Nicht ganz gelungen – Jahresrückblick 2025

Ein gutes neues Jahr wünsche ich euch!

In den letzten Monaten war es sehr ruhig hier und das wird sich auch in der kommenden Zeit nicht ändern. Dafür zehrt das Referendariat zu sehr an meinen Kräften und braucht auch einfach zu viel Zeit. Aber ich möchte euch dennoch, wie schon in den letzten Jahren, kurz einen Rückblick auf mein Jahr 2025 geben und einen Ausblick auf 2026 wagen.

Grundzutat: Alltag

Das hinter uns liegende Jahr hatte wenig Überraschendes (dazu kommen wir noch) und viel Alltag für mich bereitgehalten. Das bedeutete vor allem ganz viele Klausuren, die zur Übung für das kommende zweite juristische Staatsexamen geschrieben wurden. Es gab jede Menge am Schreibtisch mit Lernen verbrachte Stunden. Und es gab so einige Zeit, die ich im Unterricht oder meinen Ausbildungsstationen verbrachte.

So anstrengend das ist, muss ich dazu auch sagen, dass für mich Jura ein Traum ist; ich liebe die praktische Arbeit, die ich schon leisten darf, und den Umgang mit juristischen Themen. So bin ich bereits regelmäßig für die Staatsanwaltschaft in Strafprozessen tätig (natürlich nur bei vergleichsweise einfachen und eher geringfügigen Sachverhalten) und durfte in meinen verschiedenen Stationen viele unterschiedliche Verfahren und Personen kennenlernen.

Daneben stand trotz allem auch Freizeit, die ich häufig mit Familie und Freundinnen verbrachte. Im Juli habe ich mir eine Woche Urlaub mit dem Wohnmobil meiner Eltern gegönnt und nicht nur Studienfreundinnen besucht, sondern eine kleine Tour durch Deutschland gemacht, mit Stopps u.a. in der Bücherburg in Katlenburg, Osterode am Harz und Fulda. Während die Bücherburg auf ihre Art natürlich ein Highlight war und ich allen Bücherwürmern einen Besuch ans Herz lege, war für mich eine Überraschung, wie gut mir Fulda gefallen hat. Ebenfalls schön war ein Trip in den Harz mit meiner besten Freundin gegen Ende des Jahres. Bereits im Februar stand zudem im Rahmen des Referendariats eine Woche in Budapest auf dem Plan.

Viele Teelöffel Trauer

Das „Nicht ganz gelungen“ in der Überschrift ist für mich eine Untertreibung: im Februar ist meine Oma gestorben. Sie stand mir sehr nahe und das Jahr war geprägt von der Trauer um sie. Die Teelöffel in der Unterüberschrift sind entstanden aus der Tatsache, dass wir jedes Mal, wenn ich Oma besucht habe, miteinander Tee getrunken haben. Zudem habe ich in der Regel einmal in der Woche mit ihr telefoniert und wusste, ich kann mich zu den unmöglichsten Zeiten bei ihr melden. Das und ganz viele andere Kleinigkeiten fehlen jetzt und während ich das hier schreibe, habe ich schon wieder Tränen in den Augen.

Zwei Handvoll Bilder

  • Ein schwarzes Wohnmobil, das mit geöffneter Seitentür auf einem Parkplatz steht.
  • Blick in eine Straße voller Fachwerkhäuser
  • In einem Gebäude stehen Regale, Tische und Boden voll mit Büchern.
  • Straße in Göttingen mit Fachwerkhäusern
  • Blick auf das Stadtschloss Fulda
  • Eine Kirche mit rotem Portal neben dem zwei große weiße Türme mit schwarzen Spitzen und roten Absätzen.
  • Ein Lagerfeuer
  • Ein Teil des Naturmythenpfads Braunlage. Der Weg ist gekiest und führt in einen Wald. Darüber ein wolkiger Himmel.
  • Ein Nachbau einer Kirche, der im Miniaturen- und Bürgerpark Wernigerode steht
  • Blick auf die Stadt Wertheim mit einem bewaldeten Bergrücken im Hintergrund.

