The Little Paris Bookshop

Quelle: Abacus
Quelle: Abacus

The Little Paris Bookshop | Nina George | Abacus | erschienen 2013
ISBN 978-0-349-14037-7 | £8.99

Über Nina George:
Die Autorin wurde 1973 in Bielefeld geboren, verließ 1991 vor dem Abitur die Schule und machte eine journalistische Ausbildung. Nebenbei arbeitete sie in der Gastronomie. 1997 erschien ihr erstes Buch Gute Mädchen tun’s im Bett, böse überall. Die Idee dazu kam ihr, nachdem ein Kneipen-Gast sich ihr gegenüber besonders aufdringlich verhalten hatte. Seit 1993 ist sie als Journalistin und freie Schriftstellerin tätig.
Sie schreibt auch unter dem Pseudonym Anne West und ihrem Ehenamen Nina Kramer. Zusammen mit ihrem Ehemann schreibt sie unter dem Namen Jean Bagnol. Bisher hat sie mehr als 20 Bücher unter den verschiedenen Namen veröffentlicht.
Quelle: Wikipedia

Auf einem Boot auf der Seine hat Jean Perdu seine literarische Apotheke eröffnet. In diesem Buchladen verkauft er seinen Kunden Bücher, die deren Seele zu ein wenig Frieden verhelfen. Das funktioniert immer – außer bei ihm selbst. Als dann auch noch ihm gegenüber eine neue Nachbarin einzieht und sein Leben durcheinander wirbelt, animiert dies Perdu dazu, Paris zu verlassen (samt Buchladen und einem Autoren, der vor seinen Fans und seinem Verleger flieht) und sich auf die Suche nach der Liebe seines Lebens zu machen.

Vor ein paar Tagen hat Lotta vom Blog Lottas Bücher auf Tumblr geschrieben: „Kennt ihr das? Dieses Gefühl, wenn ihr ein neues Buch anfangt und ihr euch sofort wie zu Hause fühlt? Solche Bücher sind mir von Anfang an immer die liebsten.“ Obwohl sie sich auf ein anderes Buch bezog, hat sie damit sehr genau in Worte gefasst, wie ich mich gefühlt habe, als ich angefangen habe, dieses Buch zu lesen. Es ist eine unglaublich berührende Geschichte, die sich eröffnet. Und obwohl sie einige ernste Themen behandelt und von einer deutschen Autorin stammt, wird trotzdem der Flair Frankreichs und seiner Bewohner auf schöne und in Erinnerung bleibende Weise wiedergegeben.
Nina George hat in dieses Buch einige Themen gepackt, ohne dass es jemals überladen wirkt. Über allem steht es, zu leben. Eine Kundin sagt in dem Buch einmal zu Perdu:

„I’ve often wondered why people don’t write more books about living. Anyone can die. But living?“
– „The Grandma“ (S. 21)

Mit The Little Paris Bookshop hat man ein Buch in der Hand, das genau davon handelt: dem Leben. Es berichtet von den Freuden des Lebens und es ist eine Geschichte davon, sein Leben auch wirklich zu leben, alles zu genießen, was es zu bieten hat: Freundschaft, Liebe, Bücher, tanzen, Sterne am Himmel zählen, gutes Essen, ja, auch mit einem geliebten Menschen zu schlafen und noch Millionen andere Dinge, die das Leben lebenswert machen. Teilweise waren es die kleinsten Nuancen, die in diesem Buch den Unterschied gemacht haben.
Aber es geht eben auch um die traurigen Seiten, insbesondere um den Verlust eines geliebten Menschen. Und das hat Nina George auf sehr außergewöhnlich Art verarbeitet: mit viel Feingefühl, aber doch auch immer dem Fokus darauf, dass das Leben weitergeht. Damit hat sie mir regelmäßig Tränen in die Augen getrieben.
Sehr gut gefallen hat mir auch, dass die Leidenschaft Perdus für Bücher auf sehr ansprechende Weise wiedergegeben wird. Sie ist in vielen seiner Aktionen zu spüren – und geht Hand in Hand mit seiner Zuneigung für Kunden, denen es genau so geht. Besonders gut fand ich, dass ich mich hierin wirklich wiederfinden konnte. Mir passiert es oft, dass ich Bücher über die Leidenschaft zu Büchern lese (vor kurzem beispielsweise 84, Charing Cross Road von Helene Hanff) und mir unglaublich klein vorkomme. Da geht es um Klassiker (die ich zum größten Teil noch nicht gelesen habe) und Lyrik (die mich noch nie wirklich gereizt hat) und alles andere wird als ein Stück weit „verpönt“ dargestellt. In The Little Paris Bookshop ist das nicht der Fall. Es geht um die Liebe zu Büchern der Bücher wegen – ob das nun Gregs Tagebuch oder Jane Austen ist, spielt keine Rolle. Und ich halte das für wichtig. Letztendlich ist es erst einmal wichtig, dass überhaupt gelesen wird. An anspruchsvolle Lektüre kann man sich ja langsam herantasten.

