieden dazu beigetragen. Es ist eine wunderbare Geschichte darüber, wie das Leben spielen kann. Es hat mich zu Tränen gerührt und zum Lachen gebracht – das gelingt nicht jedem Buch auf knapp 160 Seiten. Man kann sich so einfach mit Laurent und Laure identifizieren, denn sie sind einfach nur Menschen mit Fehlern, Problemen, Hoffnungen und Sehnsüchten, wie sie jedem von uns bekannt sein dürften.


The Letter – Kathryn Hughes

dsc_0654Im Rückblick ist es eines der aufwühlendsten Bücher dieses Jahres. Ich hatte immer wieder Tränen in den Augen. Es vereint so viele traurige Themen, ohne dass es dadurch überladen wirkt und ohne dass es hoffnungslos wird. Im Grunde ist es ein sehr lebensbejahendes Buch, das zeigt, dass man die Hoffnung niemals verlieren sollte. Und es liest sich so schön, dass ich es quasi inhaliert habe.


Roman eines Schicksallosen – Imre Kertész

dsc_0666Es fällt mir unglaublich schwer zu beschreiben, warum mich dieses Buch so sehr bewegt hat. Es spielt zur Zeit des Zweiten Weltkriegs, ist teils autobiographisch gefärbt. Vielleicht ist es die Tatsache, dass er durchgehend im Buch sehr naiv bleibt. Es ist, als würde man über ein Kind lesen – und das ist unendlich viel schwieriger, als über einen Erwachsenen zu lesen.


Auch sonst war einiges los in diesem buchigen Jahr. Ich habe an ein paar Challenges teilgenommen; die Goodreads-Challenge mit dem Ziel von 100 Büchern habe ich beendet, bei Märchenhaft durch 2016 bin ich immerhin über die Punktzahl gekommen, die man zu der Teilnahme an der Gewinnverlosung benötigt, allerdings hat auch die Challenge unter dem Beginn des Studiums gelitten. Bei der History und Englisch Lese-Challenge konnte ich sogar den Gewinn abstauben – und habe mich sehr darüber gefreut.

Für das nächste Jahr nehme ich auf jeden Fall an Daggis Buch-Challenge teil und ich werde mir vermutlich auch bei Goodreads wieder ein Ziel stecken. Aber das war’s dann auch mit buchigen Vorsätzen für das nächste Jahr!

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr! Wir lesen uns dann in 2017 😄 (gut, ich hätte gerade fast 2016 getippt, aber das kommt wohl noch öfter vor 🙈

Gruß und Kuss,
eure Celina xxx

Rezension – Immer montags beste Freunde

Quelle: Randomhouse
Quelle: Randomhouse

Immer montags beste Freunde | Laura Schroff, Alex Tresniowski | Diana | erschienen 2015
aus dem Amerikanischen: An Invisible Thread | Übersetzerin: Marie Rahn
Taschenbuch: ISBN 978-3-453-29175-1 | 16,99€
E-Book: ISBN 978-3-641-16660-1 | 13,99€
Leseprobe

An einem Montag Mitte der 80er Jahre, New York ist von Bettlern überschwemmt, bittet der 11jährige Maurice Laura Schroff um ein bisschen Geld. Nachdem sie zunächst an ihm vorbeiläuft, dreht sie um und lädt ihm zum Essen bei McDonald’s ein. Von da an treffen sie sich jeden Montag und zwischen den beiden, einer erfolgreichen Karrierefrau und einem kleinen Jungen aus dem Drogenmilieu, entwickelt sich eine Freundschaft, die einige Hürden schafft und für Jahre bestehen bleibt.

Dieses Buch gehört in die Kategorie „Nicht in der Bahn lesen“ – allerdings war mir das vor dem Lesen nicht klar. So kam es zu dem denkwürdigen – und peinlichen – Moment, dass meine Nebensitzerin mit ein Taschenbuch angeboten hat. Offenbar hat sich mein Schniefen wie ein akuter Schnupfen angehört, letztendlich war die Schuld einzig und allein bei dem Buch zu finden. Danach habe ich es wohlweislich in den eigenen vier Wänden gelesen und mich ganz ungeniert meinen Tränen hingegeben.
Dabei legt es das Buch gar nicht so sehr darauf an, auf die Tränendrüse zu drücken. Meistens sind die für mich sehr emotionalen Szenen eher sachlich beschrieben und dieser „matter of fact“-Tonfall hat es für mich erst schwierig gemacht.
Hauptsächlich dreht sich das Buch natürlich um die Freundschaft zwischen Maurice und Laura – wie diese sich entwickelt, wie es sie beide beeinflusst und wie sie letztendlich jahrelang bestehen bleibt. Aber dabei bleibt es eben auch nicht aus, dass mehr über Maurice, seine persönliche Geschichte unabhängig von Laura, berichtet wird. Sonst wäre es kaum verständlich, wie es überhaupt zu dieser ungewöhnlichen Freundschaft kommen konnte. Obwohl Laura nach eigenen Aussagen viel Wert darauf legt, kein Mutter-Ersatz zu werden (Maurices Mutter lebt noch), ist sie jemand, zu dem Maurice aufschauen kann. Es ist sehr berührend zu lesen, wie Maurice beginnt, ihr zu vertrauen. Es wird aufgezeigt, was für Kleinigkeiten einen Unterschied im Leben eines Menschen machen. Zwischen den beiden entwickeln sich kleine Rituale, über die ich nie nachgedacht habe und die vermutlich für viele Menschen keine große Rolle spielen.