Drei Schüsseln Bücher

Obwohl ich, anders als 2024, keine Buchmesse besuchte, war 2025 doch ein Jahr, in dem ich einiges Buchiges erleben konnte:

Da ist zunächst eine Veranstaltung der lokalen Bibliothek zum Weltfrauentag am 8. März zu erwähnen, in der viele tolle Frauen und wunderbare Bücher vorgestellt wurden. Besonders in Erinnerung blieb mir Mascha Kaléko, deren Jahr es ja auch war.
Weiterhin die oben schon genannte Bücherburg in Katlenburg, die in einem Wort als überwältigend zusammengefasst werden kann. Noch nie hat der Ausdruck „von Büchern erschlagen“ besser gepasst.
Ende des Jahres gab es dann, ebenfalls in der Bibliothek, eine Veranstaltung, bei der Büchervorstellungen durch lokale, unabhängige Buchhandlungen und eine Weinprobe, bei der Winzer aus der Region ihre neuen Weine vorstellten, kombiniert wurden. Während ich keinen Wein trinke, waren einige Bücher dabei, die mich ansprachen und so bin ich mit Atmosphere von Taylor Jenkins Reid wieder rausspaziert.
In diesem Jahr habe ich außerdem an der Wichtelaktion #litgangwichteln teilgenommen, die auf Bluesky organisiert wurde. Es war sehr schön (und ein wenig nervenaufreibend), sich Gedanken um das perfekte Buch für die zu beschenkende Person zu machen und dann voller Spannung darauf zu warten, ob es eine gute Wahl war – sowie welches Buch man selbst wohl erhalten wird. Bekommen habe ich dabei die Biografie Astolphe de Custine – The Last French Aristocrat von Anka Muhlstein über eine queere Lebensgeschichte im 19. Jahrhundert.
Und schließlich war ich Anfang Dezember bei einer Silent Reading Party in Stuttgart. Das war eine sehr schöne Erfahrung, die ich bald wiederholen möchte.

Und natürlich gab es jede Menge Bücher an sich! Bevor ich euch gleich alle Zahlen zu den von mir in diesem Jahr gelesenen Büchern um die Ohren haue, möchte ich euch die besonders guten Bücher zeigen, die ich dieses Jahr gelesen habe:

Im Bild sind fünf Cover als Collage zusammengestellt, oben links steht "Favoriten". Die Bücher sind von oben links nach unten rechts: "Frauen und Revolution" von Shila Behjat, "Can't Spell Treason Without Tea" von Rebecca Thorne, "Lebensbande" von Mechthild Borrmann, "Die Frauen von Belarus" von Alice Bota und "Eine afrikanische Geschichte Afrikas" von Zeinab Badawi.

Eine Prise Statistik

Wie immer, weil ich es liebe: Statistik!
Insgesamt habe ich in diesem Jahr 201 Bücher gelesen und 6 Bücher gehört, geschrieben wurden sie von 189 Autor*innen. Diese sind zu 83 % cis weiblich und zu 3 % nichtbinär oder trans. 37 von ihnen oder 20 % sind BIPoC und 19 oder 10 % sind queer. Etwas höher als in 2024 war die Anzahl der englischen Bücher; es waren 78 bzw. 38 %. Und auch in diesem Jahr habe ich wieder alle Kontinente besucht, darunter mit zwölf Büchern Afrika und mit zehn Büchern Asien. Auch in Europa (der einzige Kontinent, bei dem ich nach Ländern unterscheide), waren es wieder viele unterschiedliche Ziele, unter anderem Irland, Belarus, Italien und die Schweiz.

Mit 60 % der Bücher hatten die meisten eine Länge zwischen 301 und 500 Seiten, wobei das längste Buch mit 928 Seiten Drachenbanner von Rebecca Gablé war und das kürzeste mit 32 Seiten Classified: The Secret Career of Mary Golda Ross, Cherokee Aerospace Engineer von Traci Sorell. Die Bücher habe ich durchschnittlich mit 4,1 Sternen bewertet, man kann also sagen, dass ich wieder viele gute Bücher gelesen habe 🙂

Kleine Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr gab es bei den meistgelesenen Genres: mit 63 Büchern, rund 30 %, zählten die meisten in die Kategorie historisch. Darauf folgten Krimis (27 %), LGBTQIA+ (17 %) und Gegenwartsliteratur (17 %). Ganz grob ist die Einteilung in fiktiv/Sachbuch, wobei sich zeigt, dass ich deutlich mehr fiktionale Geschichten las, nämlich zu 81 %.

Und dann noch ein Blick auf den Stapel ungelesener Bücher, der sich in 2024 deutlich verringerte. 2025 war die gegenteilige Entwicklung zu beobachten: ins Jahr gestartet bin ich mit 29 ungelesenen Büchern, mittlerweile sind es 39.

Nach Bedarf: Vorsätze für 2026

DAS Thema 2026 wird für mich das zweite juristische Staatsexamen sein. Im Juni stehen die Klausuren an, im Oktober kommt dann die mündliche Prüfung. Ein Vorsatz ist, diese zu bestehen – mittlerweile bin ich an einem Punkt, an dem mir die Note fast egal ist, sofern ich bestehe. Damit einher geht der Vorsatz, mir dennoch Zeit für mich, Familie und Freund*innen zu nehmen, um diese Zeit hoffentlich nicht „nur“ mit einem Staatsexamen zu bestehen, sondern auch mit halbwegs intakter Psyche.