Meiner Meinung nach ist dieses Buch ein kleines Plädoyer dafür, niemals zu vergessen, dass Schicksalsschläge nicht unser ganzen Leben bestimmen sollten. Es gibt immer einen Grund, weiter zu machen. Es geht auch darum, über sich selbst hinauszuwachsen und einmal aus der eigenen kleinen Wohlfühl-Blase hinauszugehen, über den Tellerrand zu schauen, sich etwas zu trauen. Und es geht um die Liebe zu Büchern, die einen durch jede Lebenslage bringen können – wenn man es nur will.

„Never listen to fear! Fear makes you stupid.“
– Jean Perdu (S. 122)

goldene_Sterne

Prinzessin wider Willen

Quelle: Brendow Verlag
Quelle: Brendow Verlag

Prinzessin wider Willen | Rachel Hauck | Brendow | erschienen 2015
ISBN 978-3-86506-732-6 | 14,95€

Über Rachel Hauck:
Hauck wurde 1960 in den USA geboren. Sie hat Journalismus in Ohio studiert und arbeitet seit 2004 als Vollzeit-Autorin. Mit ihrem Buch Vier Frauen und ein Hochzeitskleid erreichte sie Platz 2 der New York Times Bestseller Liste. Neben dem Schreiben ist sie auch ein riesiger Football-Fan.
Rachel Hauck lebt in Florida.
Quelle: Amazon, Website der Autorin

Regina Boswick hat sich einen Traum erfüllt, ihren Job als Wirtschaftsprüferin gekündigt und restauriert zusammen mit Freunden Autos. Doch eines Tages steht ein gutaussehender Fremder vor ihr, der ihr ganzes Leben durcheinanderwirbelt. Tanner Burkhardt ist angereist, um ihr mitzuteilen, dass sie Thronerbin des Herzogtums Hessenburg ist. Für Tanner ist die Aufgabe, die er übertragen bekommen hat, unglaublich wichtig. Denn davon, Regina zu überzeugen, die Thronfolge anzutreten, hängt nicht nur seine Karriere, sondern die Zukunft seiner Heimat ab.

Als ich den Klappentext zu diesem Buch gelesen habe, dachte ich, so etwas wie den Film Plötzlich Prinzessin mit Anne Hathaway erwarten zu dürfen – lustig, ein bisschen aufmüpfig und eine leichte Lektüre. Letztendlich hat sich keines dieser Dinge wirklich bewahrheitet.
Das Buch ist eine Mischung aus wahren Geschehnissen, wie beispielsweise der Erste Weltkrieg, und Erfundenem, zu dem auch das europäische Herzogtum Hessenburg und dessen Geschichte gehören. In großen Teilen ist es der Autorin sehr gut gelungen, Phantasie und Realität logisch zu verknüpfen. Teilweise hatte ich aber das Gefühl, dass Dinge noch nicht ausgereift waren.
Die Probleme gingen damit weiter, dass ich mit den Personen nie ganz warm wurde. Das war für mich merkwürdig, da mir Regina an und für sich recht sympathisch war. Für sie gesprochen hat schon einmal die Tatsache, dass sich nicht einfach in dieses Abenteuer begibt. Sie denkt über ihre Entscheidung nach, was schon erstaunlich war, schließlich winkt der Traum eines jeden Mädchens: Prinzessin zu sein. Aber ich fand es gut, schließlich zieht sie quasi auf die andere Seite der Welt. Wer darüber nicht gründlich nachdenkt, wäre in meinen Augen verrückt und sicher nicht geeignet, ein Herzogtum anzuführen, auch kein fiktives.
Dennoch konnte ich mich nicht wirklich in sie und die anderen Personen einfühlen. Damit werden zwei der größten Kritikpunkte zu tun gehabt haben. Zum einen wurde mir das Buch ganz oft ganz eindeutig zu kitschig. Besonders die Liebesgeschichte zwischen Regina und Tanner (sind wir mal ehrlich: es war doch klar, dass es dazu kommt) ist einfach schmalzig. Zum anderen liegt ein starker Fokus auf Glaube und Religion. Ich bin kein gläubiger Mensch und hatte es einfach nicht erwartet. So hat es mich schon gestört, dass letztendlich das ausschlaggebende Argument für die Prinzessinen-Rolle „Gott will es so“ war. Ich verstehe durchaus, dass es für einige ein absoluter Pluspunkt wäre, aber mir wurde das irgendwann zu viel und ich habe das Stöhnen angefangen, sobald in einem Satz auch nur das Wort „Gott“ aufgetaucht ist.
Eher marginal war letztendlich, dass auch der Humor mich nicht überzeugen konnte, sondern im Gegenteil oft gezwungen gewirkt hat.

