Rezension – Miss Bensons Reise

Margery Benson ist Lehrerin an einer Mädchenschule. Doch an einem schicksalhaften Tag beendet sie ihre Zeit dort auf recht dramatische Weise und erinnert sich an ihren Traum, den goldenen Käfer in Neukaledonien zu finden. Und so packt sie ihre Sachen und reist kurz darauf zusammen mit der jungen Enid Pretty ans andere Ende der Welt. Sie ist nicht die perfekte Reisebegleitung in Margerys Augen: eine plapperhafte Sexbombe, die keine der erwarteten Kriterien erfüllt. Noch dazu hat Enid ein Geheimnis, das die Frauen noch tausende Kilometer von London entfernt einholen könnte.

CW für das Buch am Ende des Beitrags

Vielen Dank an NetGalley.de und den Fischer-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Von Rachel Joyce hatte ich bisher nur Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry gelesen. Das Buch hat mir, wie ihr in der Rezension lesen könnt, richtig gut gefallen und entsprechend hoch waren auch meine Erwartungen an Miss Bensons Reise. So richtig erfüllt wurden die aber nicht.

Das fängt mit der titelgebenden Margery Benson und ihrer Begleiterin Enid Pretty an. Ich weiß, dass sich Gegensätze anziehen können und besonders bei Freundschaften erlebe ich das auch. Aber diese beiden sind so unglaublich unterschiedlich: Margery ist Mitte 40, eher prüde, sehr ernsthaft mit zahlreichen Grundsätzen – „goody two-shoes“ trifft auf sie voll zu; Enid dagegen ist sich ihrer körperlichen Reize bewusst und setzt diese gern zu ihrem Vorteil ein, sie ist recht vorurteilsfrei und sehr lebhaft. Für mich war überhaupt nicht nachvollziehbar, dass diese beiden sich anfreunden.

Enttäuscht war ich aber vor allem vom Ende des Buchs. Es wirkte, als wüsste Rachel Joyce nicht so richtig, wie sie ihre beiden Heldinnen aus dem Schlamassel holen soll, in den sie die beiden hineinmanövriert hat. Und so war das Ende einerseits sehr gewaltvoll und andererseits antiklimaktisch, da sich die beiden ihren Problemen nicht wirklich stellen müssen.

Für mich war Miss Bensons Reise leider die erste Enttäuschung des Jahres, insbesondere da mir Harold Fry so gut gefallen hatte.

„Was uns zugestoßen ist, macht nicht das aus, was wir sind. Wir können sein, was wir sein möchten.“

Enid Pretty (tolino-Ausgabe, S. 256)

Bewertung: 2 von 5.

Über Rachel Joyce:
Rachel Joyce wurde 1962 in London geboren und hat zwei Schwestern. Nach der Schule studierte sie Englisch in Bristol und besuchte die Royal Academy of Dramatic Art in London. Sie arbeitete als Schauspielerin, bis sie 1999 beschloss, sich mehr auf ihre Familie zu konzentrieren. Sie wurde Hörspielautorin für die BBC; 2012 erschien ihr erster Roman The Unlikely Pilgrimage of Harold Fry (dt.: Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry). Dem folgten noch fünf weitere.
Sie ist mit dem Schauspieler Paul Venables verheiratet und hat vier Kinder.
Quelle: Wikipedia

Weitere Meinungen zum Buch:
Buchsichten („eine[…] große[…] Leseempfehlung für jeden“)
SL Leselust („Unbedingt empfehlenswert“)
bücher in meiner hand (3 Punkte; „komisch, tragisch und unausgereift zugleich“)

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Originaltitel: Miss Benson’s Beetle | Übersetzerin: Maria Andreas
Hardcover: ISBN 978-3-8105-2233-7 | 20,00 €
E-Book: ISBN 978-3-10-403161-3 | 16,99 €
480 Seiten | erschienen 2020

Verlagswebseite zum Buch


Bildquellen
Cover: Fischer-Verlage
Autorin: TLC Book Tours

CW für das Buch: Geburt, Vergewaltigung/sexueller Missbrauch (angedeutet), Suizid, Tötung auf Verlangen, Mord, Stalking, tote Tiere, detailreiche Beschreibung der Tötung von Insekten, Erbrechen

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