Teil dessen sind für mich – ihr könnt es euch denken – Bücher. Ich werde mir im kommenden Jahr kein Leseziel setzen, wie ich das in den vergangenen Jahren immer getan habe. Aber es gibt einige Challenges, an denen ich 2026 teilnehmen möchte. Besonders freue ich mich auf die von mir veranstaltete Queens of Crime-Challenge, daneben findet ihr hier auf dem Blog auch Seiten zur 50-Punkte Buch-Cover Challenge, Reiselust-Challenge, Book Special ABC Challenge und – eine in meinen Augen ganz ungewöhnliche Challenge – zur Bookgame-Challenge. Zudem habe ich mich auf StoryGraph noch drei Challenges, darunter einem Bingo zu diversem Lesen, angeschlossen.

Bei der Auswahl der Bücher bleibt auch in 2026 das Ziel, möglichst divers zu lesen. Dazu zählen einerseits die Autor*innen, sei es nun, weil sie queer oder BIPoC sind. Andererseits zählt dazu auch, Bücher aus möglichst vielen Regionen und Ländern der Erde zu lesen, vorzugsweise von lokalen Autor*innen. Zumindest ab Ende des Jahres freue ich mich darauf, dass ich das Geld haben werde, um mir Bücher, die eher nicht in Bibliotheken zu finden sind, selbst zu kaufen und darauf freue ich mich sehr.


Bildquellen Cover:
Frauen und Revolution: Hanser
Can’t Spell Treason Without Tea: Pan Macmillan
Lebensbande: Droemer Knaur
Die Frauen von Belarus: Piper
Eine afrikanische Geschichte Afrikas: Piper

Ein Jahr der Umbrüche – Jahresrückblick 2024

Ihr Lieben,

da ist schon wieder ein Jahr vorbei! Für mich war es ein sehr ereignisreiches, aufregendes und spannendes 2024. Natürlich gab es unschöne, traurige und nervenaufreibende Tage, privat (das Staatsexamen hat mir psychisch zugesetzt und ziemlich zum Ende des Jahres hat uns der Tod eines Bekannten sehr beschäftigt) ebenso wie gesellschaftlich (Kriege, Naturkatastrophen, US-Wahl – die Liste könnte ewig so weitergehen).
Hier möchte ich aber vor allem von den schönen Dingen erzählen, denn sie überwiegen für mich in diesem Jahr definitiv und sie sind auch das, woran ich mich zukünftig besonders erinnern will. Los geht’s!

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Die Montagsfrage #83

Guten Morgen ihr Lieben,

Sophia von Wordworld macht eine zweiwöchige Sommerpause, stellt also keine neuen Fragen. Ich möchte diese Pause nutzen, um zwei Fragen zu beantworten, die sie in der Vergangenheit stellte und die ich aufgrund meiner Examensvorbereitung nicht beantwortete. Los geht’s also mit einem Buchbingo, das Sophia vor etwas mehr als einem Jahr ausfüllte und das ich eben auf 2024 anwende:

HAST DU 2024 BISHER…?

… ein Hörbuch gehört? Nein. Ich höre ohnehin selten Hörbücher und dieses Jahr war noch keines dabei.

… ein Buch abgebrochen? Ja. Amberlough – Stadt der Sünde habe ich nach rund der Hälfte abgebrochen, weil ich mit den Charakteren überhaupt nicht warm wurde, inhaltlich kaum etwas passierte und mich das Buch langweilte.

… ein Buch, das in Deutschland spielt, gelesen? Viele, z.B. Louisenstraße 13 – Der Erinnerungsladen, die Reihe Die Dorfschullehrerin oder Wintermord.

… ein Sachbuch gelesen? Auch viele, darunter Die kurze Stunde der Frauen, Porno – Eine unverschämte Analyse und Ndrangheta.

… eine Autorin getroffen? Auf der Leipziger Buchmesse durfte ich dieses Jahr einigen interessanten Gesprächen mit Autor*innen lauschen.

… über ein Buch diskutiert? Häufig, z.B. während der Leserunde zu Der dunkle Thron, aber auch privat immer wieder.

… ein Buch aufgrund des Covers gekauft? Nein. Bisher waren alle Käufe dieses Jahr geplant und inhaltlich motiviert.

… ein Buch mit dem Buchstaben X im Titel gelesen? Ja, Caught in a Bad Fauxmance, eine nette queere Liebesgeschichte.

… einen reRead gemacht? Nicht viele, aber sechs Bücher habe ich dieses Jahr als reRead gelesen.