Prinzessin wider Willen konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen. Es gab einfach zu viele kleine störende Punkte, die sich aufaddiert haben und mir den Spaß an diesem Buch verdorben haben.

Eine Prinzessin definiert sich nicht alleine durch ihren Titel, sondern dadurch wie sie lebt.
– Alice von Hessenberg (Kindle Pos. 3090)

3Sterne

Alice im Wunderland – Kurz gefasst

Cover des Originalmanuskripts Quelle: Wikipedia
Cover des Originalmanuskripts
Quelle: Wikipedia

Alice im Wunderland | Lewis Carroll | erstmals 1865 erschienen

Über Lewis Carroll:
Lewis Carroll (eigentlich Charles Lutwidge Dogson), geboren 1832 in Daresbury/England, war Dozent für Logik und Mathematik am Christ Church College in Oxford. Für die kleine Tochter seines Dekans schrieb er zwei Klassiker der Weltliteratur: »Alice im Wunderland« und »Alice hinter den Spiegeln«. Lewis Carroll starb 1898 in Guildford.
Quelle: Amazon

Ein Kaninchen mit einer Weste, Handschuhen und einer Uhr in der Tasche, das obendrein auf dem Weg zum Krocketspiel der Königin ist, das ist schon etwas Wundersames, findet Alice. Aber auch nicht verrückter als die Grinskatze, die sich so weit in Luft auflösen kann, bis nur noch ihr Grinsen zu sehen ist, oder der Hummertanz von Ochsenschwanzkröte und Greif. An die Wunder, die ihr überall begegnen, hat sich Alice bald gewöhnt und die Tatsache, dass sie wachsen und schrumpfen kann wie eine Ziehharmonika, ist ja, wenn man es recht bedenkt, sogar ganz praktisch.
Quelle: Amazon

Das erste Mal so richtig in Berührung gekommen bin ich mit Alice erst vor einem dreiviertel Jahr. Denn eines meiner Gastkind steht richtig auf die Disney-Verfilmung von 1951. Danach stand für mich fest, dass ich auf jeden Fall einmal das Buch lesen will. Und dieses kleine Büchlein hat mir wirklich Freude bereitet. Zum einen natürlich die fantastische Welt, in die Alice da katapultiert wird (mein persönliches Highlight: Der Hutmacher). Aber zum anderen auch die Illustrationen (ich habe die kostenlose, urheberrechtsfreie Ausabe von Amazon gelesen), die mir super gefallen haben und das Wunderland noch viel mehr zum Leben erweckt haben. Ich hatte nicht nur das Gefühl, in eine andere Welt, sondern auch in eine ganz andere Zeit einzutauchen – in das 19. Jahrhundert. Dazu beigetragen haben vor allem die vielen Kinderreime, die in das Buch eingestreut wurden. Als Kinder habe ich Reime geliebt und ich finde sie auch heute noch toll (meine Gastkinder im übrigen auch – die lieben es, wenn ich mit ihnen deutsche Kinderreime und -lieder singe und spreche). Die Reime aus Alice im Wunderland waren mir zwar nicht bekannt, aber sie haben (vielleicht genau deswegen?!) ein Gefühl von Vergangenheit hervorgerufen.

