Buchkauf

A bookcase is as good as a view, as much of a panorama as the sight of a city or a river.
There are dawns and sunsets in books – storms, fogs, zephrys.“
– Anatole Broyard

Gestern habe ich eine Regenpause genutzt (ja, wir sind über das Wochenende wieder einmal in den Genuss echten englischen Wetters gekommen) und habe den Bus nach Gloucester, die nächste etwas größere Stadt, genommen.
So leid mir die arbeitende Bevölkerung da immer tut, aber ich genieße es schon sehr, dass ein Großteil der Läden in Großbritannien auch sonntags geöffnet hat. So konnte ich die gelegentlichen Sonnenstrahlen nutzen und einen, im Großen und Ganzen trockenen, Einkaufsbummel machen. Neben ein paar kleinen „bits and bobs“, welche ich benötigt habe, sowie ein paar neuen T-Shirts (die letzten paar Wochen waren recht heiß und ich habe gemerkt, dass ich darauf nicht vorbereitet war), musste ein Besuch im Buchladen natürlich schon auch sein.

Letztendlich waren es zwei Buchladen, denn der Waterstones, meine englische Lieblingsbuchhandlungs-Kette, hatte mein eines, absolutes Wunschbuch leider nicht: die illustrierte Ausgabe von Harry Potter and the Philosopher’s Stone.

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Ich besitze bereits alle Harry Potter-Bände auf deutsch. Schon länger wollte ich sie endlich auch einmal in der Originalsprache lesen. Da nun die Bücher auch illustriert herausgebracht werden, dachte ich, dass dies die perfekte Möglichkeit ist. So habe ich, auch abgesehen von der Sprache, etwas neues. Es hätte mir nicht gefallen, Geld für die reinen „Textbücher“ auszugeben.


Das Buch ist mittlerweile gelesen und daher gebe ich hier noch kurz meinen Senf dazu ab. Mir hat es super gefallen (super wie in: groß geschrieben, mit 5 Millionen Us drin und 3 Millionen Ausrufezeichen hintendran).
Zum einen finde ich die Illustrationen toll. Es sind gerade genug, um ein richtig schönes Bild von der Zaubererwelt zu zeichnen und gleichzeitig nicht zu viele, um dass das Buch überladen wirkt. So wird doch noch einiges der eigenen Fantasie überlassen. Das fand ich besonders gut, da ich bisher nicht alle Harry Potter-Filme gesehen habe und auch nicht das dringende Verlangen verspüren, daran etwas zu ändern. Bisher haben mir immer die Bücher und meine eigene Fantasie gereicht und ich will mir das nicht komplett durch die Filme nehmen lassen.
Zum anderen ist natürlich auch die Geschichte an sich immer wieder schön zu lesen. Wieder einmal habe ich gemerkt, dass ich an immer den gleichen Stellen zu kichern anfange und bei immer den gleichen Stellen die Luft anhalte – das hat sich in den zehn Jahren seit dem ersten Lesen nicht geändert.


Um genau dieses Buch nun aber zu bekommen, ging es dann auch noch in den WH Smith, ebenfalls eine Kette, die allerdings mehr etwas von „Bücher-Discounter“ hat und mir deutlich weniger gut gefällt. Aber für Harry Potter mache ich da gerne mal eine Ausgabe 😉

Von Waterstones habe ich mir dafür eine tolle neue Jutetasche gekauft (auf dieser steht auch der Spruch oben), sowie drei weitere Bücher. Eines von Agatha Christie, eines von Terry Pratchett (das ist bei mir mittlerweile Standard: die Bücher sind weder besonders schwer, noch besonders teuer und daher kaufe ich immer eines, wenn ich eines sehe) sowie Naked Heat von Richard Castle.

 

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Meine gesamte „Ausbeute“

Letztendlich bleibt noch zu sagen: die 30£, die ich für Harry Potter hinblättern durfte, waren es absolut wert! Das Buch ist unglaublich schön gestaltet, von Zeichnungen, die eine Doppelseite in Anspruch nehmen, bis zu kleineren Zeichnungen, die nicht einmal ein Viertel der Seite für sich beanspruchen. Man merkt, dass es eine sehr hochwertige Ausgabe ist und dafür gebe ich gerne Geld aus.