… ein Buch in 24 Stunden gelesen? Ganz aktuell Malibu Rising, das ich letzte Woche innerhalb eines Tages durchgesuchtet hatte. Aber generell kommt das bei mir häufiger mal vor.

… ein fremdsprachiges Buch gelesen? Ja, rund ein Viertel der Bücher, die ich bisher gelesen habe, waren dieses Jahr Englisch.

… eine Buchverfilmung geschaut? Nein. Dieses Jahr habe ich ohnehin wenige Filme gesehen und eine Buchverfilmung war nicht dabei.

… ein Selfpublishing-Buch gelesen? Bisher leider nur zwei: Verlieb die nie in einen Duke und Louisenstraße 13 – Der Erinnerungsladen wurden im Selfpublishing veröffentlicht.

… ein Buch eines*r verstorbenen Autor*in gelesen? Dieses Jahr habe ich Bücher von Henrietta Hamilton, Agatha Christie, Ngaio Marsh und Dorothy L. Sayers gelesen.

… ein Buch vom SuB erlöst? Ja, schon einige Bücher. Zuletzt Die Formel der Hoffnung, das seit Weihnachten 2023 auf meinem Stapel lag.

… ein Graphic Novel oder Comic gelesen? Dieses Jahr habe ich die ersten beiden Heartstopper-Bände gelesen.


Quelle Beitragsbild und Bingo: Wordworld

Die Montagsfrage #76

Guten Morgen ihr Lieben,

hinter mir liegt eine Woche, die bei weitem nicht so entspannt und entspannend war, wie ich dachte. Aber demnächst fahre ich für rund drei Wochen zu meinen Eltern und werde einfach Zeit haben zum lesen, wandern, schwimmen, … Darauf freue ich mich schon sehr. Zuerst gibt es jetzt die Montagsfrage von Wordworld:

Was waren Eure Halbjahreshighlights?

Ich habe in diesem Jahr schon so viele gute Bücher gelesen und kann mich kaum entscheiden, welche da die Highlights waren. Nach langem Überlegen habe ich mich für sechs Bücher entschieden, die ich euch gerne vorstellen möchte. Ende dieses Monats werde ich noch einen Halbjahresrückblick veröffentlichen und dort werden dann bestimmt noch andere Bücher erwähnt.

Erst letzte Woche erschien meine Rezension zu Eine kurze Geschichte queerer Frauen von Kirsty Loehr, das ein witziger Streifzug durch die Geschichte ist und neben bekannten queeren Menschen, wie Eleanor Roosevelt, auch mir bis dahin nicht bekannte vorstellte. Es ist ein sehr informatives Buch, das mir beim Lesen, dank des sarkastischen Tons von Loehr, viel Freude bereitete.
Das neueste Buch von Tess Sharpe, Six Times We Almost Kissed (And One Time We Did), war das erste und bisher einzige Buch, das ich dieses Jahr vorbestellt hatte. Ich habe von Tess Sharpe schon mehrere Bücher gelesen (Rezensionen hier und hier) und auch das aktuellste hat mich nicht enttäuscht. Es ist eine süße queere Liebesgeschichte, die sich mit Fragen von Familie und Verantwortung beschäftigt, und mit der mich die Autorin wieder voll überzeugen konnte.
In Memoriam von Alice Winn hatte ich mir aus der Bücherei ausgeliehen und ich hatte zugegebenermaßen keine besonders große Erwartungen daran. Aber dann hat mich dieses Buch zum Lachen, Weinen und Verzweifeln gebracht und mich seit dem Lesen nicht mehr wirklich losgelassen. Alice Winn beschreibt die Zerstörungen des Ersten Weltkriegs – menschlich, körperlich, psychisch, gesellschaftlich, landschaftlich – so eindringlich, dass ich das Buch manchmal weglegen musste. Und sie beschreibt eine Liebe, die unmöglich scheint.

