The Red Notebook

The_Red_NotebookThe Red Notebook | Antoine Laurain | Gallic | erschienen 2015
ISBN 978-1-908313-86-7 | £8.99
Leseprobe (englisch)

Über Antoine Laurain:
Laurain wurde in Paris geboren. Er ist Autor, Journalist und Antiquitätensammler. Bisher hat er fünf Bücher geschrieben, zwei davon wurden ins Deutsche übersetzt (Der Hut der Präsidenten und Liebe mit zwei Unbekannten [engl.: The Red Notebook]). Für seine Bücher wurde er mehrfach ausgezeichnet und repräsentierte 2014 Frankreich bei der European Literature Night.
Quelle: Gallic Books

Der Buchhändler Lauent stolpert in Paris Straßen über eine Handtasche, die offenbar nach einem Raub dort abgelegt wurde. In dieser findet er, neben dem typischen Inhalt einer Frauen-Handtasche, auch ein kleines rotes Notizbuch, in dem die Besitzerin ihre Gedanken festgehalten hat. Laurent ist immer mehr fasziniert von der Unbekannten und macht sich schließlich auf die Suche nach ihr. Sein einziger Anhaltspunkt ist ihr Vorname; wie soll er sie also der Millionenstadt Paris aufspüren?

Kurz nachdem ich die Rezension zu Der Hut des Präsidenten bei Lisibooks gesehen habe, bin ich in der Buchhandlung über dieses kleine Büchlein gestolpert und musste es einfach haben. Mal davon abgesehen, dass ich die Story an sich toll fand, hat mir auch das Cover sehr gut gefallen (um einiges besser als dasjenige der deutschen Ausgabe).
Und nicht nur das Äußere, sondern auch der Inhalt konnten mich voll überzeugen. Die Geschichte um Laurent hat mich auf den knapp nur 160 Seiten immer mal wieder zu Tränen gerührt, aber auch zum Lachen gebracht. Es ist ein mitreißender Roman über die Liebe, aber vor allem darüber, wie das Leben spielt – manchmal auch mit uns. Eine locker leichte Lektüre, die aber dennoch zum Nachdenken anregt über allerlei Themen – und sei es nur darüber, ob man die Handtasche einer Frau durchwühlen darf oder nicht.
Die beiden Protagonisten sind keine Superhelden, sondern Menschen wir du und ich, die die gleichen Probleme plagen und ich fand es daher sehr einfach mich in sie hineinzufühlen. Dazu hat auch der angenehme Schreibstil des Autors beigetragen.
Außerdem fand ich es eine nette Abwechslung, dass wir Charaktere haben, die gelebt haben und Ecken und Kanten haben, aber nicht traumatisiert sind. Ich bekomme mittlerweile oft das Gefühl, dass in Liebesromanen mindestens eine Person traumatisiert sein MUSS, allerdings finde ich es einfacher, mich in jemanden hineinzufühlen, der eben nicht traumatisiert ist.
Und für den Büchermensch in mir war es toll, die häufigen Bezüge auf Autoren und Bücher zu lesen und diese Liebe zu Büchern zu erleben.
Ich will hier gar nicht mehr schreiben, denn sonst würde ich spoilern. Das Buch kann ich nur empfehlen, ich liebe, liebe, liebe es!

He  had opened a door into the soul of the woman with the mauve bag and even though he felt what he was doing was inappropriate, he couldn’t stop himself from reading on.
– Laurent Lettelier

goldene_Sterne

Buch Safari #11

Buch_SafariHallo ihr Lieben!

So langsam wird es auch hier Frühling, die Vögel zwitschern und die Sonne scheint. Ein richtig schöner März-Samstag! Ich werde mich nachher im Garten in die Sonne setzen und mein aktuelles Buch lesen ❤ Zuerst ist es aber Zeit für die Buch Safari auf Anjas Bücherblog!

1. Nenne ein Buch in einer anderen Sprache.
Da gibt es einige! Aber erst kürzlich auf meiner Wunschliste ist The Letter von Kathryn Hughes gelandet.