„Alles hat seine Moral, wenn man sie nur finden kann.“
– Herzogin (Pos. 907)

5Sterne

Denn Liebe ist stärker als Hass

Denn_Liebe_ist_stärker_als_Hass
Quelle: Amazon

Denn Liebe ist stärker als Hass | Shlomo Graber | Riverfield | erschienen 2015
ISBN 978-3-9524463-0-0 | 29.90€
Leseprobe

Über Shlomo Graber:
Graber wurde 1926 in der Tschechoslowakei geboren. 1931 siedelte die Familie nach Ungarn über, im Mai 1944 wurden sie nach Auschwitz deportiert. Nach Aufenthalten in zwei weiteren KZs und einem Todesmarsch, den er überlebte, wurde Shlomo Graber am 8. Mai 1945 im KZ Görlitz befreit. Außer dem Vater wurden alle Familienangehörigen ermordet.
Drei Jahre später wanderte er nach Israel aus, bevor er 1989 nach Basel übersiedelte. Dort arbeitet er als Kunstmaler.
Quelle: Grabers Website

In seiner Autobiographie erzählt Shlomo Graber wie er drei Konzentrationslager und einen Todesmarsch überlebt und wie er schließlich die Befreiung erlebt. Er berichtet auch von seinem Werdegang nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg und davon, wie er trotz des Holocausts und des Verlusts seiner Familie, seinen Lebensmut bewahrt.

In diesem Buch schafft Graber es, eine Balance zwischen seiner eigenen Geschichte und dem Weltgeschehen zu halten. Besonders zu Beginn ergänzt sich dieses wunderbar. So erfährt man, wie einzelne Entscheidungen der Nazis letztendlich zur Deportation der Familie führen. Gleichzeitig erfährt man, wie Grabers Jugendjahre ablaufen.
Da das Buch wie ein Roman geschrieben ist und zudem viel mithilfe von Anekdoten erzählt wird, bereitet es keinerlei Schwierigkeiten, das Buch zu lesen – ich habe es verschlungen. Dennoch wird der Geschichte dadurch nicht ihre Wichtigkeit und Tragik abgesprochen. Und sie zeigt auch wieder, dass man die KZs nur durch reinen Zufall überleben konnte – wenn Wächter doch einmal ein Auge zudrücken oder man durch Glück an etwas zu Essen kommt.
Inmitten dieser Hölle bewahrte sich Graber eine unglaublich positive Haltung und einen Lebensmut, der mich oft überrascht hat. Zwar hadert er, verständlicherweise, mit der Tatsache, dass seine Familie ermordet wurde und dass sich seine Heimat innerhalb eines Jahres drastisch verändert hat. Auch sein erster Besuch in Deutschland nach einigen Jahren bereitet ihm Probleme. Aber insgesamt hat er eine sehr positive Einstellung und betont immer wieder, dass er den Deutschen gegenüber keinen Hass hegt.
Wir scheinen manchmal zu vergessen, dass wir nicht für die Taten unserer (Ur-)Großväter-Generation verantwortlich sind. Ich will damit auf keinen Fall sagen, dass wir vergessen sollten, was die Nationalsozialisten verbrochen haben. Aber ich finde es schon auffällig, dass hier in Großbritannien europäische Geschichte – insbesondere auf Deutschland bezogen – quasi mit dem Zweiten Weltkrieg endet. Besonders ausgeprägt ist das in den Buchhandlungen: Viele, viele Bücher zum Dritten Reich, vereinzelt dann noch zum Mauerfall, aber das war’s! Und auch wenn wir uns gerade politisch mal wieder nicht mit Ruhm bekleckern (Stichwort Landtagswahlen), ist es in meinen Augen falsch, uns auf diesen enormen Riesenfehler aus unserer Vergangenheit zu reduzieren – letztendlich sind wir auch das Land der Dichter und Denker!
Insofern hat mir die Haltung Grabers also sehr gut gefallen. Auch in vielen anderen Punkten, die er anspricht, sei es politisch oder persönlich, konnte ich mit ihm übereinstimmen. Dadurch zählt dieses Buch aber auch zu einem der am wenigsten kontroversen Erinnerungen an den Holocaust, das ich bisher gelesen habe. Bei der Judenverfolgung gab es zwar offenbar keine Perversion, die nicht möglich war, aber in vielen anderen Büchern fällt es dennoch schwer, gewisse Entscheidungen und Gefühlslagen nachzuvollziehen. Wie sollte dies auch möglich sein? Letztendlich, denke ich, kann nur ein KZ-Überlebender einen KZ-Überlebenden wirklich verstehen. Aber bei Shlomo Grabers Autobiographie fiel mir das erstaunlich leicht – fast schade, denn so hat es mich um einiges weniger zum Nachdenken angeregt.
Besonders in Erinnerung bleiben wird mir, dass er Hitler den „kleinen Mann mit dem kleinen Schnauzer“ nennt. Dadurch nimmt er ihm den Schrecken und macht ihn ein wenig lächerlich.