Madita Oeming als Pornowissenschaftlerin hatte ich schon länger auf dem Schirm und folgte ihr zu der Zeit, als ich noch auf Twitter war. Und schon vor Erscheinen stand Oemings Buch Porno: Eine unverschämte Analyse auf meiner Wunschliste. Das habe ich nun endlich gelesen und kann es sehr empfehlen. Pornografie ist ein Aspekt des feministischen Diskurses, um den viel gestritten wird, über den es aber neben den vielen Meinungen und Ansichten kaum Fakten gibt. Das könnte dieses Buch ändern.
The Seven Husbands of Evelyn Hugo von Taylor Jenkins Reid ist wohl jedem ein Begriff dank des Hypes, den dieses Buch erfahren hat. Ich hatte das Buch daher lange nicht gelesen – gehypte Bücher enttäuschen mich häufig. Jetzt habe ich es aber gelesen und es hat mir so gut gefallen, dass ich mir eine Nacht um die Ohren geschlagen habe, um es auszulesen. Eine Geschichte über Liebe, Freundschaft und die Schwierigkeiten, denen queere Menschen noch zu lange in den USA gegenüberstanden.
Und last but not least Beklaute Frauen von Leonie Schöler. Ich hatte das Vergnügen, die Autorin dieses Jahr auf der Leipziger Buchmesse zu hören, aber ganz unabhängig davon ist Beklaute Frauen ein informatives Buch, das nicht nur die Biografien vieler Frauen vorstellt, die für ihre, teils bahnbrechende, Arbeit nie die Anerkennung und Aufmerksamkeit erhielten, die sie verdienten. Es stellt auch die zugrundeliegenden Systeme dar und zeigt auf, wo heute noch Handlungsbedarf besteht.

Es gibt noch ganz viele memorable mentions, aber dann wäre dieser Beitrag noch weiter ausgeartet. Kurz nennen möchte ich aber Kaiserwald von Anja Jonuleit, Bitch von Lucy Cooke, A Good Girl’s Guide to Murder von Holly Jackson und Tief im Schatten von Viveca Sten, deren neueste Krimi-Reihe mich auch wieder in ihren Bann gezogen hat.


Bildquellen
Beitragsbild: Wordworld
Cover Eine kurze Geschichte queerer Frauen: Aufbau
Cover Six Times We Almost Kissed (And One Time We Did): Hachette
Cover In Memoriam: Website von Alice Winn
Cover Porno: Rowohlt
Cover The Seven Husbands of Evelyn Hugo: Taylor Jenkins Reid
Cover Beklaute Frauen: Penguin

Aufregend und ereignislos – Jahresrückblick 2023

Ihr Lieben,

ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich noch nie so froh war, zu wissen, dass ein Jahr vorbei ist. Zwar gab es 2023 keine globale Pandemie, die mein (und unser aller) Leben auf den Kopf hätte stellen können. Und auch ansonsten ist mir nichts Furchtbares passiert. Aber das gesamte Jahr wurde von meinem 1. juristischen Staatsexamen dominiert und ich bin einfach so froh, dass 2024 etwas Neues kommt.
Daher auch der Titel dieses Beitrags: natürlich war das Schreiben der Klausuren eine große und sehr aufregende Sache. Aber abgesehen von der Lernerei dafür ist, zumindest in den ersten drei Quartalen des Jahres, wenig passiert.

Das Staatsexamen hatte dazu geführt, dass ich bis September kaum zum Bloggen gekommen bin. Ich habe zwar viel (wirklich seeeeeehr viel) gelesen, aber die Arbeit am Blog ruhte. Nach den Klausuren war es eine meiner größten Freuden, hier wieder Leben reinzubringen. Und ich hoffe sehr, dass ich auch 2024 dabeibleiben kann.

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Die Montagsfrage #39

Nachdem ich die letzten vier Tage mit einer üblen Lebensmittelvergiftung (Lachs gibt es in nächster Zeit nicht mehr) flach lag, geht es mir heute wieder deutlich besser und daher darf auch die Montagsfrage von Wordworld nicht fehlen:

WIE WAR EUER LESEJAHR BIS JETZT? WAS WAREN HIGHLIGHTS/ LOWLIGHTS?

2022 lief bei mir bisher sehr gut, was Bücher angeht! Stand heute habe ich bereits 79 Bücher gelesen, 10 davon waren reReads. (Übrigens, weil es mal diese Montagsfrage gab: 91% Autorinnen) Bei durchschnittlich 3,7 Sternen waren auch schon einige Highlights dabei – ebenso wie Bücher, die mir so gar nicht gefielen.

Ein Highlight direkt zu Beginn des Jahres war Bitches Bite Back von Laura Steven: sehr witzig und noch feministischer, super zu lesen. Ein Jugendroman wie man ihn sich wünscht und auch super geeignet für Erwachsene.
Auch ein Buch, das in Erinnerung blieb, war Remembered von Yvonne Battle Felton. Ein Buch über Sklaverei und deren offiziellem Ende in den USA und das generationenübergreifende Trauma, dass versklavte Menschen erleben mussten. Es war sehr schwer zu lesen, obwohl der Schreibstil toll war. Aber das zeigt wohl. Wie wichtig dieses Buch ist.
In eine ganz andere thematische Richtung geht Was wir lieben, herausgegeben von Lucy-Anne Holmes. In dem wunderschön gestalteten, mit maßgeschneiderten Illustrationen zu jedem Erfahrungsbericht versehenen, Buch erzählen 51 trans und cis Frauen sowie nicht-binäre Menschen, was sie an Sex mögen oder auch nicht. Sie erzählen von Spiritualität, ihrem Leben, gesellschaftlichen Erwartungen, dem eigenen Körperbild.