Die Rituale an sich [waren] für Maurice genauso wichtig wie die Mahlzeiten.
– Laura Schroff, S. 115

Über allem steht aber, wie wichtig eine Familie ist und ich denke, das ist die große Gemeinsamkeit, die Maurice und Laura verbindet. Laura, Mittdreißigerin und geschieden, will unbedingt Kinder und eine eigene Familie haben, während Maurice zwar Mutter und Geschwister hat, diese sich aber nicht um ihn kümmern. Und auch wenn Laura immer deutlich macht, dass sie nicht seine Mutter ist, übernimmt sie doch viele Aufgaben einer solchen – Pausenbrote zubereiten, zu Elternsprechtagen gehen, Weihnachtsgeschenke besorgen, …
Das Berührende an all diesen kleinen Episoden und Ritualen, die sich zwischen den beiden entwickeln, ist die Reaktion von Maurice. Er bittet oft um Dinge, die uns überhaupt nicht wichtig erscheinen und die auch von Laura Schroff als selbstverständlich angesehen werden, aber für ihn sind sie das eben nicht. Und dabei geht es keineswegs um das Monetäre. In dem gesamten Buch bittet er sie, wenn ich es richtig im Kopf habe, nur ein einziges Mal um Geld – und da kennen sie sich schon einige Jahre. Natürlich kosten viele der Dinge, die sie mit ihm oder für ihn macht, Geld, aber das geht von ihr aus und passiert nicht, weil er sie darum bittet.
Ich fand es oft schwer ertragbar zu lesen, was Kinder in dem Milieu, aus dem Maurice kommt, schon in jungen Jahren erleben mussten. In dem Buch zeigt sich, wie abgebrüht und erwachsen Kinder sein können, wenn sie von der Umwelt dazu gezwungen werden – und wie traurig diese Tatsache ist. Manchmal merkt man Maurice wirklich nicht an, dass er noch kein Teenager ist, als die beiden sich kennenlernen.
Ich konnte mich zudem oft in Laura wiedererkennen – in ihren Wünschen und Gedanken – und dabei blieb immer diese eine nagende Frage in meinem Hinterkopf: könnte ich auch so handeln?

Immer montags beste Freunde ist ein Buch über eine außergewöhnliche Freundschaft, die Macht einer Freundschaft und über Familie – die man sich nicht immer, aber doch manchmal aussuchen kann. Es ist auch ein inspirierendes Buch über Mitgefühl und welch weitreichende Folgen es haben kann. Es zeigt auch, wie Hilfsbereitschaft mehr als ein Leben zum Positiven verändern kann.

Ein unsichtbares Band verbindet ungeachtet von Zeit, Raum und Umständen diejenigen, deren Begegnung vorherbestimmt ist. Auch wenn dieses Band aufs Äußerste gespannt oder völlig verheddert ist, wird es niemals reißen.
– Chinesisches Sprichwort

goldene_SterneÜber Laura Schroff:
Schroff wurde zu Beginn der 50er Jahre auf Long Island geboren und wuchs dort auf. Sie war Teil des Werbeteams, das die USA Today aufbaute und erfolgreich machte, außerdem arbeitete sie unter anderem für InStyle, Bribes und People. Während ihrer Arbeit in New York traf sie Maurice, mit diesem ist sie noch immer befreundet. Dort lebt sie auch heute, zusammen mit ihrem Pudel.
Quelle: ihre Website, Buch

Über Alex Tresniowski:
Tresniowski war jahrelang Autor für das PEOPLE-Magazin und schrieb an mehreren Büchern mit. Dazu gehört auch Die Vendetta, welches 2005 erschien und mit Johnny Depp und Christian Bale als Public Enemies verfilmt wurde.
Er lebt in New York.
Quelle: Website von Laura Schroff

Weitere Meinungen zum Buch:

Kaufen könnt ihr das Buch beim Verlag oder auf buecher.de

 

Mein Lesemonat November

Hallöle ihr Lieben!

Hoffentlich hattet ihr einen schön entspannten, buchreichen zweiten Advent. Mit ein bisschen Verspätung kommt von mir noch der Rückblick auf den November. Die letzten Wochen waren ziemlich anstrengend, jeden Tag stand etwas anderes an und ich kann es kaum erwarten, dass Weihnachten ist – schon allein, weil es das Ende dieser Klausurenphase bedeutet!

Im Großen und Ganzen war es lesetechnisch trotzdem ein erfolgreicher Monat, mit 17 gelesenen Büchern. Elf davon waren allerdings ReReads und nur sechs (mehr oder weniger) neue Bücher gab es in diesem Monat.

Insgesamt habe ich 6.395 Seiten gelesen, deutlich mehr als im letzten Monat. Ich hab auch das Gefühl, endlich mal wieder richtig zum Lesen gekommen zu sein und nicht nur Bücher nochmals gelesen habe.
Mit den Rezensionen bin ich aber noch nicht so ganz hinterher. Zu Immer montags beste Freunde und Colonia im Mittelalter werden sie aber auf jeden Fall noch folgen.
Außerdem arbeite ich an einem kurzem Bericht über eine Lesung von Peter Stamm, die ich besucht habe.

Am Besten gefallen in diesem Monat hat mir das noch rezensionslose Immer montags beste Freunde, da es mich sehr berührt hat.

Quelle: Randomhouse
Quelle: Randomhouse

Einen Flop gab es in diesem Monat eigentlich nicht. Das Buch, das meine Erwartungen aber am stärksten enttäuscht hat, ist Realitätsgewitter von Julia Zange. Ich hatte so viel Gutes gehört, aber ganz mithalten konnte es in meinen Augen nicht. Das macht es allerdings keineswegs zu einem schlechten Buch.

Wie war euer November? Und freut ihr euch schon auf die letzten paar Wochen dieses Jahres?