Liebe Grüße,
Celina xx

Roman eines Schicksallosen

Quelle: Rowohlt

Roman eines Schicksallosen | Imre Kertész | Rowohlt | erstmals 1975 in Ungarn veröffentlicht
ISBN 978-3-499-22576-5 | 9,99€

Über Imre Kertész:
Kertész wurde 1929 in Budapest geboren. 1944 wurde er zunächst nach Auschwitz und von dort nach Buchenwald und letztendlich Zeitz deportiert. Nach der Befreiung im April 1945 kehrte er nach Budapest zurück. Nach dem Abitur arbeitete er als Journalist, später als freier Übersetzer und Schriftsteller. Dabei übersetzte er auch Werke von Nietzsche oder Sigmund Freud. 1953 lernte er seine erste Frau kennen, mit der er bis zu ihrem Tod zusammen war. 1960 begann er mit der Arbeit an Roman eines Schicksallosen. Es zählt zu den wichtigsten Werken über den Holocaust und verhalf ihm weltweit zu Ruhm. Ab 2001 lebte er zusammen mit seiner zweiten Frau in Berlin. Ein Jahr später erhielt er den Literatur-Nobelpreis für sein literarisches Gesamtwerk. Dazu zählen neben Roman eines Schicksallosen noch drei weitere Bücher, die sich um den Holocaust drehen und teilweise autobiografisch inspiriert sind. 2005 wurde Roman eines Schicksallosen verfilmt. 2012 zog Kertész aufgrund seiner Parkinson-Erkrankung nach Budapest zurück, wo er am 31. März 2016 starb.

In Roman eines Schicksallosen verarbeitet Kertész seine Zeit im Konzentrationslager. Aus der Sicht des 15-jährigen György werden Deportation, Selektion und der Alltag, das Überleben, im Konzentrationslager beschrieben. Dabei fehlt diesem Buch aber der Ausdruck von Abscheu und Ablehnung, den man von anderen Büchern zu dem Thema kennt und auch erwartet.

Im Klappentext zu diesem Buch steht:

Es gibt kein literarisches Werk, das in dieser Konsequenz […] der Perspektive eines staunenden Kindes treu geblieben ist.

Dieser Satz fasst recht gut zusammen, was dieses Buch von anderen Werken über den Holocaust, seien sie nun autobiografisch oder romanhaft, abhebt. Und diese Tatsache macht es ungleich schwerer, das Buch zu lesen. In diesem Buch wird eine Naivität von Seiten des Protagonisten weitergegeben, die manchmal schwer zu ertragen ist. Es ist eines der Bücher, die ich nicht am Stück durchlesen kann. Ich habe immer mal wieder Pausen gebraucht, um die Handlung zu verarbeiten. Besonders schwierig wird es dadurch, dass man als Leser ganz genau weiß, dass sich die Hoffnungen des Protagonisten zerschlagen werden. Und so möchte man manchmal in das Buch hineingreifen, ihn schütteln und ihm sagen, dass die Nazis ihre Versprechen nicht halten und dass eben nicht alles gut wird.

György findet immer eine Begründung für das Verhalten der Nazis und eine Argumentationskette, welche die Vorgänge im Lager auf kranke Art und Weise doch logisch erscheinen lassen. Es mangelt an der Empörung und dem Unverständnis, das man aus anderen Büchern über den Holocaust kennt.
Auch liegt sein Fokus weniger auf den Vorgängen im Lager, sondern mehr auf den Veränderungen, die er und seine Mithäftlinge durchlaufen. Wo zu Beginn noch ein lebensmutiger Jugendlicher den Weg in diese Hölle antritt, steht am Ende eine ausgemergelte Gestalt, die sich bei der Befreiung der Lager mehr darüber freut, dass es wie geplant etwas zu essen gibt, als über die wiedererlangte Freiheit. Diese vollständige Reduzierung auf Überlebensinstinkte erlebt man hierbei Schritt für Schritt mit. Im Nachhinein wirkt dieses sogar um einiges „wahrer“ als die Empörung, die man aus anderen Büchern über den Holocaust kennt. György scheint nicht die Energie zu haben, sich über die Ungerechtigkeiten, die er und seine Mithäftlinge erleiden müssen, aufzuregen.
Die Neue Zürcher Zeitung schreibt zu diesem Roman:

Gezielt entzaubert der Autor die Mythologie des Leidens, wenn er die komplexe Opfer-Täter-Dynamik herausarbeitet. Wo sie nicht religiös begründet ist, kommt die jüdische Selbstbeschwichtigung im Roman als Rationalisierung daher.