Klappentext:
Tina Craig longs to escape her violent husband. She works all the hours God sends to save up enough money to leave him, also volunteering in a charity shop to avoid her unhappy home. Whilst going through the pockets of a second-hand suit, she comes across an old letter, the envelope firmly sealed and unfranked. Tina opens the letter and reads it – a decision that will alter the course of her life for ever…
Billy Stirling knows he has been a fool, but hopes he can put things right. On 4th September 1939 he sits down to write the letter he hopes will change his future. It does – in more ways than he can ever imagine…
Quelle: Amazon

2. Wieso möchtest du dieses Buch unbedingt haben?
Zunächst einmal hat mich das Cover sehr angesprochen. Ich finde es einfach wunderschön, mit den alten Briefen und der einzelnen Blume. Dann hat mich der Klappentext auch sehr neugierig gemacht: ob das wieder eines dieses Bücher mit Liebesbriefen ist (ich finde, dazu gibt es echt viele Romane)? Und wie geht Tina mit ihrem gewalttätigen Ehemann um?

3. Führst du eine Leseliste oder suchst du dir spontan ein Buch aus, welches du als nächstes lesen möchtest?
Eine Leseliste führe ich nicht. Bei mir haben Rezensionsexemplar einen gewissen Vorrang, aber nur insofern, dass ich mein aktuelles Buch beende und mich dann an das Rezensionsexemplar mache. Allerdings bekomme ich keine unangefragten Rezensionsexemplare und weiß daher auch, dass es in näherer Zukunft vermutlich ein Buch zu lesen gibt. Ansonsten leihe ich mir meistens mehrere Bücher aus der Bücherei aus und lese immer das Buch, das mich am meisten anspricht, als nächstes. Also bin ich schon recht spontan bei meiner Leseplanung.

Seid ihr voll durchorganisiert, was das Lesen angeht? Oder auch eher der spontane Typ?

Liebe Grüße,
Celina xx

Rezension – Dark Nights

Dark Nights umfasst zwei Novellen über die Carpathians: Dark Descent und Dark Dream.
In Dark Descent wird die Leibwächterin Joie Sanders wie magisch von den Karpaten angezogen und macht sich mit ihren Geschwistern auf den Weg dorthin. In einer Höhle findet sie den Carpathian Traian, der in ihr seine Seelengefährtin* erkennt. Doch bevor die beiden sich mit dieser Tatsache auseinandersetzen können, müssen sie vor einer Horde Vampire flüchten …
Die Heldin aus Dark Dream, Sara Marten, versucht in einer Gasse einem Fremden das Leben vor einer Bande Straßenräuber zu retten. Doch als dieser sich die Straßenräuber vom Hals schafft, glaubt sie in ihm ein Monster zu erkennen, das ihre Familie getötet hat und sein über einem Jahrzehnt Jagd auf sie macht. Falcon jedoch, den sie zu retten versuchte, erkennt, dass sie seine Seelengefährtin* ist. Doch kurz nachdem Sara die Tatsache, dass er kein widerwärtiges Monster ist,  akzeptiert hat, muss sie in die Karpaten flüchten, um den wahren Monster zu entkommen …

Von Christine Feehan habe ich bereits einmal ein Buch aus der Leopard-Serie gelesen und das hat mich im Großen und Ganzen sehr angesprochen. Daher habe ich mich gefreut, diesen bekannten Namen in der örtlichen Bücherei zu sehen.
Allerdings hat mir diese kleine Kollektion deutlich weniger gefallen. Kitsch hatte ich erwartet, aber ganz bestimmt nicht in solchen Mengen. In den Sexszenen schmilzt ständig jemand dahin oder explodiert. Gar nicht schön und hat mir auch nicht gefallen.
Mit den Charakteren ging es weiter: an und für sich sind alle Hauptpersonen (mal abgesehen von den Vampiren) sehr sympathisch. Allerdings waren mir insbesondere die Frauen eindeutig zu makellos: sie sehen wunderschön aus, sind selbstlos und haben gefühlt noch keinerlei schwerwiegende Fehler begangen. Außerdem sollte man meinen, dass die Ermordung der eigenen Familie, wie in Saras Fall, ein Kind traumatisiert. Es wird auch immer mal wieder angesprochen, ändert aber nichts daran, dass sie sich ihm an den Hals wirft und sofort gewillt ist, ihr ganzes Leben für ihn auf den Kopf zu stellen.
Das ist übrigens eine Tatsache, die mich an beiden Frauen gestört hat: dass der Mann nur erklären muss, was eine Seelengefährtin* ist und man sich dann NATÜRLICH sofort und ohne jeden Zweifel für ein Leben mit ihm entscheidet – und dafür, sich mal eben kurz in eine Unsterbliche verwandeln zu lassen. Risiken? Wen interessieren die schon?! Klar entscheiden sich auch in anderen Liebesromanen (und im wahren Leben) Menschen dafür, sein Leben mit jemand anderem zu teilen. Aber mir ging es in diesem Buch eindeutig zu schnell. Ein ähnliches Thema gibt es auch in Nalini Singhs Gestaltwandler-Romanen. Aber dennoch entscheiden die Hauptpersonen sich nicht einfach so und aus heiterem Himmel dafür, sich dem Anderen hinzugeben.
Positiv bleibt aber zu erwähnen, dass Feehan starke Frauen geschaffen hat, die wissen, wie man kämpft und sich nicht bevormunden lassen. Sie sind mir zu makellos und, was die Beziehung angeht, zu voreilig, aber sie lassen sich auch nicht von den Männern, die ihnen Jahrtausende an Erfahrung voraushaben, bemuttern.