Liebe Grüße
Celina xx

Rezension – Der Junge, der vom Frieden träumte

Der Junge, der vom Frieden träumte | Michelle Cohen Corasanti | Fischer | erschienen 2016
aus dem Englischen: The Almond Tree | Übersetzerin: Adelheid Zöfel
Taschenbuch: ISBN 978-3-596-03283-9 | 9,99€
E-Book: ISBN 978-3-10-403392-1 | 9,99€
Leseprobe

Nachdem Ahmed beobachten muss, wie seine 2jährige Schwester Amal von einer Bodenmine getötet wird, ist nichts mehr, wie es zuvor war. Als kurz danach sein Vater verhaftet wird, muss der 12 Jahre alte Ahmed für seine Familie sorgen. Doch dann eröffnet sich ihm eine unglaubliche Chance: er erhält ein Stipendium für die Universität in Tel Aviv. Für ihn ist es der Weg aus der Armut und auch seiner Familie will er unter die Arme greifen. Aber er ist der einzige Palästinenser an einer israelischen Universität und auch die Palästinenser nehmen es ihm übel, dass er sich mit dem Feind einlässt.

Wenn wir etwas über den Konflikt zwischen Israelis und Palästinenser hören, dann meistens nur, weil es im Gaza-Streifen einen Selbstmordanschlag gab. Und ehrlich gesagt, ging es mir persönlich immer so, dass ich zwar durchaus verstand, dass die Situation im Gaza-Streifen nicht in Ordnung ist, aber letztendlich habe ich den Israelis ihren Staat schon sehr gewünscht. Umso wichtiger erscheint es mir, dieses Buch zu lesen. Es zeigt die Perspektive Palästinas auf und der Autorin gelingt das Kunststück, die Fehler beider Seiten aufzuzeigen, ein zutiefst hoffnungsloses Buch zu schreiben und doch Hoffnung zu wecken.
In diesem Buch werden viele Themen vereinigt, ohne das Buch dabei zu überladen. Vorherrschend ist natürlich die Situation in Palästina und das Verhältnis zwischen Israelis und Palästinensern. Mir war nie klar, wie sich der Aufbau des Staates Israels letztendlich vollzogen hat. Der genaue Ablauf wird im Buch zwar nicht dargestellt, aber ich denke, es wird doch deutlich, dass wir uns öfters auch mal mit der Seite der Palästinenser auseinandersetzen sollten. Denn wie die Heiligen haben sich die Israelis, besonders zu Beginn dieses Buches, in den 50er Jahren, nicht verhalten. Und hier bildet sich ein Dilemma, das mich auch sehr beschäftigt hat: wie schon erwähnt, wünscht man den Juden ihren Staat. Aber der Westen hat sich des Problems natürlich ein Stück weit auch entledigt, indem man nach dem Zweiten Weltkrieg einfach beschlossen hat, den Juden einen Teil Palästinas zuzuschlagen. Dass die einheimische Bevölkerung sich danach im Stich gelassen fühlte, wird im Buch deutlich – und verständlich. Durch die palästinensische Sichtweise kann man sich sehr gut in die Gefühlswelt der Araber einfühlen. Es wird aufgezeigt, wie oft die Palästinenser auf Hilfe aus der internationalen Gemeinschaft hofften und wie oft sie diese auch dringend nötig hätten – diese sich aber einfach nicht rührte. So werden auch viele andere Entwicklungen im Nahen Osten während des Buches nachvollzogen und letztendlich verständlich. Insbesondere hat mich hierbei die Hinwendung zur Hamas beschäftigt. Gegen Ende des Buches reist Ahmed in den Gaza-Streifen zu seinem Bruder – und wird Zeuge eines Elends, dass sich vermutlich nur noch die Zeitzeugen aus dem Zweiten Weltkrieg vorstellen können. Die abgrundtiefe Hoffnungslosigkeit der Menschen dort wird von der Autorin mit wenigen Worten und doch tief berührend wiedergegeben. Allein während dieser Episode bin ich mehrmals den Tränen nahe gewesen. Es wird nicht der Versuch unternommen, die Taten der Hamas zu verteidigen. Aber es wird gezeigt, warum die Menschen sich der Hamas überhaupt anschlosssen. Und obwohl man nie in der gleichen Situation war (und ich auch die Hoffnung habe, es nie sein zu müssen), konnte ich deren Beweggründe nachvollziehen. Wenn die eigenen Kinder keinerlei Ausssichten haben und sich die Weltengemeinschaft nicht für das Elend der eigenen Bevölkerungsgruppe interesssiert, kann ich nachvollziehen, warum ein Selbstmordanschlag zu einem letzten verzweifelten Mittel der Aufmerksamkeitsschaffung wird. Natürlich ist es das nicht für alle, oft genug stecken ideologische Gründe dahinter. Aber dass dies nicht immer der Fall ist, wird hier schön dargestellt.