„Schöne Tage in Buchenwald“ von Andreas Breitenstein, NZZ vom 27. April 1996

Die „jüdische Selbstbeschwichtigung“ wird in Roman eines Schicksallosen perfektioniert. Zwar wird auch hier das Hadern mit dem Schicksal und die Unsicherheit der Deportierten über eben jenes dargestellt. Aber dies kommt eher von Seiten Dritter – Györgys Familie, Deportierte im Zug – und nicht vom Protagonisten selber. Er findet immer einen logischen Grund für das Handeln seiner Wärter und beruhigt sich damit selbst. Bis die Quälereien zu einer solchen Selbstverständlichkeit werden, dass er einer guten Behandlung misstrauisch gegenüber steht.
Vielleicht das Einzige, was dieses Buch mit anderen über den Holocaust zu tun hat: es wird wieder deutlich, dass man die Konzentrationslager nur durch Zufall überleben konnte.

Ich möchte mir bei diesem Buch fast nicht anmaßen, eine Bewertung abzugeben. Es ist ein unglaublich aufrüttelndes, nachdenklich machendes und, ja, auch verstörendes Buch über diese Katastrophe des 20. Jahrhunderts – und daher auch ein unglaublich wichtiges Zeitzeugnis. Und wie sollte es mir zustehen, darüber eine Wertung abzugeben. Ich tue es letztendlich trotzdem: weil es so wichtig ist und den Leser in seinen Bann zieht und mich auch jetzt noch nicht – fast einen Monat nach der Lektüre – losgelassen hat.

Bewertung: 5 von 5.

The Sons of Templar MC – Zusammengefasst

The Sons of Templar MC von Anne Malcom

#1: Making the Cut (Gwen & Cade)
#2: Firestorm (Amy & Brock)
#2.5: Outside the Lines (Macy & Hansen)
#3: Out of the Ashes (Mia & Bull)
#4: Beyond the Horizon (Lily & Asher)

Bei Kaddesschmöker habe ich eine wunderbare Rezension zu einem anderen Motorclub-Buch gelesen (HIER) und damit hatte mich ein Motorclub-Fieber gepackt. Auf Amazon bin ich auf diese Reihe aufmerksam geworden und Making the Cut hat mir so gut gefallen, dass ich im Laufe der letzten Wochen alle Bücher gekauft habe.
In meinen Augen gelingt es Anne Malcom herausragend, die Entwicklung der Gefühle darzustellen. So merkt man, wie sich nach und nach das Vertrauen zwischen den Protagonisten aufbaut und sie sich aufeinander einlassen. Dabei wandelt sich nie der Charakter von Grund auf. Die Biker bleiben nun mal Biker – aber sie lassen ihre Frauen hinter die harte Schale sehen.
Überhaupt sind die Charaktere toll: starke Frauen und Männer, die gerne zoffen, sich durchzusetzen wissen, aber doch auch mal nachgeben. An den Männern hat mir besonders der ausgeprägte Beschützerinstinkt gefallen. Der sorgt zwar immer wieder zu wütenden Partnerinnen, aber der hatte nun mal was 😉 Durchgehend ist der Autorin auch gelungen, wirklich einzigartige Personen zu schaffen. Zwar ähneln sich Männer und Frauen der Bücher in manchen Dingen, aber alles in allem sind sie doch einzigartig. Absoluter Pluspunkt: das merkt man oft sogar am Schreibstil der Autorin, der sich meiner Meinung nach in manchen Dingen in den einzelnen Büchern unterscheidet.
Hinzu kommt ein Sarkasmus und Witz, der mir teilweise die Tränen in die Augen getrieben hat vor Lachen. Die Schlagabtausche, welche sich die Paare liefern sind einfach zum darniederknien – besonders gelungen meiner Meinung nach bei Amy und Brock.
Ich beanspruche nicht für mich, Expertin für Motorclubs zu sein. Ehrlich gesagt bin ich vor den zwei Biker-Serien noch gar nie in Kontakt damit gekommen. Aber für mich war alles verständlich (nicht nur auf die Sprache bezogen) und in meinen Augen war es auch sehr realistisch. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass in irgendeinem Städtle in Amerika solche Biker ihre Runden drehen.