Aber natürlich konnten mir nicht alle Bücher so gut gefallen. Auch zu Beginn des Jahres stand mit Zurück zu mir von Laura Malina Seiler ein Buch, das voller Spiritualität ist. An und für sich natürlich kein Problem, aber ohne Vorwarnung, wenn man vom Klappentext her mit ganz anderem rechnet, und noch dazu voller problematischer Ansätze und Konzepte, macht das keine Freude. Nächste Woche folgt meine Rezension zum Buch.
Vor kurzem erst habe ich im Rahmen des #frühjahrsputzbingo The Tempest von Steve Sem-Sandberg gelesen, das mir ebenfalls überhaupt nicht gefiel. Ein unausstehlicher Protagonist und noch dazu ein Schreibstil, der mir zum Gähnen langweilig wurde – keine gute Kombi.


Quelle Beitragsbild: Wordworld

Was für ein Jahr – Rückblick 2021

Ihr Lieben,

vor diesem Beitrag sitze ich schon lange und weiß nicht so recht, wie ich anfangen soll. Ich habe meine früheren Jahresrückblicke angeschaut, für Inspiration. Aber 2021 war so anders als jedes andere Jahr in meinem Leben, 2020 einmal ausgenommen.

Privat ist Corona-bedingt wenig passiert. Das Wahlrecht wurde ausgeübt, hin und wieder mal die Familie besucht und ansonsten viel Social Distancing betrieben. Impftermine wurden genutzt, hitzige Diskussionen über Covid geführt und noch hitzigere Diskussionen über juristische Themen. Unsere WG hat (nicht dank mir) sehr kleinen und sehr süßen menschlichen Zuwachs bekommen, sodass die Zeit, die ich damit verbracht habe/verbringe, ein Baby mit Herzaugen anzugucken, rasant in die Höhe gegangen ist. Ebenso wie die Zeit, die ich mit Noise-Cancelling-Kopfhörern verbringe – es hat eben alles seine Vor- und Nachteile. Ich habe eine wichtige Entscheidung bezüglich meiner privaten Zukunft getroffen und es endlich gewagt, mich meiner Familie gegenüber als bisexuell zu outen (insert rainbow flag here) … und nun auch gegenüber allen, die hier mitlesen.

Nicht zu vergessen: Bücher. Es gab wieder jede Menge Bücher. Ausgeliehene, geschenkte, selbst gekaufte, rezensierte (obwohl es bei letzterem schleppend lief, dieses Jahr). Hier daher ein paar Zahlen, weil ich Statistiken liebe, sowie die besten und schlechtesten Bücher des Jahres.

ein stilisiertes aufgeschlagenes Buch, unter dem "My Year in Books" steht und darüber "2021", darunter steht außerdem, dass 52752 Seiten und 161 Bücher gelesen wurden

Im Durchschnitt habe ich für die Bücher 3,9 Sterne vergeben, und es waren durchschnittlich 330 Seiten pro Buch. Das längste Buch war direkt zu Beginn des Jahres Das achte Leben (für Brilka) mit 1280 Seiten, das kürzeste mit 120 Seiten Beim Militär hat man immer sein Totenhemd an ...
Ich bin auch ziemlich zufrieden damit, dass ich meine Goodreads-Challenge über 150 Bücher erfolgreich abgeschlossen habe.

Die drei schlechtesten Bücher:
  • Funkensonntag von Nicola Förg (1 von 5 Sterne)
  • Schatten über Brodersby von Stefanie Ross (1 von 5 Sterne)
  • Mörderisches Sachsen von Eveline Schulze (1 von 5 Sterne)
Die drei besten Bücher

Ich wünsche uns allen ein gutes Jahr 2022: mehr Zeit mit unseren Liebsten und, es handelt sich hier immerhin um einen Buchblog, mehr Zeit mit tollen Büchern.

Love, Celina xx

Die Montagsfrage #31

Hallo ihr Lieben,

ich hoffe, ihr hattet entspannte Feiertage! Ich bin jedenfalls kugelig vollgefuttert und habe wirklich tolle Geschenke bekommen. Dieses Jahr war keine einzige Enttäuschung mit dabei und ich freue mich schon darauf, meine neuen Bücher zu lesen.

In der heutigen Montagsfrage von Wordworld geht es allerdings nicht um Bücher, die wir noch lesen werden, sondern um die des fast beendeten Jahres 2021:

WAS WAR EUER LESEHIGHLIGHT 2021?

Bei mir gab es nicht nur ein Jahreshighlight, daher stelle ich euch drei Bücher vor.