„Sie hindern mich daran, meinen Verstand zu gebrauchen, also muss ich meinen Körper einsetzen. Er ist die einzige Waffe, die mir noch geblieben ist.“
– Khaled Hamid, S. 383

Gleichzeitig wird der Wahrheitsgehalt des Sprichworts „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ wieder einmal bewiesen. Vielleicht das Inspirierenste an diesem Buch ist, dass  die Palästinenser (zumindest in diesem Buch) selbst in den elendesten Situationen lachen können und Gründe zum Feiern finden. Besonders im Gaza-Streifen wird aber auch deutlich, dass es, wenn die Hoffnung einmal gestorben ist, kaum noch Gründe zum Leben gibt. Dadurch wurde das Buch für mich auch zu einer hochemotionalen Lektüre. Ich saß sehr oft in der Bahn und konnte die Tränen nicht zurückhalten.
Corasanti schafft mit wenigen Worten ein Gefühl für die Personen und die Atmosphäre zu schaffen. Es geht weniger darum, in ewig langen Paragraphen die Landschaft oder Situationen beschreiben. Manchmal ist fast erschreckender, wie sachlich sie über furchtbare Vorgänge schreibt.
Weniger sachlich beschreibt sie die Charaktere. Besonders Ahmed lernt man im Laufe der Geschichte ziemlich gut kennen – verständlicherweise, denn das Buch wird komplett aus seiner Perspektive geschrieben. Man kann richtig mit ihm fühlen und im größten Teil des Buches auch mit ihm leiden. Während des Buches war ich aber nicht immer ganz warm mit ihm. Es erschien mir oft so, dass er sich nach dem Erhalt des Stipendiums ein bisschen aus der Verantwortung zieht. Er schickt seiner Familie zwar Geld, aber er ist meiner Meinung nach sehr naiv in dem Glauben, dass dies alles verändert. Meiner Meinung nach verschließt er die Augen vor der Realität und sieht oft nur, was er sehen will. Durch seine Hilfe geht es seiner Familie zwar gut, aber dem Großteil der Menschen in Palästina und dem Gaza-Streifen geht es eben nicht gut. Das scheint ihn aber kaum zu kümmern, bis ihm klar wird, dass sein Bruder davon betroffen ist. Natürlich kann ein einzelner Mensch nicht die Welt ändern, aber ich habe mir oftmals mehr Einblick in das Leben der Palästinenser gewünscht. Und ich fand es sehr verwirrend, dass Ahmed so über das Elend im Gaza-Streifen erstaunt ist.
Allerdings ist der Nahostkonflikt nicht das einzige Thema des Buches. Wie ein roter Faden zieht sich auch Ahmeds Liebe zu den Naturwissenschaften durch die Geschichte. Sie ist sein Weg aus dem Elend seines Heimatlandes und bietet ihm die Möglichkeit, seiner Familie zu helfen. Außerdem werden die Wissenschaften im Buch auch zu Friedensstiftern. Sie zeigen, dass man über alle geographischen, sexuellen und religiösen Grenzen hinweg Freundschaften schließen kann. Daraus ergibt sich das Hoffnungsvollste an diesem Buch: Freundschaft und Frieden sind hier möglich und es erscheint gar nicht so abwegig, dass die Menschheit vielleicht doch eines Tages aus Büchern lernt – hoffen kann man das zumindest!

Ich denke, was die Huffington Post geschrieben hat, stimmt: „[The Almond Tree is] an epic drama of the proportions of The Kite Runner, but set in Palestine.“ Ein unglaublich berührendes Buch, das ich nur empfehlen kann und welches viel mehr im Gespräch sein sollte. Also: lest es!

goldene_SterneÜber Michelle Cohen Corasanti:
Corasanti wurde Mitte der 1960er im Bundesstaat New York geboren. Mit sechzehn wurde sie von ihren jüdischen Eltern nach Israel geschickt, unter anderem um Hebräisch zu lernen. Dort machte sie ihren Abschluss in Nahostwissenschaften. Sie ist mittlerweile Anwältin für Menschenrechte. Der Junge, der vom Frieden träumte ist ihr erstes Buch.
Quelle: Buch, Website zum Buch (die Seite solltet ihr besuchen; Corasantis Biographie ist unglaublich interessant – ich konnte sie hier leider nicht komplett wiedergeben)

Weitere Meinungen zum Buch:

Kaufen könnt ihr das Buch beim Fischer Verlag und auf buecher.de

Rezension – Fremdes Land Amerika

Quelle: Ullstein
Quelle: Ullstein

Fremdes Land Amerika | Ingo Zamperoni | Ullstein | erschienen 2016
Hardcover: ISBN 978-3-550-08142-2 | 20.-€
E-Book: ISBN 978-3-843-71440-2 | 16.99€
Leseprobe

Ingo Zamperoni, unter anderem durch seine Arbeit als USA-Korrespondent des ARD zum USA-Kenner geworden, versucht mit diesem Buch eine Brücke zwischen Deutschland und Amerika zu schlagen. Er geht auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede ebenso ein, wie auf die Zukunft der deutsch-amerikanischen Beziehungen und wie sie sich in Zukunft verändern werden.

Ein Land, gefühlt auf Abwegen, verängstigt, orientierungslos – das Selbstbewusstsein der USA hat gelitten.
– 7% Kindle-Edition

Für Deutschland sind die deutsch-amerikanischen Beziehungen ein zentraler Bestandteil von Politik und Wirtschaft und auch zukünftig ein wichtiger Faktor. Wie in Amerika gewählt wird, betrifft die ganze Welt. Und nicht nur daran zeigt sich, dass amerikanische Angelegenheit sehr oft weltweit Auswirkungen haben. Dementsprechend wichtig erscheint es mir, sich über dieses Land zu informieren und auch, wie sich die Beziehungen dazu in Zukunft gestalten werden. Dieses Anliegen von mir hat nach der Wahl Trumps zum 45. US-Präsidenten an Dringlichkeit nur zugenommen.
Mit Fremdes Land Amerika hat man ein Buch in den Händen, dass es schafft, einen Überblick über aktuelle Ereignisse und Entwicklungen in den USA zu geben, dabei die Mentalität der Amerikaner besser zu erklären und doch auch die Beziehungen zwischen Deutschland und Amerika nicht aus den Augen zu verlieren.