5Sterne

Mein Lesemonat April

Ihr Lieben,

nach einer schönen Woche mit meiner Familie, finde ich heute endlich die Zeit, den Rückblick auf meinen April zu schreiben. Da ich Ende März Geburtstag hatte, gab es einen ganzen Haufen neuer Bücher, die ich lesen konnte. Es waren zwar zwei Bücher weniger als im letzten Monat, aber es waren deutlich weniger reReads.

Insgesamt habe ich 22 Bücher gelesen, 16 davon auf deutsch und die restlichen auf englisch. 6 davon waren reReads.

  • Wilde Glut von Nalini Singh > 4 Sterne
  • Die Frau, die nicht lieben wollte von Stephen Grosz > 5 Sterne
  • Lockruf des Verlangens von Nalini Singh > 4 Sterne
  • Madame Picasso von Anne Girard > 5 Sterne
  • Nacht im Central Park von Guillaume Musso > 5 Sterne
  • Rockstars küsst man nicht von Kylie Scott > 3 Sterne
  • Geheimnisvolle Berührung von Nalini Singh > 4 Sterne
  • Engelsmacht von Nalini Singh > 4 Sterne
  • Denn Liebe ist stärker als Hass von Shlomo Graber > 5 Sterne
  • Prinzessin wider Willen von Rachel Hauck > 3 Sterne
  • Poirot Investigates von Agatha Christie > 5 Sterne
  • Equal Rites von Terry Pratchett > 5 Sterne
  • Engelskuss von Nalini Singh > 4 Sterne
  • Engelszorn von Nalini Singh > 4 Sterne
  • Engelsblut von Nalini Singh > 4 Sterne
  • No Limits – Berauschende Sehnsucht von Vanessa Sangue > 3 Sterne
  • Incandescent von River Savage > 3 Sterne
  • Affliction von River Savage > 3 Sterne
  • Roman eines Schicksallosen von Imre Kertész > 5 Sterne
  • Das Papierhaus von Carlos María Dominguez > 5 Sterne
  • Reclaimed von River Savage > 4 Sterne

Geplant sind jetzt noch sieben Rezensionen. Zu den Büchern von Nalini Singh werde ich keine Rezensionen schreiben, ebenso wie zu den von River Savage. Diese Bücher waren die leichte Lektüre für zwischendurch 🙂

Im Durchschnitt habe ich 3,9 Sterne vergeben, allerdings gab es in diesem Monat kein einziges Buch, das 5 goldene Sterne von mir bekommen hat.
Das Highlight des Monats für mich Madame Picasso von Anne Girard. Am wenigsten gefallen hat mir Prinzessin wider Willen von Rachel Hauck, zu dem es noch eine Rezension geben wird.

Quelle: Aufbau-Verlag
Quelle: Aufbau-Verlag

Die 22 Bücher haben insgesamt 7.472 Seiten gehabt, fast 1.000 Seiten weniger als im März. Pro Tag waren das rund 249 Seiten.

Habt ihr eines der Bücher auch schon gelesen? Und hattet ihr einen guten Lesemonat?

Liebe Grüße,
Celina xx

Rockstars küsst man nicht – Kurz gefasst

Quelle: Egmont LYX
Quelle: Egmont LYX

Rockstars küsst man nicht | Kylie Scott | Egmont LYX | erschienen 2016
ISBN 978-3-7363-0150-4 | 9.99€ (Taschenbuch)
Leseprobe

 

Klappentext:
Schwanger! Und das ausgerechnet von Ben Nicholson, dem Bassisten der erfolgreichsten Rockband der Welt! Lizzy Rollins kann es nicht fassen. Schon lange hegt sie tiefe Gefühle für den attraktiven Rockstar, aber sie weiß, dass Ben keine feste Beziehung sucht. Ihre gemeinsame Nacht in Las Vegas war für ihn nur ein One-Night-Stand, nichts weiter. Nur gibt es da nun eine neue, viel tiefere Verbindung zwischen ihnen. Doch ist diese stark genug, Bens Mauern zu durchbrechen?
Quelle: Egmont LYX

