Buchiger Rundumschlag V – #frühjahrsputzbingo

Hallo ihr Lieben,

vor kurzem hatte ich einen Beitrag geschrieben, welche Bücher ich für das #frühjahrsputzbingo lesen möchte. Mittlerweile ist der Februar fast vorüber und ich habe tatsächlich alle neun Bücher gelesen!

Im Folgenden möchte ich euch einen Überblick geben, wie mir die Bücher gefallen haben.

Das achte Leben (für Brilka)

Das achte Leben (für Brilka) war das erste Buch, das ich gelesen habe und das einzige, das nicht ausgelost wurde. Mit über 1200 Seiten, war es mein Angst-Buch; ich hatte auch schon einmal angefangen, es zu lesen und dann doch wieder abgebrochen.
Diesmal bin ich damit fertig geworden und es hat mir richtig gut gefallen. Es geht um die Geschichte einer Familie, Brilkas Familie. Anhand derer wird auch die Geschichte Georgiens, Russland und Europas erzählt.
Es war ein spannender Einblick in historische Vorgänge, über die ich bisher wenig bis gar nichts wusste.

Bewertung: 5 von 5.

HIER gibt es einen von mir erstellten Überblick über die Personen im Buch.

So groß wie deine Träume

Das war der Tränentreiber unter meinen Bingo-Büchern. Die Geschichte um Mattie, die todkrank ist, ihren Mann Don und die Pflegerin Rose ist schön geschrieben. Wie es schon vom Klappentext zu erwarten ist, behandelt es einige sehr schwere Themen; vorrangig geht es um Trauer. Es wirft aber auch Licht auf ALS, an dem Mattie erkrankt ist. Bekannt ist die Krankheit vor allem, weil Stephen Hawking sie hatte.
Viola Shipman zeigt, wie Betroffene damit leben und wie Angehörige damit umgehen.

Bewertung: 5 von 5.

The Woman Who Breathed Two Worlds

Dieses Buch bietet Einblick in einen Teil der Weltgeschichte, über den ich bisher wenig wusste und an dem der Westen – leider – wenig Interesse zeigt. Denn es ist wirklich spannend. Einerseits, dass man „die weißen Teufel“ nicht besonders leiden kann, andererseits aber der große Einfluss, zumeist im schlechten, den diese nehmen und dem sich die Einheimischen nicht entziehen konnten. Und wie letztendlich die Änderungen gar nicht mehr groß kommentiert wurden.
Im Kleinen war es ein Einblick in das Leben von malaysischen Frauen vor rund hundert Jahren.

Bewertung: 4 von 5.

„Beim Militär hat man immer sein Totenhemd an …“

Dieses Buch war das kürzeste, aber es war stellenweise so langweilig, dass ich mich wirklich zwingen musste, es zu beenden.
Sonst lässt sich nicht besonders viel sagen: es geht genau um das, was der Klappentext beschreibt, ohne große Überraschungen. Es bietet einen Einblick in das Dorfleben der 30er und 40er Jahre.

Bewertung: 2 von 5.

The Muse

Von Jessie Burton hatte ich schon das Buch The Miniaturist gelesen und mochte es sehr. So war ich einerseits sehr gespannt auf ihr zweites Buch, andererseits fand ich es hier schwierig, in die Geschichte hineinzukommen. Letztendlich war es aber wieder spannend zu lesen; kein Feel-Good-Buch, denn keiner der Erzählstränge (Odelle 1967 und Olive 1936) hält ein Happy End bereit. Aber es bietet Einblick in viele unterschiedliche Themen: die Kunstwelt, sowohl kurz vor dem Zweiten Weltkrieg, als auch rund 20 Jahre danach; die Probleme, die Frauen in einer sehr Männer-dominierten Welt haben; Spanien ganz zu Beginn von Francos Herrschaft.

Bewertung: 4 von 5.

Schuld

Auf Schuld war ich gespannt, da es Einblicke bietet in das Berufsleben, das ich einmal haben möchte: Anwältin.
Die Kurzgeschichten spiegeln etwas wieder, das mir im Jurastudium sehr früh beigebracht wurde: Gerichtsurteile haben oft nichts mit Gerechtigkeit zu tun. Es geht um die Diskrepanzen zwischen Folgen für Opfer und Täter (wenn es für diese überhaupt Konsequenzen gibt); zwischen „Wissen“ und „vor Gericht beweisen können“; zwischen „etwas Falsches tun“ und „etwas Strafbares tun“.
Ferdinand von Schirach schreibt so, dass Laien es verstehen und Juristen nicht gelangweilt werden.

Bewertung: 5 von 5.

Lady Chatterley’s Lover

Ladys Chatterley’s Lover war das älteste Buch, das ich gelesen habe (1920er). Es war für mich aber auch das schlechteste von den neun Büchern.
Zunächst hat es über ein Drittel des Buches gedauert, bis endlich etwas passiert ist. Dann aber war es sehr viel Geschwafel, zudem Ableismus, Sexismus, Rassismus, Antiziganismus und Antisemitismus. Als gut bewerten würde ich, auch im Vergleich mit heutigen Büchern, nur, dass und wie viel Lady Chatterley und ihr „Lover“ über Sex reden. Es wird z.B. auch angesprochen (und von der anderen Seite anerkannt), wenn sich etwas nicht gut angefühlt hat.

Bewertung: 1 von 5.

Der lange Abschied von der weißen Dominanz

Bei diesem Buch war ich hin- und hergerissen, wie ich es fand. Einerseits kann ich es Schwarzen (bzw. PoC) nicht empfehlen. Zu häufig werden in meinen Augen Wörter wie das N-Wort voll ausgeschrieben (warum?!), zwar häufig „nur“ als Zitat, aber selbst das halte ich von einer weißen Person kommend für fragwürdig.
Für weiße Menschen dürfte dieses Buch aber einige Denkanstöße bieten, vor allem dahingehend, sich vom eigenen eurozentrischen Denken zu lösen (damit meine ich mich).
Es werden zudem sehr viele Themen angesprochen, in denen Weiße (noch) dominieren oder auf Kosten der Menschen in anderen Ländern Privilegien genießen.

Bewertung: 4 von 5.

The Zanzibar Wife

Zu Beginn hat mir The Zanzibar Wife sehr gut gefallen. Man kommt gut in die Geschichte hinein und die drei Protagonistinnen repräsentieren drei sehr unterschiedliche Perspektiven. Rachel ist atheistisch und sehr westlich – inklusive eine manchmal herablassenden Sicht auf alles Nicht-Westliche und Nicht-Atheistische. Ariana ist das moderne Bild des Islams; sehr gläubig, manchmal abergläubisch und nicht gewillt, sich vorschreiben zu lassen, wie sie ihr Leben zu leben hat. Miza ist die titelgebende sansibarische Ehefrau, eine Hausfrau mit traumatischer Vergangenheit.
Gegen Ende hatte ich meine Probleme mit der Geschichte, insbesondere mit dem magischen Anteil.

Bewertung: 3 von 5.

Habt ihr eines der Bücher auch gelesen? Was denkt ihr darüber?

Love, Celina xx


Bildquellen
Das achte Leben (für Brilka): Ullstein
The Zanzibar Wife: Penguin Australia
Lady Chatterley’s Lover: Goodreads
The Woman Who Breathed Two Worlds: Amazon
Der lange Abschied von der weißen Dominanz: dtv
Schuld: Randomhouse
So groß wie deine Träume: Fischer-Verlage
The Muse: Kobo
„Beim Militär trägt man immer sein Totenhemd …“: Amazon

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