Nachhaltige Veränderung beginnt im Kopf.
– 16% Kindle-Edition

Mir hat gut gefallen, dass Zamperoni auf viele Mechanismen in den USA, wie zum Beispiel das Wahlsystem, eingeht, denn oftmals erschließen sich diese nicht auf den ersten Blick, gleichzeitig haben sie aber große Auswirkungen auf das Land – das sieht man gerade wieder mit dem Wahlsystem und der aktuellen US-Wahl.
In diesem Zusammenhang geht er eben auch auf die Mentalitäten der Amerikaner ein, die uns eher selten einleuchten, sei es nun in Bezug auf Waffengesetze oder Obamacare. Ihm geht es aber nicht darum, aufzuzeigen, wo die Amerikaner (zumindest aus deutscher Sicht) an sich arbeiten müssten und wo die Unterschiede zwischen den USA und Deutschland liegen. Er zeigt auch viele Beispiele auf, an denen Deutschland sich orientieren und an sich arbeiten könnte und sollte – beispielsweise die höhere Bereitschaft zu spenden und in der Nachbarschaft zu helfen.
Ihm geht es vielmehr darum, die Gemeinsamkeiten zwischen den Ländern deutlich zu machen und dadurch auch deutlicher zu machen, dass wir auch in Zukunft und auch unter einem Präsidenten Trump zusammenarbeiten müssen. Anders sind internationale Krisen nicht in den Griff zu bekommen. Und auf Grundlage einer gemeinsamen Basis arbeitet es sich besser zusammen, als wenn man keinerlei Berührungspunkte hat.

Je verflochtener wir sind, desto sicherer leben wir. Lassen wir dagegen unsere Ängste vor der Bedrohung durch andere zu und schüre Isolationismus, können wir nur verlieren.
– 65% Kindle-Edition

Viele dieser Gemeinsamkeiten haben mich auch erschreckt, denn sie zeigen, dass in den Zeiten von Flüchtlingskrise und zunehmendem Nationalismus ein Rechtsruck, wie er sich mit der Wahls Trumps gezeigt hat, auch in Deutschland im Bereich des Möglichen liegt und wir sollten wohl erst einmal die Bundestagswahlen im nächsten Jahr abwarten, bevor wir über die Amerikaner urteilen.
Der für mich größte Pluspunkt liegt darin, dass Zamperoni immer wieder darauf eingeht, welche Auswirkungen wir in Deutschland spüren werden, bzw. wie wir auf aktuelle Entwicklungen reagieren. Dadurch wird nicht nur deutlich, wie sich Amerika verändert, sondern auch, inwiefern wir das zu spüren bekommen. In meinen Augen hat es sich allein dafür gelohnt, dieses Buch zu lesen. Nach der Wahl Trumps hat mich, wie wohl viele andere auch, besonders beschäftigt, inwiefern er wohl seine Wahlversprechen wahr machen kann und macht – und wie sich das auf uns auswirkt. Dieses Buch geht darauf zwar nicht explizit ein, schließlich war Trump zum Erscheinungstermin noch gar nicht gewählt, dennoch fühle ich mich nach dem Lesen beruhigter und vor allem besser informiert. Denn es zeigt, dass Trump nicht auf alles Einfluss hat und sich auch nicht ALLE amerikanischen Entwicklungen auf uns auswirken.
Obwohl der Fokus, wie gesagt, auf der deutsch-amerikanischen Beziehung liegt, richtet Zamperoni den Blick auch nach Asien, insbesondere China. Damit bekam ich zum einen das Gefühl, dass wirklich alles abgedeckt wird, was die Amerikaner gerade bewegt. Zum anderen habe ich nun das Gefühl, die Amerikaner doch ein Stückchen besser zu verstehen – nicht alles, was man auf der anderen Seite der großen Pfütze so treibt, aber doch die ein oder andere Sache mehr als vor der Lektüre.
Zamperoni gelingt zudem das Kunststück, viele trockene Fakten und sehr ernste Themen auf vergnügliche Art zu erzählen. Er garniert die Kapitel gerne mit Erlebnissen, die er gemacht hat. Einerseits hat dies natürlich die Sache aufgelockert, andererseits hat es mir auch gezeigt, dass die Themen, die er anspricht, wirklich viele Amerikaner betrifft. Denn ganz offensichtlich wird man in Amerika tagtäglich mit den unterschiedlichen Problemen und Angelegenheiten konfrontiert. Man merkt während des Lesens, wie die deutsch-amerikanischen Beziehungen letztendlich sehr persönlich für ihn sind (seine Frau ist Amerikanerin). Dadurch hebt sich das Buch von typischen Sachbüchern ab, denn auf einer persönlichen Ebene fühle ich mich eher angesprochen und kann mich auch leichter mit der Thematik identifizieren.

Wer sich über die aktuellen Entwicklungen in den USA informieren will und einen besseren Durchblick im Bezug auf das deutsch-amerikanische Verhältnis haben will, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

Wie wichtig sind uns die Umsetzung demokratischer Prinzipien, der Pressefreiheit, der Menschenrechte?
– 66% Kindle-Edition

5SterneÜber Ingo Zameroni:
Zamperoni wurde 1974 in Wiesbaden geboren. Nach dem Abitur leistete er seinen Zivildienst im Radio Klinikfunk in Wiesbaden und begann 1994 sein Studium. In Koblenz, Berlin und Boston studierte er Amerikanistik, Jura und Geschichte. Nach dem Master arbeitete er auch in Washington im ARD-Studio. Ab 2002 war er für den NDR als Reporter und Autor tätig, übernahm später auch erste Moderationen. 2012 wechselte er zu den Tagesthemen und wurde dort nach dem Ausscheiden Tom Buhrows zum regulären Moderator. Seit 2014 ist er als USA-Korrespondent für die ARD tätig, ab Herbst 2016 soll er die Moderation der Tagesthemen übernehmen.
Er ist mit einer Amerikanerin verheiratet, sie haben drei Kinder.
Quelle: Buch, Wikipedia