Mich konnte das Buch nicht begeistern und ich werde mir in Zukunft keine Bücher über die Carpathians von Feehan besorgen. Allerdings werde ich Feehans Bücher nicht komplett „verbannen“, denn, wie gesagt, eines ihrer Leoparden-Bücher konnte mich bereits überzeugen.

Bewertung: 2 von 5.

Über Christine Feehan:
Feehan wurde in Kalifornien geboren und wuchs mit 13 Geschwistern auf; ihre Schwestern wurden ihre ersten Leser. 1999 erschien ihr erstes Buch Dark Prince (dt.: Mein dunkler Prinz), das auf Anhieb mehrere Preise für Romantik-Bücher gewann. Seitdem hat sie mehrere Dutzend Bücher und Novellen geschrieben, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden.
Sie ist verheiratet, das Paar hat 11 Kinder.
Quelle: Wikipedia

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Taschenbuch: ISBN 978-0-7499-5846-6 | £7.99


* Ich habe das Buch auf Englisch gelesen und weiß nicht, was die offizielle deutsche Übersetzung in Feehans Büchern für „Soulmate“ ist. Daher habe ich mich hier für „Seelengefährten“ entschieden.

Top Ten Thursday #11

Top Ten ThursdayHallo ihr Lieben!

Beim Top Ten Thursday von Steffi’s Bücherbloggeria gibt es heute ein Thema ganz nach meinem Geschmack: 10 Biografien/Schicksalsberichte aus deinem Bücherregal! Mir ist es echt schwer gefallen, nur zehn davon herauszusuchen.

Als erstes ist mir dazu Der lange Weg zur Freiheit von Nelson Mandela eingefallen. Seine Autobiografie wartet schon ein Weilchen darauf, von mir gelesen zu werden!
Gar nicht so lange her ist meine Lektüre von Karl der Große, eine Romanbiografie über ihn von Thomas R. P. Mielke (meine Rezension gibt es HIER).
Zwei Bücher, die mir besonders am Herzen liegen sind das Tagebuch der Anne Frank und Rutkas Tagebuch von Rutka Laskier, einer polnischen Jüdin, die Tagebuch führte über ein Leben unter den Nazis und vermutlich in Auschwitz-Birkenau ermordet wurde.
Ein Buch, das eher zur Zierde (wenn man hiervon sprechen kann) dasteht und ich vermutlich nie lesen werde ist Hitler, die Biografie über ihn von Ian Kershaw. Ich habe sie einmal angefangen, aber nach ca. 100 Seiten (von über 1000) habe ich es aufgegeben.
Um im Dritten Reich weiter zu machen: Auch die Biografie von Adolf Eichmann (Adolf Eichmann: Bürokrat und Massenmörder) von David Cesarani steht noch ungelesen im Regal. Allerdings war dieses Buch vom Schreibstil angenehmer, also will ich es noch lesen.
Von Winston S. Churchill besitze ich eine Art Autobiografie: Der Zweite Weltkrieg. Das ist eine Zusammenstellung aller Ereignisse, zusammengefasst aus seinen Memoiren, die zwölf Bände umfassen.
Auf die Lektüre von Marek Edelman erzählt freue ich mich schon sehr. Edelman war einer der Kämpfer während des Warschauer Ghetto-Aufstandes und berichtet in diesem Buch über sein Leben, besonders auch während der Besatzung durch die Deutschen. Es besteht aus Interviews, die Witold Beres und Krzysztof Burnetko mit dieser polnischen Legende geführt haben.
Um andere Zeiten der Menschheitsgeschichte nicht ganz zu vernachlässigen, will ich noch The WInter Crown nennen (für meine Rezension hier klicken). Auch dieses Buch habe ich erst vor kurzem gelesen, Teil 2 einer Trilogie um Eleonore von Aquitanien, die im zwölften Jahrhundert gelebt hat und als eine der einflussreichsten Frauen des Mittelalters gilt.
Last but not least: Jerusalem von Simon Sebag Montefiore. Das ist die Biografie der Stadt und obwohl es ein ziemlich dicker Schmöker ist, habe ich es geliebt, das Buch zu lesen! Es ist mal etwas anderes und es war unglaublich, die Wandlung(en) dieser Stadt im Laufe der Jahrhunderte mitzuverfolgen.

