
London Legends – Lass uns spielen | Kat Latham | LYX digital | erschienen 2017
aus dem Englischen: Tempting the Player | Übersetzerin: Michaela Link
E-Book: ISBN 978-3-7363-0502-1 | 6,99€
Schon seit Jahren sind Libby und Matt beste Freunde und obwohl es immer mal wieder funkt zwischen den beiden, weigern sie sich, ihre Freundschaft aufs Spiel zu setzen. Außerdem wünscht sich Libby einen ganz anderen Typ Mann. Als Pilotin hat sie ein Jetset-Leben und auch Matt, als professioneller Rugby-Spieler, ist kaum je zuhause. Doch als Matt Libby um Hilfe bittet, entwickelt sich daraus ein Experiment – und jetzt wollen und können sie einfach nicht mehr zurück zu „nur Freunde“.
Ehrlich gesagt bin ich an dieses Buch vor allem mit der Erwartung gegangen, eine locker leichte Unterhaltung für ein paar Stunden zu haben. Letztendlich bin ich zwar förmlich durch die Seiten geflogen, aber das lag nur teilweise an dem angenehmen Schreibstil, der leicht zu lesen ist. Hauptsächlich lag es daran, dass mich dieses Buch richtig positiv überrascht hat.
Seit meinem Jahr in England bin ich ein großer Fan des Landes. Ein persönlicher Grund, aus dem ich dieses Buch mochte, ist, dass mich viele Kleinigkeiten an Großbritannien erinnert haben und ich mich richtiggehend dorthin zurückversetzt gefühlt habe. Schon allein, dass im Buch ein Tee angeboten wird, wenn Gäste kommen oder die Protagonisten Tee statt Kaffee in sich hineinschütten – wie bekannt mir das vorkommt!
Hinzu kommen aber auch Protagonisten, die mich überzeugen konnten. Insbesondere Libby entspricht nicht wirklich der typischen „Heldin“ eines Liebesromans. Sie ist taff, eine Pilotin, die genau weiß was sie will, dafür hart arbeitet und schon viel erreicht hat. Entsprechend selbstbewusst ist sie. Sie braucht keinen Mann, um für sich zu sorgen. Gleichzeitig ist sie sehr sympathisch und mir schnell ans Herz gewachsen. Ihr Selbstbewusstsein sprengt nicht die Grenzen; insbesondere als sich die Sache zwischen Matt und ihr entwickelt, merkt man, dass sie ins Rudern kommt und nicht so genau weiß, was sie tun soll. Also keine über-selbstbewusste Frau, die exakt weiß was sie will und den Typen eigentlich auch schon in der Tasche hat, sondern eine, die auch mal ins Straucheln kommt und mit der man sich identifizieren kann.
Und dann ist da noch die Dynamik von den beiden, die sich in meinen Augen von vielen anderen Liebesromanen abhebt. Zum einen ist Libby sechs Jahre älter als Matt und – hallo – wann gibt’s das schon in den Romanen?! Ich fand es schön zu lesen, dass dies eine Sache ist, die Matt an ihr liebt. Selbstverständlich liebt er sie auch aus anderen Gründen und findet sie körperlich anziehen, aber ihre Ruhe und Gelassenheit ziehen ihn an und dazu trägt auch die Tatsache bei, dass sie ein bisschen älter ist als er. Außerdem sagt auch Matt über sie, dass sie erst auf den zweiten oder dritten Blick schön wirkt, keine „drop dead“-Schönheit ist, vor der die Männer auf die Knie fallen.
Außerdem merkt man, dass die beiden schon seit Jahren befreundet sind, denn sie kennen sich sehr gut und nehmen sich gegenseitig hoch, wie es nur gute Freunde können. Das ist echt witzig zu lesen und zum Charme des Buches beigetragen. Gleichzeitig schlägt das Buch immer wieder sehr ernste Töne an, die das Buch stellenweise herzzerreißend machen.
Im Buch geht es viel darum, Kompromisse zu finden und die eigenen Ängste zu überwinden. Die Probleme der beiden verschwinden nicht auf magische Weise, nur weil sie zueinander finden. Sie arbeiten zusammen daran, diese zu überwinden und wachsen dadurch zusammen. In Liebesromanen, besonders aus dem YA- und NA-Genre, ist mir in letzter Zeit immer mal wieder aufgefallen, dass in den Büchern mit dem Spaß nicht unbedingt aufgehört, nur weil eine Person, vorzugsweise das Mädel, nein sagt. Zu dem „consensual sex“ gibt es auch einen Haufen (englischsprachiger) Artikel, daher ist das etwas, worauf ich mittlerweile mehr achte. Das war hier nicht der Fall: Es wurde immer von beiden Seiten sehr deutlich gemacht, dass sie es wollen. Zwar werden auch hier Grenzen ausgetestet, aber doch immer zusammen und die Beziehung wächst daran.
Und obwohl zwischen den beiden nicht immer nur Friede, Freude, Eierkuchen herrscht, folgt das Buch nicht dem 0815-Schema von „verlieben – einer baut Mist – versöhnen“. Auch das war in meinen Augen ein Pluspunkt.
Insgesamt kann ich London Legends wirklich nur empfehlen. Es ist eine vergnügliche Lektüre, die mich positiv überrascht hat.
Sie war kein Preis oder Besitz, mit dem er angeben wollte. Sie war eine gute Freundin und wahrscheinlich noch mehr, und er würde sie nicht respektlos behandeln.