Kim Jiyoung, geboren 1982

In Korea wurde dieses Buch zum Bestseller und das ist für mich sehr nachvollziehbar! Es handelt sich um einen der feministischsten Romane, den ich in diesem Jahr gelesen habe. Es geht um den Widerstreit von Familie und Karriere und wie schwer es Frauen auch heute noch gemacht wird, diese beiden Dinge unter einen Hut zu bekommen. Unterlegt mit Statistiken, liest sich dieses Buch wie die Biografie einer modernen, studierten Mitt-Dreißigerin.
HIER findet ihr meine Rezension zum Buch.

I’ll Be Gone in the Dark

In eine ganz andere Richtung geht mein zweites Highlight: I’ll Be Gone in the Dark ist ein True Crime-Buch, wie ich es noch nie in Händen hatte. Michelle Mc Namara schreibt sehr einfühlsam, gleichzeitig aber auch spannend. Und gibt dabei Einblicke in einen recht bekannten Fall, der erst nach langer Zeit gelöst werden konnte.
HIER könnt ihr meine Rezension zum Buch lesen.

In Control – Dangerous Realtionships and How They End in Murder

Ähnlich düster geht es mit meiner dritten Empfehlung weiter: In Control beschreibt missbräuchliche Beziehungen. Die Autorin zeigt die verschiedenen Eskalationsstufen bis hin zur Tötung der Partnerperson auf, beschreibt Warnzeichen und gibt auch Tipps, wie Freund*innen und Angehörige betroffenen Personen helfen können. Insofern also auch ein unglaublich wichtiges Buch.

Bei der nächsten Montagsfrage haben wir es schon 2022, also rutscht gut rüber und bis dahin!

Love, Celina xx


Bildquellen
Beitragsbild: Wordworld
Cover Kim Jiyoung: KiWi-Verlag
Cover I’ll Be Gone: HarperCollins
Cover In Control: Bloomsbury

Best of 2017

Hello my friends!

Im Vergleich zu 2016 war das Jahr 2017 für mich zwar von viel Routine und wenig Überraschungen geprägt, dennoch ist es recht schnell vergangen – und ich bin froh darum. Denn auf die Überraschungen, die es mit sich gebracht hat, hätte ich gut und gerne verzichten können.

Hier also nun mein kleiner Rückblick auf das Jahr 2017 – verbunden mit der Hoffnung, dass es so nicht nochmal laufen wird.

Die schönste Zeit hatte ich immer während meines Urlaubs – wenn ich aus Stuttgart herausgekommen bin und Neues gesehen habe. Überraschend ist das eigentlich nicht. Wenn ich längere Zeit keinen Urlaub/Ausflug unternehme, um Neues zu sehen, werde ich unruhig. Ich habe nach über einem Jahr zurück in Deutschland noch immer furchtbares Fernweh nach Großbritannien.

The good …

Kein Wunder also, dass ganz oben auf der Liste der schönen Erinnerungen das Wiedersehen mit meinen AuPair-Kindern aus England steht. Wir haben uns zwar nur für eine kurze Stunde gesehen, von der werde ich aber noch ein ganzes Weilchen zehren (müssen). Da beide Kids sehr jung waren, als ich gegangen bin (4 bzw. 2 Jahre alt), hatte ich nicht damit gerechnet, dass mich beide erkennen würden. Ich wurde aber von dicken Küssen, festen Umarmungen und viel Aufregung beider Kids begrüßt und das war das schönste Geschenk des Jahres.

Eng mit dem Besuch bei den Kids hing mein dritter Besuch des Busfests in Malvern, GB, zusammen. Wieder bin ich mit meinem Papa dorthin gefahren und wir hatten wieder eine Menge Spaß.

Hinzu kamen zwei schöne Wochen mit meiner Familie in Berlin, viele kleine (Tages-)Ausflüge (beispielsweise nach Lauffen a.N.) und massenweise wunderbare Treffen mit Freunden.

Definitiv zu den guten Sachen diesen Jahres gehört auch der Blogumzug zum selbstgehosteten WordPress und der damit einhergehende Header, den mir die liebe Sandra gestaltet hat.

… and the bad …

Besonders traurig wurde das Jahr 2017, als es bereits dem Ende zuging. Innerhalb von drei Wochen verstarben sowohl mein Großonkel als auch die Lebensgefährtin meines Opas.
Insbesondere bei meinem Großonkel kam das Ende überraschend und hat uns dementsprechend stark mitgenommen.