Über welche Personen und Persönlichkeiten habt ihr Bücher im Regal stehen?

Liebe Grüße,
Celina xx (die sich jetzt in die Küche begibt, um Wiener Schnitzel zu machen ❤ )

Die Königin der Orchard Street

Die_Königin_der_Orchard_StreetDie Königin der Orchard Street | Susan Jane Gilman | Insel | erschienen 2015
ISBN 978-3-458-17625-1 | 19.95€
Leseprobe

Über Susan Jane Gilman:
Gilman wurde in New York geboren und wuchs dort auf. Sie studierte Kreatives Schreiben an der Universität von Michigan und hatte bereits drei Sachbücher veröffentlicht, bevor sie Die Königin der Orchard Street schrieb.
Neben ihrer Tätigkeit als Autorin, hat sie auch eine Zeit lang eine Buch-Sendung in einem Schweizer Radiosender mitmoderiert.
Sie lebt in Genf und New York.
Quelle: Insel, Gilmans Blog

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts wandert Malkas Familie aus Russland nach Amerika aus, wie Tausende andere in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Dieser Traum bewahrheitet sich für die Familie zunächst nicht. Doch Malka ist klug und lernt schnell, sich auf der Straße durchzuschlagen – bis zu dem Tag, als sie von einem Eiswagen überfahren und zum Krüppel gemacht wird. Papa Dinello, der Eisverkäufer, nimmt sie daraufhin bei sich auf und weiht sie in der Herstellung des Eises ein. Mit ihrer Cleverness arbeitet sich Malka Bialystoker von der Lower East Side zu Lilian Dunkle, der „Eiskönigin Amerikas“, hoch.