Kaufen könnt ihr das Buch beim Ullstein Verlag oder auf bücher.de


Vielen Dank an NetGalley und den Ullstein Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Rezension – Frigid

Quelle: Piper
Quelle: Piper

Frigid | Jennifer L. Armentrout | Piper | erschienen 2016
aus dem Amerikanischen: Frigid | Übersetzerin: Vanessa Lamatsch
Taschenbuch: ISBN 978-3-492-30985-1 | 9.99€
E-Book: ISBN 978-3-492-97529-2 | 8.99€
Leseprobe

Seit ihrer Kindheit sind Sydney und Kyler beste Freunde. Mittlerweile gehen sie zusammen auf’s College, aber während Sydney die Zeit gerne mit einem guten Buch verbringt, nimmt Kyler alles mit ins Bett, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Im alljährlichen Skiurlaub werden sie von einem Schneesturm überrascht und stecken zusammen in der Skihütte fest. Während Sydney und Kyler sich ihren Gefühlen zueinander stellen, merken sie, dass sie in Gefahr stecken. Denn mitten in dieser abgeschottenen Gegend und meilenweit von Hilfe entfernt, trachtet ihnen offenbar jemand nach dem Leben.

Bisher haben mich Jennifer L. Armentrouts Bücher noch nie im Stich gelassen. Wenn ich ein gutes, nicht zu anspruchsvolles Buch lesen will, dann greife ich bei ihr nicht daneben. So war es auch mit diesem hier, Frigid. Zwar war ich im ersten Augenblick verwirrt, da ich dachte, es wäre ein weiterer Teil der Wait for you-Reihe, dieser Band ist aber der in sich abgeschlossene erste Teil einer neuen Reihe, auch wenn sich die Cover sehr ähnlich sind.
Es gibt einige Dinge, die mir an diesem Buch gut gefallen. Zum einen stört mich schon länger an den Romanen aus dem NA-Genre, dass ihre Protagonisten offenbar eine traumatische Vergangenheit haben MÜSSEN. Ich habe schon ein Weilchen keinen YA- oder NA-Roman mehr gelesen, in dem keine Vergewaltigung, kein prügelnder Vater oder sonst etwas in die Richtung vorkam. Damit will ich nicht sagen, dass diese Themen nicht in Büchern vorkommen sollten. Aber erstens fand ich es zum größten Teil schlecht aufgearbeitet und zum anderen bekommt man langsam das Gefühl, dass man ohne ein Trauma gar nicht mehr glücklich werden kann. Umso besser hat es mir daher gefallen, dass es in Frigid um zwei ganz normale Menschen geht. Weder Sydney noch Kyler haben etwas erlebt, das über die ganz normalen Erfahrungen eines Jugendlichen und jungen Erwachsenen hinausgeht – gescheiterte Beziehungen, Herzschmerz, Alkohol; das übliche eben.

Sich neben einem knisternden Kaminfeuer zusammenrollen und ein gutes Buch lesen? Eher mein Ding.
– Sydney (14% Kindle-Edition)

Ein wirklich großer Pluspunkt des Buches ist Sydney. Sie ist eine Leseratte, ein zuckersüßes Mädel und ich konnte mich oftmals in ihr wiedererkennen. Oben genanntes Szenario wäre für mich der Inbegriff der Perfektion. Außerdem ist sie eher introvertiert und das merkt man auch. Ähnlich wie ich denkt sie viel über die Aussagen anderer nach, macht sich dabei das Leben oftmals auch schwerer als es eigentlich ist. Ich fand ihre Gedankengänge einnehmend und witzig – und konnte mich ständig darin wiedererkennen. Womit sie aber so richtig den Nagel auf den Kopf getroffen hat, war für mich dieser Kommentar:

Was ich jetzt brauchte, war ein richtig gutes Buch – eines mit Tonnen von Sex und Existenzängsten und einem absolut unglaubwürdigen Happy End, das dafür sorgte, dass ich die Story gleichzeitig liebte und hasste.
– Sydney (89% Kindle-Edition)

Mein „Buch für zwischendurch“, wenn ich einfach die Schnauze voll hab von der Welt und weder denken kann noch denken will, dann brauche ich solche Bücher. Dass dies in einem Buch vorkommt, hat mich gefreut. Ich schäme mich dieser „Abschalt-Bücher“ nicht. Aber es wird so perfekt in Worte gefasst, wie ich über die Bücher denke, dass sich Sydney damit zu einer meiner liebsten Protagonisten gemacht hat.
Ansonsten zeichnet auch dieses Buch aus, was die anderen Bücher von Jennifer L. Armentrout auszeichnet: es ist witzig, unterhaltsam und einfühlsam. Die Unterhaltungen zwischen Kyler und Sydney haben mich oft zum Lachen gebracht. Die große Vertrautheit zwischen den beiden, da sie sich schon von klein auf kennen, merkt man ihnen an und ich fand, sie wurde im Buch gut rübergebracht.
Außerdem ist dieses Buch aus zwei Perspektiven geschrieben, Kyler und Sydney kommen abwechselnd zum Zug. Auch das hat mir gut gefallen, da man sich so wirklich gut in beide einfühlen konnte und die Handlungen beider nachvollziehen konnte.
Allerdings ist es mir stellenweise doch zu kitschig geworden und auch das Ende, mit Kylers Tattoo, fand ich ehrlich gesagt ein bisschen lächerlich. Es wurde dann einfach zu viel des Guten.
Auch der weitere Spannungsbogen, der durch die Angriffe auf Sydney und Kyler eingebaut wird, erschien mir manchmal übertrieben und wäre nicht unbedingt nötig gewesen. Ich verstehe, warum Armentrout diesen für ihren Schluss gebraucht hat, aber hätte man die beiden nicht anders zusammenbringen können? Denn was vermeintlich für Spannung sorgen sollte, hat in meinen Augen eher dafür gesorgt, dass die Geschichte entschleunigt wurde.