Mit dieser Reihe hält man ein Juwel unter den Indie-Büchern in den Händen. Toll geschrieben, glaubwürdige Handlung und durch eine gehörige Portion Waffen, Blut und Witz auch nie langweilig!

Zu Beyond the Horizon gibt es auf LovelyBooks eine Rezension von mir: HIER klicken.

Mehr Informationen (auch wo man die Bücher erhalten kann) auf der Website der Autorin: Anne Malcom

PS: Gerade habe ich festgestellt, dass Kaddesschmöker auch zu Making the Cut eine Rezension hat – sehr lesenswert. Dafür HIER klicken.

Five Little Pigs

Quelle: HarperCollins

Five Little Pigs | Agatha Christie | HarperCollins | erstmals erschienen 1942
ISBN 978-0-00-712073 | £7.99

Über Agatha Christie:
Agatha Christie wurde 1890 im britischen Torquay geboren und starb 1976 in Wallingford. Sie ist weltweit als die Queen of Crime bekannt und wird in den Verkaufszahlen ihrer Bücher nur von der Bibel und Shakespeare übertrumpft. Insgesamt schrieb Christie mehr als 60 Kriminalromane; daneben sind aber auch einige Kurzgeschichten und Bühnenstücke entstanden. Ihre berühmtesten Figuren sind Hercule Poirot und Miss Marple.
Quelle: Wikipedia

Caroline Crale wurde für den Mord an ihrem Ehemann verurteilt, sie soll ihn vergiftet haben.
Sechzehn Jahre später bittet ihre Tochter Hercule Poirot um Hilfe. Ihre Mutter, mittlerweile im Gefängnis verstorben, hatte ihr einen Brief hinterlassen und darin ihre Unschuld beteuert. Poirot soll nun ein für allemal klären, ob Caroline ihren Mann getötet hat. Letztendlich gab es noch fünf andere Personen, welche die Tat begangen haben könnten. Und während der ganzen Zeit geht Poirot ein Kinderreim nicht aus dem Kopf …

This little piggy went to the market,
this little piggy stayed home,
this little piggy had roast beef,
this little piggy had none,
and this little piggy went wee wee wee all the way home.
– englischer Kinderreim

Nachdem mich Black Coffee nicht wirklich überzeugen konnte, hat Agatha Christie mich mit diesem Buch wieder einmal völlig in Hercule Poirots Bann gezogen.
Dieser Fall unterscheidet sich insofern von anderen Fällen, die ich bereits gelesen habe, dass das Verbrechen 16 Jahre zurückliegt. Das hat aber Poirot wenig gestört, denn die Psychologie, auf die er seine Schlussfolgerungen aufbaut, hat sich nicht verändert.

So wird man wieder von der ersten Seite in einen Pageturner hineingezogen. Das hat wenig mit wilden Verfolgungsjagden zu tun, sondern mehr mit der Spannung, wie der kleine belgische Detektiv und seine „kleinen grauen Zellen“ wohl diesen Fall lösen werden. Auch in diesem Buch wird der Leser an der Nase herumgeführt, sodass die Auflösung eine Überraschung ist und bis zur letzten Seite bleibt. Gut gefallen hat mir allerdings, dass diesmal nicht nur Poirot die Anzeichen bemerkt, die darauf hindeuten, dass vor 16 Jahren nicht alles rundlief bei der Aufklärung.

Die Personen waren wieder glaubwürdig und realistisch dargestellt. Man konnte sie quasi vor sich sehen. Das finde ich immer wieder erstaunlich, wie Christie Klischees und Eigenarten vermischt, sodass eine einzigartige Persönlichkeit entsteht – und das unterschiedliche Personen in unterschiedlichen Büchern sich in dieser Hinsicht nie zum Verwechseln ähnlich sind.
Auch mit dem Schreibstil hatte ich in diesem Buch kein Problem. Ich komme, unvermeidbar, immer besser in das Englische hinein und mittlerweile machen mir auch die Bücher mit etwas altertümlicherem Englisch keine Probleme mehr.