Bücher mit diesem Thema liebe ich einfach: ein armes Kind schafft durch harte Arbeit und Cleverness den Aufstieg von ganz unten nach ganz oben. Am liebsten sind mir dabei natürlich die Bücher über Frauen, denen ein solcher Aufstieg gelingt. Und egal ob fiktionaler oder realer Charakter: ich liebe es, in deren Zeit zu versinken.
Dass es die Eiskönigin, deren Geschichte in diesem Buch erzählt wird, nicht gegeben habe soll, will man gar nicht glauben. So realistisch werden Lillian und ihre Zeit  dargestellt, das man sie bildlich vor sich sieht.
Das Buch ist in Form eines Berichts mit Rückblenden aufgebaut und von Anfang an habe ich mir eine alte Dame mit eisernem Willen vorgestellt, die gerne mal grummelt. Da es aus der Ich-Perspektive geschrieben war, konnte man sich gut in sie einfühlen und auch wenn sie und ihre Entscheidungen mir teilweise nicht wirklich sympathisch waren, konnte man sie doch nachvollziehen. Ihre Geschichte hat mir manchmal Tränen in die Augen getrieben, ich habe vor Freude gelacht und Bewunderung empfunden für eine Frau, die sich allen Widrigkeiten zum Trotz nicht unterkriegen lässt. In einer von Männern dominierten Welt arbeitet sie sich zur Matriarchin über ein Eisimperium hoch und geht dabei keiner Konfrontation aus dem Weg.
Lillian Dunkle ist ein Charakter ganz nach meinem Geschmack: sie verzweifelt an keiner der Herausforderungen, vor die das Leben sie stellt, rappelt sich immer wieder auf und ist dennoch nicht fehlerlos. Sie hat keinerlei gesundes Urteilsvermögen, wenn es um ihre Familie geht. Aber ihre Makel machen sie umso realistischer. Sie hat mir auch so gut gefallen, weil sie in gewisser Form ganz anders ist als die normalen Heldinnen historischer Romane. Sie verlässt sich nie auf jemand anderen als sich selbst, nicht einmal, als sie den Mann ihrer Träume heiratet, und ruht sich nie auf ihrem Erfolg aus. Sie greift dem Glück gerne mal ein wenig unter die Arme und schämt sich dessen auch nicht. Es scheint sie nicht zu kümmern, was andere von ihr denken (ausgenommen ihre Familie) und auch dass hat sie mir sympathisch gemacht. Sie ist stolz auf ihr Leben und ihre Leistungen, auch wenn man meinen könnte, dass sie manchmal ein wenig zu stolz ist. Sie ist eine Lady, die mit ihren Ansichten gut in moderne Zeiten passen könnte und doch von altem Schlag ist.
In meinen Augen ist Gilman das Kunststück gelungen, einen absolut fesselnden Roman zu schreiben, mit einer Protagonistin, die man manchmal nicht versteht, sie manchmal gar als unsympathisch empfindet. Ganz nebenbei gibt das Buch einen anschaulichen Einblick in das Amerika des 20. Jahrhunderts und deckt nahezu das gesamte Jahrhundert. Von dem Leben der Einwanderer, der Ärmsten der Armen, hin zu den ausschweifenden Partys der Superreichen, über die Stellung der Frau und die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs. Und sie geht nicht nur auf die großen Ereignisse ein, sondern entführt einen (zwangsläufig) in die Welt der Eisherstellung und wie kleine Veränderungen große Auswirkungen haben können.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass Gilman einen Roman geschrieben hat, der mir vor Augen geführt hat, welche Vorteile wir heutzutage eigentlich haben (besonders wir Frauen) und dass wir über vieles gar nicht jammern dürften. Und es ist ein Zeugnis davon, sich niemals aufzugeben und immer wieder aufzustehen. Ein Buch über eine starke Frau, die abgehärtet wurde vom Leben und vielen ein Vorbild sein könnte. Auch ein Buch, bei dem man oft vergisst, dass es diese Lillian Dunkle nie gab – zu realistisch wirkt sie.

Ich war stolz darauf, zum „neuen Geld“ zu gehören. Alles, was Bert und ich besaßen, hatten wir uns selbst aufgebaut.
– Lillian Dunkle

goldene_Sterne

Gemeinsam Lesen #22

Gemeinsam_LesenHallöchen ihr Lieben!

Zeit für Gemeinsam Lesen von den Schlunzen-Büchern!

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese im Augenblick Das Zeichen der Isis von Melanie Metzenthin, das mit der Piper-Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Ich bin im E-Book auf Seite 20 von 345.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Tatsächlich aber war sein Blick nach innen gekehrt.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Ich habe gerade erst angefangen, das Buch zu lesen und bisher gefällt es mir sehr gut. Bisher wirkt alles sehr realistisch und man kann sich gut in die Zeit einfühlen, da es aus der Ich-Perspektive geschrieben ist. Ich lese sehr gern über die Zeit des Vesuv-Ausbruch und über das Leben der Menschen damals. Allerdings gibt es dazu meiner Meinung nach zu wenige gute, authentische Bücher!

4. Hast du eine Geschichte und ihre Charaktere jemals so sehr geliebt, dass du richtig niedergeschlagen warst, als du das Buch fertig gelesen hattest?
Erst kürzlich war das der Fall bei 28 Tage lang von David Safier. Das Ende hat mich mitgenommen, weil es so viele Fragen offen gelassen hat und weil mir die Hauptperson Mira sehr ans Herz gewachsen ist. Dann einfach nicht zu wissen, wie es für sie weitergeht, hat mich für eine ganze Weile beschäftigt.

An welchem Buch habt ihr zu knabbern gehabt, als ihr fertig mit Lesen ward?

Liebe Grüße,
Celina xx

Montagsfrage #22

MontagsfrageGuten Nachmittag allerseits!

Bei uns scheint heute die Sonne und ich hoffe, dass jetzt endlich der Frühling Einzug hält. Die neue Woche beginnt hier wieder mit der Montagsfrage von Buchfresserchen.

Bist du jemand, der seinen Buchbestand regelmäßig ausmistet, oder behältst du lieber alle deine Bücher?