Insgesamt konnte mich das Buch aber überzeugen und Sydney macht all die kleinen Minuspunkte schnell wieder wett.

5SterneÜber Jennifer L. Armentrout:
Jennifer L. Armentrout wurde 1980 in West Virginia geboren; heute lebt sie dort zusammen mit Ehemann und Hund. Ihr bisher größter Erfolg waren die Wait for you-Reihe unter dem Pseudonym J. Lynn, sowie die Lux-Reihe. Davor schrieb sie schon zahlreiche Young-Adult-Fantasy- und Liebesromane, die international erfolgreich waren.
Quelle: Website der Autorin

Weitere Meinungen zum Buch:

Kaufen kann man das Buch beispielsweise bei buecher.de

Rezension – Iran

Quelle: Penguin Books
Quelle: Penguin Books

Iran: Empire of the Mind | Michael Axworthy | Penguin Books | erschienen 2008
Taschenbuch: ISBN 978-0-141-03629-8 | £9.99
Leseprobe

Iran often appears in the media as a hostile and difficult country. But beneath the headlines there is a fascinating story of a nation of great intellectual variety and depth, and enormous cultural importance. A nation whose impact has been tremendous, not only on its neighbours in the Middle East but on the world as a whole – and through ideas and creativity rather than by the sword.
*Quelle: Penguin Books

Nachdem mich die Saladin-Biographie von John Man so begeistert hat, wollte ich unbedingt mehr über die islamische Welt erfahren. Denn wenn wir einmal ehrlich sind: wie viel wissen wir wirklich über den Islam? Und über islamische Länder? Natürlich, wo sie liegen. Und vermutlich noch, welche Probleme sie gerade wieder machen. Aber das zeigt doch schon, dass wir sie nur aus unserer Sicht betrachten und Maße anlegen, die man dabei nicht anlegen kann, weil sie einfach nicht passen. Man kann einen Staat, der eine gänzlich andere Kulturgeschichte erfahren hat nicht an den Maßstäben unserer Kulturgeschichte messen.
Daher finde ich es umso interessanter, quasi einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Und dazu gehört für mich, dass man sich über die Geschichte eines Landes informiert. Dieses Buch gibt einen richtig guten Überblick über die Geschichte des Irans und ist auch für Leser verständlich, die sich zuvor nicht damit beschäftigt haben. Er geht auf geopolitische Entwicklungen ebenso ein wie auf religiöse und widmet auch der iranischen Literatur ein ganzes Unterkapitel – schließlich sagt er im Titel, dass der Iran ein „Empire of the Mind“ ist.

You who are without sorrow for the suffering of others
You do not deserve to be called human
– Sa’di in seinem Werk Golestan, 1258 (S. 112)

Kleiner Einwurf: Wusstet ihr, dass über dem Eingang der UN in New York eine Zeile aus dem Golestan steht? Ich wusste es nicht, aber finde es toll!

Besonders überraschend fand ich hierbei immer, dass Jahrhunderte alte Lyrik auch heute noch Relevanz hat – und dass sie keineswegs nur auf die islamische Welt und ihre Gebräuche bezogen ist. Das obige Zitat lässt sich in Deutschland genauso gut anwenden  wie im Iran, den USA oder in Thailand.
Dabei geht es keineswegs nur um Moralisches und auch Politik spielt zwar in vielen, aber nicht allen Gedichten, die aufgezeigt werden, eine Rolle. Beispielsweise geht es in einem Buch von Naser-e Khosraw darum, sich selber zu lieben – und dieser Herr hat im 11. Jahrhundert gelebt.
Natürlich dreht sich viel um die politische Entwicklung. Wenn man eine so kurze Übersicht (das Buch hat nur 298 Seiten) über die lange Geschichte eines Landes geben will, dann muss man sich auf das Wichtigste beschränken. Und die Politik spielt nun einmal eine sehr wichtige Rolle.
Für mich ist ein Sachbuch, das die Geschichte eines Landes (teilweise) aufarbeitet, immer dann gelungen, wenn ich nach der Lektüre das Gefühl habe, die Menschen besser zu verstehen. Das ist hier der Fall. Ich verstehe jetzt besser, warum der Iran dem Westen so misstraut, bin diesem Gegenüber auch kritischer eingestellt, was den Umgang (auch in der Vergangenheit) mit aufstrebenden Staaten angeht.
Gut gefallen hat mir auch, dass Michael Axworthy zwar viele Handlungen des Iran, sowohl historische als auch aktuelle, zwar erklärt, aber nicht zwingend verteidigt. Und er zeigt auch auf, dass einige Handlungen nicht entschuldbar sind. Seiner Meinung nach schlummert in den Iranern und ihrem Land ein unglaubliches Potential, dass durch eine engstirnige und eigennützige Elite (S. 297) regiert und unterdrückt  wird.
Außerdem ist es ihm, zumindest bei mir, gut gelungen, Parallelen zwischen den Kulturen aufzuzeigen. Dadurch erscheinen Rituale und Bräuche weniger fremdartig und merkwürdig – oder zumindest nur so merkwürdig wie die eigenen Rituale und Bräuche.
Auch dieses Buch zeigt im übrigen wieder, dass die Menschheit äußerst selten aus der Geschichte lernt und sich die immer gleichen Dinge ständig wiederholen. Auf Seite 140 heißt es:

There were always hangers-on and pseudo-mullahs who could attract a following among the luti (unruly youths) of the towns by being more extreme than their more reflective, educated rivals.