„The people who do us most harm are the people who shield us from reality.“

– Cecilia Williams (S. 214)

LovelyBooks Lesesommer

Hallo ihr Lieben!

Vor einigen Tagen bin ich auf den LovelyBooks Lesesommer aufmerksam geworden. Veranstaltet wird dieser, der Name sagt’s ja schon, von LovelyBooks.

Zehn Wochen lang werden dabei von LovelyBooks Aufgaben gestellt und Bücher verlost. Mit den anderen Teilnehmern kann man sich dann austauschen, Tipps teilen und sich über neue Entdeckungen (und möglicherweise Buchgewinne 😉 ) freuen.

Ich habe eine Aktionsseite auf dieses Blog eingerichtet (HIER) und werde hauptsächlich dort Updates einstellen. Ansonsten bin ich natürlich bei LovelyBooks zu finden (HIER). Die erste Aufgabe will ich aber auch in diesem Beitrag mit euch teilen: unsere Leseliste für die nächsten zehn Wochen erstellen.

Ich bin im Allgemeinen ein recht spontaner Leser. Daher habe ich mir nun 15 Bücher zusammengesucht, welche ich in diesem Zeitraum unbedingt lesen will. Da ich damit rechne, tatsächlich mindestens das doppelte zu lesen, habe ich so noch genügend Spielraum, um mich auch anderweitig auszutoben.

  1. Terry Pratchett: The Colour of Magic
  2. Agatha Christie: Five Little Pigs
  3. Hiram Bingham: Lost City of the Incas
  4. Agatha Christie: Black Coffee
  5. Agatha Christie: Peril at End House
  6. Ilija Trojanow: Der entfesselte Globus
  7. Thomas Montasser: Ein ganz besonderes Jahr
  8. Agatha Christie: Die großen Vier
  9. Donna Leon: Die dunkle Stunde der Serenissima
  10. Becca Fitzpatrick: Engel der Nacht
  11. Kresley Cole: Endlose Nacht
  12. Jules Verne: Reise nach dem Mittelpunkt der Erde
  13. Paul Gannon: Colossus. Bletchley Park’s Greatest Secret
  14. Agatha Christie: Murder on the Links
  15. Ilija Trojanow: Der Weltensammler

Nehmt ihr auch am LB Lesesommer teil? Ihr könnt mir gerne euren Beitrag/LovelyBooks-Profil verlinken, dann schaue ich einmal vorbei 🙂

Auf einen tollen Sommer!
Celina xx

Black Coffee – Kurz gefasst

Quelle: HarperCollins

Black Coffee | Agatha Christie; Romanisierung: Charles Osborne | Harper Collins | erstmals erschienen 1998
ISBN 978-0-00-651137-3| £7.99

Über Agatha Christie:
Agatha Christie wurde 1890 im britischen Torquay geboren und starb 1976 in Wallingford. Sie ist weltweit als die Queen of Crime bekannt und wird in den Verkaufszahlen ihrer Bücher nur von der Bibel und Shakespeare übertrumpft. Insgesamt schrieb Christie mehr als 60 Kriminalromane; daneben sind aber auch einige Kurzgeschichten und Bühnenstücke entstanden. Ihre berühmtesten Figuren sind Hercule Poirot und Miss Marple.
Quelle: Wikipedia

Sir Claud Amory’s revolutionary new formula for a powerful explosive is stolen. Locking his house-guests in the library, Sir Claud switches off the lights to allow the thief to replace the formula, no questions asked. When the lights come on, he is dead, and Hercule Poirot and Captain Hastings have to unravel a tangle of family feuds, old flames and suspicious foreigners to find the killer and prevent a global catastrophe.
Quelle: HarperCollins

Agatha Christie schrieb ursprünglich ein Theaterstück mit dem Namen Black Coffee, das erst deutlich später von Osborne in Romanform gebracht wurde. Leider merkt man dies dem Buch zu oft an. Zum einen lässt es die Spannung missen, die ich aus anderen Agatha Christie-Büchern kenne. Obwohl hier keine wilden Verfolgungsjagden stattfinden, fiebert man mit: man möchte nun einmal unbedingt wissen, wer denn nun der Täter ist – und lässt sich dabei regelmäßig von Christie an der Nase herumführen. Es macht einfach einen Reiz der Bücher aus und dieser ging hier leider verloren. Es ist von Anfang einfach zu offensichtlich, wie dieses Buch enden wird.