– Matt Ogden (36% Kindle-Edition)
Über Kat Latham:
Latham wurde in Kalifornien geboren und zog nach dem Uni-Abschluss nach Europa. Zunächst unterrichtete sie einige Jahre Englisch in Prag, danach arbeitete sie in London für eine humanitäre Organisation. Sie hat Abschlüsse in Englischer Literatur und Menschenrechte. Sie schreibt Liebesromane, besonders bekannt ist ihre London Legends-Reihe um ein Rugby-Team. Daneben schreibt und editiert sie für gemeinnützige Organisationen.
Zusammen mit ihrem britischen Ehemann und der gemeinsamen Tochter lebt sie in Holland.
Quelle: Kat Lathams Website
Kaufen könnt ihr das Buch beim Verlag oder auf buecher.de
Vielen Dank an NetGalley.de und den LYX Verlag/Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar!
Zum einen gibt es da
Zum anderen gibt es eine Challenge, über die ich erst heute gestolpert bin und an der ich auch unbedingt teilnehmen möchte: Die Frauen Lesechallenge. Initiatorin ist Anja vom Blog 


Ein deutsches Original einmal auf Englisch zu lesen (da ich es in good ol‘ England gefunden habe) hat auch einmal etwas. Das ist aber bestimmt nicht der Grund, warum es in dieser Liste auftaucht. Es geht um das Leben, die Liebe und ja, auch um Bücher. Die spielen eine große Rolle, aber überzeugen konnte mich das Buch vor allem durch seinen Schreibstil, die wunderbaren Unterhaltungen, die spürbare Liebe zu Büchern und Frankreich.
So gut wie in diesem Buch hat es bisher nur zwei andere geschafft, mir die Gedanken und Gefühle eines jüdischen Mädchens zur Zeit des Dritten Reiches näher zu bringen – und es ist das einzig fiktive. Es steht nicht auf einer Stufe mit den zwei anderen; das Tagebuch der Anne Frank sowie Rutkas Tagebuch von Rutka Laskier, das man auf dem Bild im Hintergrund sieht; da diese noch einmal ganz anderes Gewicht haben – allein aufgrund der Tatsache, dass sie nun einmal von ganz realen Personen handeln. Dennoch ist es eine beeindruckende Lektüre, die man lesen sollte, wenn man einen Einblick in den Aufstand im Warschauer Ghetto bekommen will.
Es ist für mich kaum zu glauben, dass ich über 19 Jahre gebraucht, um Roald Dahl für mich zu entdecken. Ich habe den Film Matilda mit Danny DeVito geliebt, aber in England bin ich erst darauf gekommen, was für großartige Bücher von Roald Dahl geschrieben wurden. Charlie and the Chocolate Factory durfte als erstes einziehen, ich habe fest vor, noch viele weitere Dahl-Bücher folgen zu lassen.
Selbstverständlich habe ich die Bücher um Harry Potter bereits gelesen – auf deutsch. In England habe ich dann den Beschluss gefasst, sie auch auf Englisch zu lesen, allerdings die illustrierten Ausgaben. So steht die selbe Geschichte, aber doch noch einmal ganz anders im Regal. In meinen Augen wurde eine richtiger guter Job bei der Illustration gemacht: nicht zu viele Bilder (sodass man die Fantasie noch schweifen lassen kann), aber auch nicht zu wenige (sodass man sich wunderbar in die Welt der Zauberer und Muggel einfühlen kann).
Im März gelesen, hielt ich es damals schon für ein Highlight des Jahres – und das ist es auch! Es ist so inspirierend über Lucio zu lesen. Dabei geht es nicht in erster Linie darum, gegen den Krebs anzukämpfen. Lucio weiß, dass er kaum eine Chance hat. Stattdessen versucht er, mit seiner Familie – und sich selbst – ins Reine zu kommen. Ich denke, am Schluss will er vor allem auf sein Leben zurückblicken und das Gefühl haben, ein gutes Leben geführt zu haben. Und das ist das Inspirierende an diesem Buch, denn ich denke, dass ich dieses Gefühl auch gerne hätte.
Ich habe in diesem Jahr Frankreich und seine Autoren für mich entdeckt und dieses Buch hat ganz entschieden dazu beigetragen. Es ist eine wunderbare Geschichte darüber, wie das Leben spielen kann. Es hat mich zu Tränen gerührt und zum Lachen gebracht – das gelingt nicht jedem Buch auf knapp 160 Seiten. Man kann sich so einfach mit Laurent und Laure identifizieren, denn sie sind einfach nur Menschen mit Fehlern, Problemen, Hoffnungen und Sehnsüchten, wie sie jedem von uns bekannt sein dürften.
Im Rückblick ist es eines der aufwühlendsten Bücher dieses Jahres. Ich hatte immer wieder Tränen in den Augen. Es vereint so viele traurige Themen, ohne dass es dadurch überladen wirkt und ohne dass es hoffnungslos wird. Im Grunde ist es ein sehr lebensbejahendes Buch, das zeigt, dass man die Hoffnung niemals verlieren sollte. Und es liest sich so schön, dass ich es quasi inhaliert habe.
Es fällt mir unglaublich schwer zu beschreiben, warum mich dieses Buch so sehr bewegt hat. Es spielt zur Zeit des Zweiten Weltkriegs, ist teils autobiographisch gefärbt. Vielleicht ist es die Tatsache, dass er durchgehend im Buch sehr naiv bleibt. Es ist, als würde man über ein Kind lesen – und das ist unendlich viel schwieriger, als über einen Erwachsenen zu lesen.
Über Laura Schroff:

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