Tendenziell behalte ich lieber alle meine Bücher, ich bin echt eine üble Büchersammlerin. Aber da wir vor kurzem Umgezogen sind, hat sich mein Buchbestand da schon ein wenig verringert. Einige Jugend- und Fantasybücher habe ich an meine Schwestern weitergegeben, einige Bücher habe ich weggegeben und die üblen Schundbücher (schlechte Qualität und schlechter Zustand) sind im Müll gelandet. Für die Zukunft habe ich mir vorgenommen, auch weiterhin viel zu sammeln, aber mich auch öfter von Büchern zu trennen, von denen ich weiß, dass ich sie nicht mehr lesen werde. Mal schauen, ob das klappt 😉

Seid ihr auch Büchersammler? Oder sortiert ihr lieber aus?

Liebe Grüße,
Celina xx

A Bespoke Murder

A_Bespoke_MurderA Bespoke Murder | Edward Marston | Allison & Busby | erschienen 2012
ISBN 978-0-7490-1144-4 | £7.99
Leseprobe (englisch)

Über Edward Marston:
Marston wurde 1940 in Südwales geboren und wuchs dort auf. In Oxford studierte er Geschichte und arbeitete danach drei Jahre lang an der Universität, bevor er einen Job bei der BBC bekam. Für diese schrieb er Drehbücher, bevor er sich Mitte der 80er Jahre als freier Schriftsteller niederließ. In Großbritannien ist er besonders für seine Railway Detective-Reihe bekannt.
Zuammen mit seiner zweiten Frau Judith Cutler, die ebenfalls als Schriftstellerin tätig ist, lebt Marston in Gloucestershire.
Quelle: Wikipedia, Allison & Busby

Mai 1915: Nach der Versenkung des Passagierdampfers Lusitania durch ein deutsches U-Boot, kommt es in ganz Großbritannien zu Protesten und teilweise Gewalttätigkeiten gegenüber Deutschen. Die ohnehin unterbesetzten Polizeikräfte haben Probleme, das Chaos unter Kontrolle zu bringen. Unter den deutschen Opfern befindet sich auch der Schneider Jacob Stein, der tot in seinem ausgebrannten Shop gefunden wird. Allerdings zweifeln die Ermittler Detective Inspector Harvey Marmion und Sergeant Joe Keedy schnell daran, dass es sich hier um ein Opfer der allgemeinen Kriegs-Hysterie handelt. Nicht nur, dass Jacob Stein erstochen wurde, sein Safe wurde geplündert und seine Tochter vergewaltigt. Wer also steckt hinter diesem Hass auf den Deutschen?

Dieses Buch ist eins der wenigen Bücher, das ich ausgeliehen habe, weil mir das Cover so richtig gut gefallen hat. Natürlich habe ich einen Blick auf den Klappentext geworfen, aber ein Krimi zur Zeit des Ersten Weltkrieg? Damit wurde quasi ein Traum wahr 😉
Ich hatte noch nie von Edward Marston gehört und wurde von seinem Schreibstil positiv überrascht. Er stellt die Charaktere so überzeugend dar, dass man sich wirklich in sie und die Geschichte einfühlen kann. Marmion ist mir von Anfang an ans Herz gewachsen und die Unterhaltungen zwischen ihm und Sergeant Keedy waren sehr unterhaltsam. Mir sind immer wieder Tränen in die Augen gestiegen, besonders bei der Geschichte von Jacob Steins Tochter. Ich habe richtig mit ihr mitgelitten und bewundert, wie sich letztendlich mit ihrer Vergewaltigung und dem Mord an ihrem Vater umgeht. Auch die anderen Charaktere sind sehr überzeugend und humorvoll beschrieben. Besonders der Bruder des Mordopfers, der die Polizei im Allgemeinen und die ermittelnden Beamten im Besonderen für absolut nutzlos hält und der sowieso, in seinen Augen, das Opfer der ganzen Geschichte ist, hat bei mir immer mal wieder für Lacher gesorgt und eindeutig zur Qualität der Geschichte beigetragen.
Es war interessant, über den Ersten Weltkrieg aus einer anderen Perspektive lesen, denn bisher habe ich mich nur aus deutscher Sicht mit dieser Zeit beschäftigt. Ich wusste, dass die Lusitania 1915 versenkt wurde, aber mir war nicht bewusst, welche Auswirkungen dieses Ereignis in Ländern hatte, die davon betroffen waren. Ich wusste beispielsweise auch nicht, wie groß der Hass auf deutsche Auswanderer in Teilen der Bevölkerung war. Natürlich kann man sich das denken, aber es war anders, darüber so detailgenau und realistisch zu lesen, dass man es mitfühlen konnte.
Auch wenn der Detektiv eindeutig anders ist, als mein Allzeit-Lieblingsdetektiv Hercule Poirot, hat seine Auflösung des Falles doch ein bisschen was von der Art des Franzosen und das hat mir außerordentlich gut gefallen.
Ich hatte mit dem Englischen keinerlei Probleme und mit knapp 320 Seiten ist es auch kein riesiges Projekt, dieses Buch zu lesen.