Auf den vierten Teil der Rockstars-Reihe von Kylie Scott habe ich sehnsüchtig gewartet. Die vorherigen Teile um die Band Stage Dive waren alle lustig und lesenswert. Dieser Teil konnte meine Erwartungen aber – leider – nicht erfüllen.
Zum einen hatte ich oft das Gefühl, als wäre die Geschichte noch „unfertig“. Als hätte einfach unbedingt noch dieser vierte Teil um Ben und Lizzy geschrieben werden müssen – und als hätte es die Autorin eilig damit gehabt. Das hat dafür gesorgt, dass mir auch die Charaktere teilweise noch ein wenig unausgereift wirkten. Da es aus der Ich-Perspektive von Lizzy geschrieben ist, kann natürlich kein genauer Einblick in Bens Gefühlleben gegeben werden. Aber in den vorherigen Bänden ist es der Autorin dennoch immer gelungen ein schlüssiges und interessantes Bild der männlichen Hauptperson zu zeichnen. Ben allerdings wirkt, auch im Nachhineinn oft einfach nur platt.
Und so humorvoll die vorherigen Bände waren, wirkte dieses oft gezwungen lustig. Als hätte Scott versucht, an die ersten drei Geschichten anzuknüpfen und es wäre ihr nicht so recht gelungen.
Außerdem gab es zwischen Ben und Lizzy ein ständiges Hin und Her, das mir irgendwann einfach nur noch auf die Nerven ging.
Allerdings ist es auch in diesem Buch wieder wunderbar gelungen, die Entwicklung der Gefühle darzustellen. Das war richtig gut und hat mir nicht das Gefühl vermittelt, dass die Zwei sich einfach Hals über Kopf ineinander verlieben und die Schwangerschaft dann den Rest erledigt – salopp ausgedrückt.

3Sterne

Madame Picasso

Quelle: Aufbau-Verlag
Quelle: Aufbau-Verlag

Madame Picasso | Anne Girard | Aufbau | erschienen 2015
ISBN 978-3-7466-3138-7 | 12.99€
Leseprobe

Über Anne Girard:
Unter dem Pseudonym Anne Girard schreibt die US-amerikanische Autorin Diane Haeger. Sie hat Psychologie und englische Literatur studiert. 1993 veröffentlichte sie ihren ersten Roman. Seitdem wurden ihre Bücher in 18 Sprachen übersetzt.
Mit ihrem Mann und ihren Kindern lebt sie in Südkalifornien.
Quelle: Buch, Diane Haegers Blog

Eva Gouel verlässt ihr Heimatdorf, um in Paris ihr Glück zu suchen. 1911 trifft sie dort auf den Künstler Pablo Picasso und verliebt sich in ihn. Entgegen ihrer Erwartungen erwidert er ihre Gefühle und zwischen den beiden entwickelt sich eine Liebesgeschichte, die den Künstler für immer prägen wird. Eva gilt als Picassos große Liebe und verändert sein Leben.

Anne Girard ist es mit diesem Roman gelungen, ein wunderbares Bild zu zeichnen von einer Frau, die kaum Zeugnisse hinterlassen hat – außer in Picassos Bildern und in den Erinnerungen des Künstlers und seiner Freunde. Sie stellt eine Frau dar, die zwar vom Land kommt und manchmal eine entsprechende Unschuld zeigt, gleichzeitig jedoch sehr willensstark und zielstrebig ist. Diese zwei Eigenschaften widersprechen sich nie, sondern zeigen eine sehr sympathische junge Frau.
Auch die Beziehung der beiden, die ein wenig holprig beginnt und einige Widerstände überwinden muss, wird als eine Beziehung dargestellt, wie sie sich wohl viele wünschen: Pablo Picasso und Eva Gouel ergänzen einander wie zwei Puzzlestücke. Allerdings ist die Beziehung nicht immer harmonisch, wenn der impulsive Künstler und die besonnene Eva aneinander geraten. Aber Anne Girard schafft es immer, das Glück zu vermitteln, das die zwei miteinander empfinden. Und ihr gelingt ein kleines Kunststück, denn es wird nie kitschig.
Zudem wird eine wichtige Zeit des 20. Jahrhunderts dargestellt: der Weg in den ersten Weltkrieg und den Ausbruch desselben. Auch wenn erst recht spät dieser Thematik ein Platz im Roman eingeräumt wird, zeigt er doch eine interessante Sichtweise auf: die Pablo Picassos und seiner spanischen Freunde, welche nicht eingezogen werden, aber doch den Weggang enger Freunde erleben müssen und eine recht pazifistische Haltung haben. Diese Sichtweise ist in meinen Augen so interessant, weil darüber kaum je berichtet wird. Besonders Deutschland, über welches ich nun einmal am meisten gelernt habe, wird als allgemein kriegslüstern dargestellt.

Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Auch wenn man kein Fan Pablo Picassos ist, stellt es eine spannende Zeit und eine wunderbare, berührende Liebesgeschichte dar.

„Liebe vollbringt vieles, was unerwartet ist.“
– Eva Gouel

5Sterne

Life of Pi

Life_of_PiLife of Pi | Yann Martel | Canongate | erschienen 2001
ISBN 978-0-85786-553-3 | £8.99

Über Yann Martel:
Martel wurde 1963 in Spanien geboren, wo seine kanadischen Eltern sich zu der Zeit aufhielten. Während seiner Kindheit und Jugend lebte die Familie u. a. in Alaska, Kanada, Frankreich, Costa Rica und Mexico;; später bereiste er beispielsweise Indien, den Iran und die Türkei. In Peterborough (Kanada) studierte er Philosophie; 1993 erschien sein erstes Buch, eine Kurzgeschichtensammlung. Während die Titelgeschichte davon 1994 verfilmt wurde, entwickelte sich sein erster Roman Self (1996) zu einem Flop. 2001 gelang ihm schließlich mit Life of Pi der Durchbruch, 2012 wurde das Buch verfilmt, der ein großer Erfolg auch in Deutschland war. Seitdem hat er noch zwei weitere Werke veröffentlicht.
Quelle: Wikipedia

Pi ist der Sohn eines indischen Zoodirektors, der aus wirtschaftlichen Gründen nach Kanada auswandern will. Daher begibt sich die Familie und ein Großteil des Zoos auf einen Frachter. Dieser gerät jedoch in einen Sturm und kentert. Als einziger Überlebender findet sich Pi zusammen mit einem Zebra, einem Orang-Utan, einer Hyäne und einem Tiger in einem Rettungsboot wieder. In dem darauffolgenden Überlebenskampf tötet die Hyäne zunächst das Zebra und den Orang-Utan, bevor sie selbst von dem Tiger getötet wird. Pi kann sich zunächst auf einem selbstgebautes Floß retten und beginnt, den Tiger zu zähmen. Dabei macht er sich insbesondere dessen Seekrankheit zunutze. Über die Monate auf See wachsen die beiden immer mehr zusammen, insbesondere, da sie in gewisser Form abhängig voneinander sind.

Seitdem der Film 2012 veröffentlicht wurde, wollte ich dieses Buch lesen. Ich bin einfach nicht wirklich der Film-Typ und Bücher gefallen mir normalerweise besser. Als ich also vor kurzem an einem Büchermarkt vorbeigekommen bin, wo es das Buch für 50 Pence gab, konnte ich daher nicht widerstehen.
An und für sich hat es gut angefangen mit der Erklärung, wie Piscine Molitor Patel zu seinem Spitznamen Pi kommt und über seine ersten Lebensjahre. Aber in meinen Augen haben sich die ersten ca. 100 Seiten schon sehr gezogen. Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass es endlich auf den japanischen Frachter geht und er hat sich darüber ausgelassen, wie sich die Tiere verhalten, wie es in der Schule läuft, …
Gut gefallen hat mir an diesen ersten 100 Seiten ehrlich gesagt nur eine Sache: die Geschichte, wie der gläubige Hindu Pi sich für das Christentum und den Islam interessiert und vor allem, wie sein Umfeld darauf reagiert.
Diese „Drei-Religionen-Haltung“ von Pi macht in meinen Augen auch die immer wieder auftauchenden religiösen Bezüge lesenswert. Ich bin nicht so der gläubige Mensch und wenn darauf ein starker Fokus gelegen hätte oder Pi nicht diese sehr differenzierte Sichtweise hätte, weiß ich nicht, ob ich über diese 100 Seiten hinaus gelesen hätte. Und das wäre schade, denn danach mausert sich die Geschichte wirklich.
Auf sehr eindrückliche Weise beschreibt Martel den Überlebenskampf der vier Tiere und später auch die vorsichtige Zähmung des Tigers. Er schreibt über die Tiefs und Hochs, welche Pi durchläuft. Von der Hoffnung, gefunden zu werden; der Todesangst vor dem Tiger; die Freude über einen gefangenen Fisch. Er berichtet auch davon, wie Pi sich verschiedene Überlebenstechniken, wie das Angeln, aneignet und wie der Vegetarier seinen Ekel vor dem Fleisch überwindet. All das hat so realistisch gewirkt, dass ich mir wirklich vorstellen konnte, dass es diesen Pi gibt. Gut hat mir auch gefallen, wie sich die Beziehung zwischen Mensch und Tiger entwickelt. Pi vergisst nie, dass ihm ein hochgradig tödliches Tier gegenübersteht, aber im Nachhinein betrachtet, sieht er den Tiger als seinen Lebensretter, der Pis Lebenswillen gestärkt hat.
Ich persönlich hatte auch keine Probleme mit dem Englischen. Klar gibt es das ein oder andere Wort, insbesondere im Zusammenhang mit den Zootieren, welches ich nicht verstanden habe. Aber dieses war nie so wichtig für die Handlung, dass es meinen Lesefluss unterbrochen hätte.