Zum anderen konnte ich Poirot in diesem Buch nicht wirklich wiedererkennen. Zwar trägt er noch immer sein überragendes Selbstbewusstsein zur Schau und legt noch genauso viel Wert auf Ordnung. Allerdings erschien er mir hier um einiges hochnäsiger und versnobter, als das normalerweise der Fall ist. Zudem hat er sich auch die ein oder andere Verhaltensweise angeeignet, die vorher nie vorkam und mich gestört hat.
Natürlich kommt trotzdem regelmäßig durch, dass dieses Buch auf Agatha Christies Einfällen beruht. Der Hergang dieses Falls ist ziemlich genial und auch, wie er letztendlich aufgelöst wird, hat mir gefallen.

Mein Lesemonat Mai

Guten Abend ihr Lieben!

Ich kann es ehrlich nicht glauben, dass der Mai schon vorbei ist. Die ersten fünf Monate gingen so schnell rum!
Auch in diesem Monat hat sich die Zahl meiner gelesenen Bücher verringert. Dennoch hatte ich das Gefühl, besser gelesen zu haben. Nachdem ich beschlossen habe, es ein wenig ruhiger angehen zu lassen und mich beim Lesen nicht zu stressen, sind es ein paar Bücher weniger geworden als im April und auch ein paar Seiten weniger. Aber mir hat dieser Lesemonat gut gefallen.

  • Making the Cut von Anne Malcom > 4 Sterne
  • Desertion von River Savage > 4 Sterne
  • Fire Storm von Anne Malcom > 4 Sterne
  • Out of the Ashes von Anne Malcom > 5 Sterne
  • Outside the Lines von Anne Malcom > 4 Sterne
  • Die volle Wahrheit von Terry Pratchett > 4 Sterne
  • Ein Engel für Lord Farlington von Rona Morten > 3 Sterne
  • Beauty and the Boss von Diane Alberts > 4 Sterne
  • 84, Charing Cross Road von Helene Hanff > 4 Sterne
  • Talking Dirty with the CEO von Jackie Ashenden > 4 Sterne
  • The Little Paris Bookshop von Nina George > 5 goldene Sterne
  • Talking Dirty with the Player von Jackie Ashenden > 4 Sterne
  • Talking Dirty with the Boss von Jackie Ashenden > 4 Sterne
  • The Heist von Janet Evanovich und Lee Goldberg > 5 Sterne
  • Die kleinen Momente von Miriam Steyer > 3 Sterne
  • The Mystery of the Blue Train von Agatha Christie > 5 Sterne
  • Parisians von Graham Robb > 4 Sterne
  • The Great Gatsby von f. Scott Fitzgerald > 5 Sterne
  • Bound by Duty von Cora Reilly > 4 Sterne
  • Bound by Hatred von Cora Reilly > 4 Sterne

Ich habe damit noch sieben Rezensionen für Einzelbücher geplant. Außerdem will ich für die The Sons of Templar MC-Reihe von Anne Malcom, die Talking Dirty-Reihe von Jackie Ashenden und die Born in Blood Mafia Chronicles von Cora Reilly jeweils eine zusammenfassende Rezension der Serie machen.

In diesem Monat habe ich für ein Buch fünf goldene Sterne vergeben, für The Little Paris Bookshop. Es war in diesem Monat mein absolutes Lieblingsbuch und ich weiß jetzt schon, dass es auch eines meiner Lieblingsbücher des Jahres wird.
Am wenigsten gefallen hat mir Die kleinen Momente von Miriam Steyer. Es konnte mich nicht überzeugen und hat auch das Potential der Idee nicht voll ausgeschöpft.

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Quelle: Abacus

Insgesamt hat das 5.582 Seiten ergeben, ca. 180 Seiten pro Tag. Das waren zwei Bücher und fast 2.000 Seiten weniger als im letzten Monat. Vier der 20 Bücher waren auf deutsch, der Rest war englisch. Und durchschnittlich habe ich 4,2 Sterne vergeben – ein richtiger guter Monat also!

Wie war euer Monat in buchiger Hinsicht? Und habt ihr eines der Bücher schon gelesen?