Insgesamt ist es Marston wunderbar gelungen, ein authentisches Bild der damaligen Zeit zu schreiben und mir dabei noch Lesevergnügen zu bereiten.

„Anti-Semitism is as virulent es ever.“
– Major Raymond Marmion

goldene_Sterne

Buch Safari #10

Buch_SafariHallihallo ihr Lieben!

Nach einem befriedigenden Buchkauf-Tag gestern (drei neue Bücher ❤ ), freue ich mich, ein freies Wochenende zu haben. Erstmal kommt aber die Buch Safari – schon zum zehnten Mal 😯 – von Anjas Bücherblog.

1. Nenne ein eher unbekanntes Buch von deiner Wunschliste.
Dass fiel mir nicht schwer; einige meiner WuLi-Bücher sind eher unbekannt. Letztendlich habe ich mich für Ich dachte, das sei mein Ende … von Gudrun Gloth entschieden. Das ist eine Sammlung von Augenzeugen-Berichten über den Zweiten Weltkrieg.

Klappentext:
‚Der Mensch ist haltbar!‘, lautete das lapidare Fazit eines der Interviewpartner zum Thema Zweiter Weltkrieg. Das ‚Tausendjährige Reich‘ war es zum Glück nicht. Über Jahrzehnte befragte die Journalistin Gudrun Gloth Prominente aus Politik, Wirtschaft und Kunst, wie sie persönlich die Jahre bis zum Zusammenbruch des ‚Dritten Reiches‘ erlebt hatten. Einschneidend und prägend war diese Zeit für sie alle, dennoch belegen die unterschiedlichen Erzählungen, dass der Krieg für jeden von ihnen sein eigenes Gesicht hatte: als hässliche Fratze direkt an der Front oder in der noch ‚heilen Welt‘ der Heimat, bis auch diese im Feuersturm unterging.
Quelle: Amazon

2. Wieso möchtest du dieses Buch unbedingt haben?
Wenn ich mir eine Zeit der Menschheitsgeschichte aussuchen müsste, die mich besonders interessiert, wäre es die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts, insbesondere die beiden Weltkriege. Und wenn ich dann noch die Wahl habe, in welcher Form ich über diese Zeit lesen möchte, dann würde ich am liebsten Augenzeugenberichte haben. Das macht die Zeit in meinem Kopf noch bildhafter und es jagt mir jedes Mal Schauer über den Rücken, wenn ich einen Augenzeugenbericht lese, berühren mich viel mehr, als ein normales Sachbuch das je könnte. So vergesse ich nie, was die Deutschen im Zweiten Weltkrieg verbrochen haben und das ist heute vermutlich das Wichtigste: das wir nicht Vergessen.

3. Besuchst du Lesungen/Autoren-/Verlagsveranstaltungen?
Nein, bis jetzt habe ich noch keine Lesung etc. besucht. Meistens weil mich die Themen nicht ansprechen. Gerade hier, zum Beispiel in der Bücherei, interessieren sich die Leute offenbar für die richtig kitschigen Liebesgeschichten, die auf dem Land spielen, und dementsprechend gibt es dazu Vorlesungen – mich interessiert das aber null, warum also Geld dafür ausgeben? Auf einer Buchmesse war ich bisher erst einmal, vor zwei/drei Jahren in Frankfurt, und das mit der Schule. Da haben sich meine Klassenkameraden nicht für Vorlesungen interessiert und mir damit auch keine Chance gelassen, eine zu besuchen.

Geht ihr oft zu Vorlesungen? Oder ist das bei euch ganz ähnlich wie bei mir?