Anfang September hatten mein Papa und ich einen Autounfall, bei dem wir beide mit viel Glück sehr glimpflich davon gekommen sind. Das Auto ist ein Totalschaden und laut einem guten Freund wären wir aus einem weniger stabilen Auto (es handelte sich um einen VW T4 wie im Bild oben dreimal zu sehen) vermutlich nicht wieder ausgestiegen.
Von uns beiden wurde ich „schwerer“ verletzt, letztendlich war ich aber nach einer Woche wieder auf den Beinen – rein körperlich war es also nichts Tragisches.

… and a New Year

Ich bin kein Fan von Vorsätzen für’s neue Jahr. Insbesondere, da ich sie meist doch nicht einhalte.
Eine Sache habe ich mir aber doch vorgenommen und ich denke nicht, dass es bei dieser ein Problem mit dem „Durchhalten“ gibt. Dieses Jahr möchte ich so viele Bücher von Frauen lesen wie nur irgend möglich. Über das Thema hatte ich mir schon länger Gedanken gemacht, als Stefan Mesch diesen Tweet schrieb:

Damit wurde meine Entscheidung gefestigt.
Zudem möchte ich auch versuchen, möglichst viele Bücher, die nicht in der westlichen Welt spielen, zu lesen. 2017 habe ich nämlich einige tolle Bücher und Autorinnen für mich entdeckt, die eben in einem anderen Kulturkreis spielen.

Wir werden sehen, was 2018 uns bringt. Und ob ich mich an meine Vorsätze halten werde.

Ich freue mich auf jeden Fall auf das kommende Jahr mit euch allen und wünsche euch einen guten Start in das erste Wochenende 2018!

Mit viel Liebe
Celina xxx

Lesemonat März

Guten Morgen ihr Lieben!

Der März ist mein Lieblingsmonat: das Wetter wird endlich besser und außerdem habe ich Geburtstag. Und das bedeutet natürlich jede Menge neue Bücher, was mich grundsätzlich glücklich macht.
Obwohl mein Geburtstag erst am Ende des Monats ist, gab es auch im März einige tolle Bücher zu lesen.

  • Three Act Tragedy von Agatha Christie > 3 Sterne
  • Matilda von Roald Dahl > 5 goldene Sterne
  • Bound by Duty von Cora Reilly > 3 Sterne
  • Engelskrieger von Nalini Singh > 3 Sterne
  • Stitch – Satan’s Fury MC von L. Wilder > 3 Sterne
  • Men Explain Things to Me von Rebecca Solnit > 5 Sterne
  • Frigid von Jennifer L. Armentrout > 5 Sterne
  • Das Geheimnis der Madame Yin von Nathan Wilders > 4 Sterne
  • Das Jahr, in dem ich dich traf von Cecelia Ahern > 5 Sterne
  • Es klingelte an der Tür von Rex Stout > 4 Sterne
  • Eisige Umarmung von Nalini Singh > 3 Sterne
  • Im Feuer der Nacht von Nalini Singh > 3 Sterne
  • Rock Kiss – Bis der letzte Takt verklingt von Nalini Singh > 4 Sterne
  • Outside the Lines von Anne Malcom > 2 Sterne
  • Beyond the Horizon von Anne Malcom > 2 Sterne
  • Pfade im Nebel von Nalini Singh > 3 Sterne

Wie man sehen kann, bin ich also ganz gut auf mit den Rezensionen – von vier der sechs neuen Bücher habe ich bereits eine veröffentlicht. Zudem sind ein paar bereits fertig geschrieben oder zumindest fest eingeplant.
Insgesamt wurden es in diesem Monat ganze 17 Bücher, wobei es nur sechs neue waren. Irgendwie konnten mich meine bisher ungelesenen Bücher nicht so ganz ansprechen. Deutsche und englische Bücher haben sich in diesem Monat die Waage gehalten (9 deutsche und 8 englische) und insgesamt bin ich echt zufrieden, was diesen Monat angeht.

Das beste Buch des Monats war in meinen Augen Men Explain Things to Me von Rebecca Solnit, da es so unglaublich viele Denkanstöße geliefert hat und trotz seines ernsten Themas nicht zu langweilig wurde.

Men_Explain_the_World_to_Me1

Ein weiteres Highlight des Monats war der allererste Gastbeitrag, der auf meinem Blog online ging: die liebe Lilly hat über fünf Bücher geschrieben, die mehr Aufmerksamkeit bekommen sollten, also schaut unbedingt mal rein und vergebt ein bisschen Aufmerksamkeit 😜

Ich hoffe ihr hattet einen wunderschönen März, habt die Sonne ordentlich genossen, ein bisschen Vitamin D getankt und seid damit bereit für das nächste Quartal!

Liebe Grüße
Celina xxx

PS: Schaut doch mal bei meinem Gewinnspiel vorbei – vielleicht bringt euch ja der April ein neues Buch!