Das dürfen wir gerade wieder in Amerika beobachten und auch der Aufstieg der AfD stellt nichts anderes dar (über das educated lässt sich streiten, aber reflective sind weder Trump noch die AfD).

Wer sich für die Geschichte des Irans und die Hintergründe einiger Konflikte im Nahen Osten interessiert, sollte sich dieses Buch unbedingt zulegen (es gibt es allerdings nur auf Englisch). Es bietet einen guten Überblick, geht auf alle wichtigen Themen ein, oder überladen zu wirken. Die englische Sprache bietet möglicherweise (vor allem ungeübten Lesern) Probleme, aber wenn man sich einmal eingefunden hat, ist es auch unterhaltsam.

The Achaemenid Empire was an Empire of the Mind, but a different Kind of Mind.
– Michael Axworthy, S. 24

5SterneKaufen kann man das Buch bei bücher.de


*Anmerkung: Normalerweise schreibe ich die Inhaltsangabe zu den Büchern, die ich rezensiere, selber. Hier hatte ich aber das Gefühl, dass ich es nicht besser (oder annährend so gut) hätte machen können, daher habe ich den Klappentext vom Verlag übernommen.

Rezension – Realitätsgewitter

realitaetsgewitter
Quelle: Aufbau Verlag

Realitätsgewitter | Julia Zange | Aufbau | erschienen 2016
Hardcover: ISBN 978-3-351-03658-4 | 17,95€
E-Book: ISBN 978-3-8412-1172-9 | 12,99€
Leseprobe

Marla wirkt wie das Musterbeispiel einer deutschen Studentin: Sex, Drogen, eher wenig Uni, dafür viel Party, den Lebensstil lässt sie sich von ihren Eltern finanzieren, zu denen sie ansonsten kein Verhältnis hat und eigentlich weiß sie nicht so genau, wohin mit sich. Doch plötzlich bekommt ihre Fassade Risse und Marla fragt sich, ob das eigentlich wirklich ihr Leben ist, so wie sie es haben will. Eine Reise in ihre Heimat führt sie schließlich nach Sylt – immer auf der Suche nach sich selbst.

Marla ist schnell zu einer dieser Protagonisten geworden, zu denen ich ein ambivalentes Verhältnis habe. Einerseits konnte ich mich stellenweise gar nicht in sie einfühlen. Ihr Lebensstil unterscheidet sich zu stark von meinem und auch viele ihrer Ansichten konnte ich nicht teilen. Beispielsweise verstand ich nicht, wieso sie sich von ihren Eltern aushalten lässt – eine Sache, die mir zutiefst zuwider wäre. Sie lebt besonders zu Beginn ein Leben, das für mich niemals das Richtige sein könnte. Die Menschen, die sie um sich schart, entsprechen so gar nicht den Menschen in meinem Freundeskreis.
Andererseits fiel es mir oft erstaunlich leicht, mich in sie einzufühlen. Ihre verzweifelte Suche nach Zuneigung kann einen vermutlich gar nicht kaltlassen und bei der Konfrontation mit ihrer Mutter hat sie mir unglaublich leid getan.
Der Schluss war mir zu schwammig. Als sie von Sylt nach Berlin zurückkehrt, ist sie verändert, fühlt sich anders. Mir hat sich aber nicht erschlossen, was diesen Wandel bewirkt hat. Sie wirkt auf mich durchaus anders, entschlossener, mit sich selber eher im Reinen, als hätte sie etwas überwunden. Mir gefällt diese Marla ehrlich gesagt besser. Aber warum sie sich nun verändert hat, das wurde mir nicht klar.
Zudem hatte ich immer das Gefühl, dass die Autorin mir unbedingt etwas sagen will, die Moral von der Geschicht‘ quasi. Gleichzeitig hatte ich auch das Gefühl, dass ich einfach nicht auf diese Moral komme und kommen werde. Und das hat mich mit einer leichten Frustration zurückgelassen. Natürlich kann man sich dadurch seine eigenen Gründe zusammenreimen und sich möglicherweise auch eher mit Marla identifizieren. Aber ich bin und war kein „Zwischen den Zeilen lesen“-Typ. Daher hat mir das ein bisschen sauer aufgestoßen.

Marla und ihr Leben bieten die Möglichkeit, sich mit ihr zu identifizieren – sie scheint von allem etwas mitzunehmen. Der Schreibstil ist gut zu lesen und mit 157 Seiten ist es auch kein übermäßig dickes Buch. So ganz überzeugen konnte es mich allerdings nicht.

Tatsächlich habe ich gerade gar keine Ahnung, wo ich hingehöre, wer ich bin, was ich mit meinem Leben machen soll, ob alles eine Lüge ist oder ob ich eine Lüge bin.
– Marla (14% Kindle Edition)

4Sterne

Über Julia Zange:
Zange wurde 1987 geboren und studierte in Berlin Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation. Ihr erster Roman, Die Anstalt der besseren Mädchen, erschien 2008. Außerdem veröffentlichte sie mehrere Kurzgeschichten.
Julia Zange ist auch als Schauspielerin tätig und debütierte als Hauptdarstellerin in dem Film Mein Bruder Robert, der 2017 erscheinen wird.
Quelle: Wikipedia

Live erleben kann man die Autorin am 17. und 24. November in Berlin. Mehr Infos dazu auf der Website des Aufbau Verlags.

Weitere Meinungen zum Buch:


Vielen Dank an NetGalley und den Aufbau Verlag für dieses Rezensionsexemplar!