Liebe Grüße,
Celina xx

Der kleine Lord

Der_kleine_LordDer kleine Lord | Frances Hodgson Burnett | erschienen erstmals 1886
Urheberrechtsfreie Ausgabe | 4.95€ (Taschenbuch)/0.00€ (Kindle-Edition)

Über Frances Hodgson Burnett:
Burnett wurde 1849 in Manchester als Frances Eliza Hodgson geboren. Nach dem Tod ihres Vaters, ein Goldschmied, wanderte die Familie in die USA aus. Dort begann Burnett für amerikanische Zeitungen zu schreiben. 1873 heiratete sie Dr. Swan Burnett, mit dem sie zwei Söhne hatte. Fünf Jahre später erschien ihr erstes Buch Our Neighbour Opposite (dt.: Unser Nachbar von drüben. Der Griesgram und andere Erzählungen), dem bis 1922 zahlreiche weitere Bücher folgen sollten. 1898 ließ Burnett sich von ihrem Mann scheiden und heiratete 1900 Stephen Townsend, der aber bereits zwei Jahre darauf starb. Burnett lebte von da an in Lond Island und auf Bermuda und starb 1924 kurz vor ihrem 75. Geburtstag in New York.
Bekannt ist sie heute vor allem für ihre Kinderbücher: Der kleine Lord, Eine kleine Prinzessin und Der geheime Garten.
Quelle: Wikipedia

Überraschend erfährt der achtjährige Cedrik Errol, der zusammen mit seiner Mutter in New York lebt, dass er der Enkel eines englischen Grafen ist und zusammen mit seiner Mutter nach England ziehen soll, um in das Leben als Lord und später Graf eingeführt zu werden. In England angekommen sieht er sich einem griesgrämigen alten Mann gegenüber, der sich aber durch die Freundlichkeit, Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft seines Enkels bald öffnet.

Es gibt vermutlich wenige, die den Weihnachtsfilm Der kleine Lord nicht kennen – und ich zähle mich eindeutig zu denen, die ihn kennen und lieben! Ich finde es im Film toll gespielt, wie der kleine Lord Fauntleroy langsam das harte Herz seines Großvaters erweicht.
Das E-Book ist daher direkt auf meinem Kindle gelandet und hat dennoch ein gutes halbes Jahr warten müssen, bevor es endlich gelesen wurde. Mit nur 173 Kindle-Seiten ist es nicht besonders lang, aber es ging mir schon nach den ersten zwei Kapiteln furchtbar auf die Nerven. Hiermit habe ich ein Buch gelesen, bei dem die Verfilmung um Längen besser ist, als das literarische Vorbild!
Cedrik wird quasi auf jeder Seite „Seine kleine Herrlichkeit“ genannt und erobert natürlich die Herzen aller im Sturm. Das ist ja auch alles schön und gut, aber wie sehr Burnett dies ständig betont, ist lächerlich. Ganze Seiten werden mit Lobeshymnen auf den Jungen gefüllt – ohne dass dabei inhaltlich etwas Neues herauskommt. Überhaupt scheint hiermit der erste kleine Junge in der Geschichte der Menschheit aufgetaucht zu sein, der absolut keine Fehler hat. Er liebt seine Mutter und sagt ihr das ständig, lehnt sich nie gegen sie auf und macht sowieso immer was man ihm sagt. Das fand ich in höchstem Maße unrealistisch. Auch dass er sich von jetzt auf gleich von seinen Freunden verabschieden muss und einfach mal auf einen anderen Kontinent umsiedelt, scheint keinerlei Auswirkungen zu haben.
Gefallen hat mir im Gegensatz dazu Mrs Errol, Cedrics Mutter. Sie erschien mir schon ein bisschen realistischer im Umgang mit ihrem Sohn, auch wenn bei ihr ebenfalls keinerlei Fehler auftauchen. Sie verhält sich einfach im Großen und Ganzen vernünftig und bringt ihrem Sohn eine Art von Erziehung entgegen, die auch heute Anklang finden würde.

Insgesamt hat mich dieses Buch enttäuscht. Ich hatte etwas anderes erwartet, da ich den Film kannte, und die ständige Lobhudelei auf den unfehlbaren kleinen Lord ist mir schnell auf die Nerven gegangen. Das Buch werde ich mir nicht noch einmal antun, aber ich freue mich jetzt schon darauf, den Film um Weihnachten wieder zu sehen!

„Sein Herz ist voller Liebe!“
– Mrs Errol

2Sterne