Liebe Grüße,
Celina xx

Die kleinen Momente – Kurz gefasst

Quelle: Forever
Quelle: Forever

Die kleinen Momente | Miriam Steyer | Forever | erschienen 2015
ISBN 978-3-95818-046-8 | 2.99€
Leseprobe

Über Miriam Steyer:
Miriam Steyer wurde im Jahr 2000 geboren und lebt in Heppenheim, wo sie das Gymnasium besucht. Die kleinen Momente ist ihr erster Roman. Solange sie mehr Ideen hat, möchte sie weiterschreiben, da es ihr so viel Freude bereitet.
Quelle: Die kleinen Momente

Eines Tages fällt Henri Dupont in dem kleinen Pariser Fotogeschäft “Les petits moments” – “Die kleinen Momente” ein Foto in die Hände, das im Automaten vergessen wurde. Er verliebt sich sofort in die hübsche Frau mit den dunklen Haaren und dem bezaubernden Lächeln. Henri behält das Foto und macht sich mithilfe von Freunden, Nachbarn und Fremden quer durch Paris auf die Suche nach der schönen Unbekannten. Und wie durch ein Wunder findet er sie – doch ist da vielleicht schon alles zu spät?

Bei NetGalley bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden – insbesondere auf den Klappentext, der mich sehr angesprochen hat. Daher habe ich ehrlich gesagt wenig auf den Bravo Girl!-Aufdruck geachtet, der auf dem Cover zu sehen ist. Allerdings kann man sich anhand dessen fast schon denken, was einen erwartet und bekommt, in diesem Fall, auch ganz genau, was man erwartet.
Die Idee finde ich super. Allerdings merkt man während des Lesens eigentlich immer, dass dieses Buch ein Debüt ist und zudem von einem recht jungen Menschen stammt. Rechtschreibfehler gab es zwar keine, aber die Sprache war recht einfach gehalten. Außerdem ging es mir teilweise zu schnell und wurde auch ein wenig zu kitschig. Dieses kleine Büchlein ist einfach sehr vorhersehbar und wird, meiner Meinung nach, zu stark von Zufällen bestimmt.
Man hätte aus der ursprünglichen Idee so viel mehr machen können und ich hatte auch einiges mehr erwartet – selbst dann noch, als ich endlich auf den Bravo Girl!-Aufdruck geachtet habe. So wurden meine Erwartungen enttäuscht. Zugute halten muss man dem Buch allerdings, dass es mich dennoch für ein paar Stunden unterhalten hat und mit kleinen Schätzen aufwarten konnte, wenn es um Paris in der Weihnachtszeit ging.

3Sterne


Vielen Dank an NetGalley.de und Forever für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplars!

Entschleunigung

Hallo ihr Lieben!

In den Zeitungen gibt es manchmal diese Artikel, die mit „In eigener Sache“ betitelt sind. Das hier wird so ein „Artikel in eigener Sache“.

Seit ein paar Monaten bin ich mittlerweile auch bei Twitter vertreten und bekomme mit, wie immer mal wieder ein(e) Buchblogger(in) eine Pause macht vom Bloggen. Da sind die unterschiedlichsten Gründe für diese Entscheidung mit dabei und bei vielen hört man heraus, dass Lesen und Bloggen zu einem „Muss“ wird. Bei mir ist das nicht der Fall und ich will mit diesem Beitrag auch keine Blogpause einläuten.
Nur haben mich die Diskussionen auf Twitter sowie Beiträge der „Betroffenen“ über mein Blog nachdenken lassen. Für mich wurde auf keinen Fall das Lesen zum Muss. Ich liebe es, zu lesen, ich trage auch immer noch ständig ein Buch mit mir herum und finde doch immer mal wieder eine Möglichkeit, ein paar Seiten zu lesen. Mir wurden aber im Lauf der letzten Woche die Aktionen zur Last. Ich habe mir selber den Druck gemacht, dass ich daran jetzt teilnehmen muss/sollte. Gleichzeitig hat es mich an meinem eigenen Blog genervt, dass es Wochen gab, in denen es sich teilweise nur mit Aktionen gefüllt hat und kein richtig Inhalt (aka Rezensionen) hinzukam.

