Alljährlich am 24. Oktober findet in Deutschland der Tag der Bibliotheken statt. 1995 wurde er vom damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker ins Leben gerufen und während er natürlich vorrangig Gelegenheit für die Bibliotheken in Deutschland bietet, sich zu feiern und zahlreiche schöne Veranstaltungen anzubieten (schaut mal beim dbv ins Programm), möchte auch ich die Bibliotheken feiern.
Im vergangenen Jahr habe ich 270 Bücher gelesen – viel, viel mehr, als ich mir leisten könnte, selbst anzuschaffen. Und so waren auch nur 24 davon Bücher, die ich mir selbst gekauft hatte. Der allergrößte Teil, nämlich fast 170 Bücher, habe ich mir aus diversen Bibliotheken ausgeliehen. Und so wundert es euch bestimmt nicht, wenn ich sage, dass ich Mitglied in drei Bibliotheken bin.
Für mich hat die Liebe zu Bibliotheken mehrere Aspekte. So liebe ich es zum einen, mich in die örtliche Bibliothek zu setzen und einfach nur ein Buch zu lesen. Wenn es draußen regnerisch oder sehr kalt ist, bietet mir das die Möglichkeit, kostengünstig Zeit außerhalb der Wohnung zu verbringen, andere Menschen um mich zu haben und dennoch zu entspannen. Niemand stört sich daran, wenn ich Kopfhörer aufhabe, ich bin nicht gezwungen, Essen oder Trinken zu bestellen und hin und wieder führt man eine nette Unterhaltung mit den Mitmenschen.
Es kommt zwar hin und wieder vor, dass ich Bücher finde, die schon (lange) auf meiner Wunschliste stehen und die ich dann ausleihen kann. Darüber freue ich mich immer riesig. Vor allem sorgen Büchereien aber immer wieder dafür, dass ich neue Autor*innen entdecke, neue Geschichten, neue interessante Sichtweisen auf die Welt. Manchmal finde ich Bücher, die es mir ermöglichen, eingefahrene Gedanken neu zu sortieren. Manchmal sorgt ein Buch dafür, dass ich jahrelang gehegte Vorurteile hinterfrage. Manchmal tröstet es mich und manchmal macht es mich wütend. Aber allen ist gemein, dass ich ohne die Bibliothek vermutlich nie davon erfahren hätte.
Eine meiner liebsten Autorinnen aus dem Krimi-Genre ist Viveca Sten, über deren Reihe rund um Kommissar Thomas Andreasson ich eine Rezension geschrieben habe. Auf ihre Bücher bin ich in der Bibliothek gestoßen und darum bin ich unfassbar froh, denn auch ihre neue Reihe um Hanna Ahlander (Band 1 wieder in der Bibliothek entdeckt), ist so gut!
Über die Bibliotheken habe ich zudem Zugriff auf Libby. Die App ermöglicht das Ausleihen von eBooks und ist preislich in der Jahresgebühr, die für die Mitgliedschaft in der örtlichen Bibliothek erhoben wird, enthalten. Ich lese bei Libby monatlich 2-3 Bücher und freue mich immer wieder, dass ich dadurch Zugriff auf sehr viele englisch-sprachige Bücher habe. Denn das ist für mich der perfekte Weg, meinen „Sprachmuskel“ diesbezüglich zu trainieren.
Nicht zu unterschätzen ist in meinen Augen zudem der finanzielle Aspekt. Bücher sind für mich eine Leidenschaft. Müsste ich aber alle Bücher, die ich gerne lesen möchte, selbst kaufen, würde ich am Hungertuch nagen. Auch in diesem Jahr waren über 70 % meiner Neuzugänge Bücher, die ich aus den Bibliotheken ausgeliehen hatte. Ganz grundsätzlich erlauben es mir Bibliotheken also auch, einem Hobby zu frönen, das ich sehr liebe.
Ich freue mich immer riesig, wenn in den Bibliotheken junge Menschen alleine (soll heißen: ohne Eltern) unterwegs sind. Denn das zeigt mir, dass es immer neue Nutzer*innen dieser wertvollen Institutionen gibt. So soll es sein. Und es zeigt mir, dass ich mit meiner Liebe zu den Bibliotheken nicht allein bin.
Die äußerte sich übrigens letztes Jahr zum Beispiel auch darin, dass ich mir wünschte, der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek, genauer gesagt ihrem bekannten Rokoko-Saal, einen Besuch abzustatten. Nachdem ich die Staatsexamensklausuren geschrieben hatte, ging es also mit meiner Mutter nach Weimar und dort entstand dann das schöne Bild, das das Beitragsbild oben ziert.
Bildquelle Tag der Bibliotheken: Deutscher Bibliotheksverband