Alles in allem hat mich das Buch wirklich überzeugt: es war absolut realistisch, spannend zu lesen und gut geschrieben. Wären diese verflixten ersten 100 Seiten nicht gewesen, hätte es die fünf goldenen Sterne von mir bekommen.

You must take life the way it comes at you and make the best of it.
– Pi

5Sterne

The Letter – Kurz gefasst

Quelle: Headline
Quelle: Headline

The Letter | Kathryn Hughes | Headline Review | erschienen 2015
ISBN 9781472229953 | £7.99

Klappentext:
Tina Craig longs to escape her violent husband. She works all the hours God sends to save up enough money to leave him, also volunteering in a charity shop to avoid her unhappy home. Whilst going through the pockets of a second-hand suit, she comes across an old letter, the envelope firmly sealed and unfranked. Tina opens the letter and reads it – a decision that will alter the course of her life for ever…
Billy Stirling knows he has been a fool, but hopes he can put things right. On 4th September 1939 he sits down to write the letter he hopes will change his future. It does – in more ways than he can ever imagine…
Quelle: Headline

Dieser Zufallskauf war ein absoluter Glücksgriff! Der Autorin ist ein Meisterwerk gelungen: ein Buch, welches keine leichte Kost zum Thema hat und dennoch mit einem unglaublich leichten Schreibstil aufwartet. Sie hat ein sehr wirklichkeitsgetreues Bild einer gewalttätigen Ehe geschrieben. Dieser Teil war auch deshalb schwer zu lesen, weil diese Ehe in den 70er Jahren stattfindet: es gab nicht die entsprechende Unterstützung für Frauen, die ihre gewalttätigen Partner verlassen wollten.
Gleichzeitig berührt sie ein Thema, welches ebenso tragisch wie vergessen ist: Klöster in Irland, die ledigen, schwangeren Mädchen die Kinder wegnahmen und sie von amerikanischen Ehepaaren adoptieren ließen (interessanter Zeitungsartikel dazu: Tagesspiegel).
Hughes schafft es, eine gute Balance zwischen Tinas und Chrissies Geschichte zu halten und auch nicht zu viele Cliffhanger einzubauen. Und obwohl das Buch an und für sich zwei sehr traurige Themen behandelt, hat es mich doch auch zum Lachen gebracht und am Schluss mit einem Gefühl des Glücks zurückgelassen.

goldene_Sterne

Buch Safari #14

Buch_SafariHallöchen ihr Lieben!

Meine Koffer für den Deutschland-Urlaub sind gepackt und ich kann noch kurz die Fragen der Buch Safari von Anjas Bücherblog beantworten.

1. Hast du ein Hörbuch auf deinem SuB/deiner Wunschliste?
Kurz und prägnant: nein. Ich höre eigentlich keine Hörbücher sondern lese lieber. Wenn ich mal ein Hörbuch höre, dann, weil ich eines geschenkt bekommen habe.

Frage 2 erübrigt sich damit 🙂

3. Wurde durch ein Buch schon mal die Wahl eines Urlaubsziels beeinflusst?
Bisher waren meine Eltern immer diejenigen, welche das Urlaubsziel heraus gesucht haben. Allerdings habe ich schon eine Liste mit Orten, über die ich in Büchern gelesen habe und die ich gerne einmal besuchen möchte. Auch hier in England habe ich ein paar Schlösser nur besucht, weil ich vorher schon einmal über sie gelesen hatte.

Hört ihr regelmäßig Hörbücher? Und wie sieht es mit eurer Urlaubsplanung und Büchern aus?

Liebe Grüße,
Celina xx