Und dann bin ich auf die Leseprojekte von Kaffehaussitzer gestoßen. Damit hat er einer Idee, die schon länger in meinem Kopf herumgeistert, einen Namen gegeben. Uwe vom Blog Kaffeehaussitzer (dieses Blog ist übrigens richtig toll und wer es noch nicht kennt, sollte unbedingt mal vorbeischauen!) hat die Idee „Leseprojekt“ so erklärt:

Die Leseprojekte […] sind thematisch zusammengestellte Titellisten. Oft ergibt sich spontan oder durch aktuelle Zusammenhänge ein Thema, mit dem ich mich näher befassen möchte, und dann suche ich mir Literatur zusammen – die Anregungen stammen aus dem heimischen Buchregal, aus den Buchhandlungen meines Vertrauens, es sind Tipps befreundeter Literaturblogger und vieles mehr, egal ob Belletristik oder Sachbücher. Ein solches Leseprojekt dauert lange; viele Monate oder länger, es geht dabei vor allem um die inhaltliche Klammer, mit der die zusammengestellten Bücher in einen Kontext gestellt werden, um sich intensiver mit einem Thema auseinanderzusetzen.
Kaffeehaussitzer

Das hat in meinem Kopf den letzten Anstoß gegeben, um ein bisschen was an meinem Blog zu ändern. So wird die Seite Aktionen in den nächsten Tagen verschwinden und ich werde stattdessen eine Seite zu meinen Leseprojekten einrichten. In Zukunft werde ich Aktionen Aktionen sein lassen und mich mehr auf das konzentrieren, was mir wichtig ist: Rezensionen. Es wird zwei- bis dreimal pro Woche einen neuen Beitrag geben. Dieser Plan steht jetzt zumindest bis Ende September. Denn ab Oktober beginne ich mit meinem dualen Studium und dieses Blog wird dann erst einmal zurückstehen müssen. Denn letztendlich ist und bleibt es ein Hobby und hat auf keinen Fall Vorrang vor meinem Studium und Beruf.

Insgesamt wird es hier also um einiges entschleunigter zugehen – ehrlich gesagt freue ich mich darauf.

Liebe Grüße,
Celina xx

The Heist – Kurz gefasst

The_Heist
Quelle: Headline Review

The Heist | Janet Evanovich/Lee Goldberg | Headline Review | erschienen 2013
ISBN 978-1-4722-0175-1 | £7.99

Klappentext:
FBI Special Agent Kate O’Hare is known for her fierce dedication and discipline on the job, chasing down the world’s most wanted criminals and putting them behind bars. Her boss thinks she is tenacious and ambitious; her friends think she is tough, stubborn, and maybe even a bit obsessed. And while Kate has made quite a name for herself, for the past five years, the only name she’s cared about is Nicolas Fox — an international crook she wants in more ways than one.
Audacious, handsome, and dangerously charming, Nicolas Fox is a natural con man, notorious for running elaborate scams on very high-profile people.
But just when it seems like Nicolas Fox has been captured for good, he pulls off his greatest con of all: he convinces the FBI to offer him a job, working side by side with special agent Kate O’Hare.
Teaming up to stop a corrupt investment banker will lead O’Hare and Fox to exotic locations, high speed chases and pirate-infested waters … if they don’t kill each other first.
Quelle: Janet Evanovichs Website & Buch

Dieses Buch war ein absoluter Glücksgriff in der örtlichen Bücherei! Ein rasanter Krimi, der mit unglaublich viel Witz aufwartet. Die Dinge, die O’Hare und Fox abziehen sind gleichzeitig so realistisch, dass man sich fragt, ob das wohl vorher schon einmal jemand gewagt hat, so fesselnd, dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann, und so lustig, dass man sich teilweise kugeln könnte.
Dazu tragen insbesondere die zwei Hauptpersonen bei, die immer wieder aneinander geraten. Schließlich will jeder das letzte Wort haben und nachgeben kommt bei keinem von beiden im Wortschatz vor. Beide sind sehr zielstrebig und intelligent, aber während Nick Fox sich immer recht entspannt gibt, kann Kate O’Hare nicht lockerlassen, auch nicht in ihrem Privatleben. Wenn ihr beißender Witz auf seine Ironie trifft, ergibt das eine explosive Mischung, die Spaß macht, zu lesen. Und wenn dann noch ahnungslose Dritte hinzu kommen, kann man nur Spaß an diesem Buch haben.

5Sterne