Montagsfrage #16

MontagsfrageHallihallo!

Die Montagsfrage, welche Buchfresserchen heute stellt, hat sich Tirilu ausgedacht, deren Blog ich sehr gerne lese.

Wie geht ihr mit den allseits präsenten Liebesgeschichten um?

Das kommt bei mir immer ganz auf das Genre an, das ich im Augenblick lese. Wenn ich mir eine Liebesgeschichte raussuche, ist ja wohl klar, dass ich auch eine lesen will 😉 Ich habe gerade heute morgen Life of Pi beendet und war ehrlich gesagt ganz froh darüber, diesmal keine Liebesgeschichte lesen zu müssen. Manchmal gehen sie mir auch einfach nur auf die Nerven. Ich hab auch kein Problem damit, wenn beispielsweise in einem Krimi hin und wieder aus dem Privatleben der Ermittler berichtet wird. Aber wenn ich das Gefühl bekomme, dass der Autor/die Autorin einfach nur um jeden Preis noch eine Romanze einbauen musste, dann finde ich das nicht so toll. Und ehrlich gesagt sind manche Bücher ohne Liebesgeschichte einfach besser!


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Buch Safari #5

Buch_SafariGuten Nachmittag ihr Lieben!

Nachdem ich Genie es gestern nicht geschafft habe, auf das Datum zu achten und daher die Buch Safari von letzter Woche beantwortet habe, kommt heute der Nachtrag für diese Woche. Die Aktion wird von Anjas Bücherblog veranstaltet.

1. Welches Buch musst du unbedingt haben, weil so ein Hype darum gemacht wird?
Auf meiner Wunschliste steht immer noch Heart. Beat. Love. von James Patterson. Irgendwie schwärmt jeder, der das Buch gelesen hat, davon und außerdem will ich mal wieder einen Roadtrip-Roman lesen. Und ehrlich gesagt, macht mich auch das Cover neugierig.

Heart_Beat_LoveKlappentext:
Scheinbar aus heiterem Himmel schlägt Axi ihrem besten Freund Robinson einen Trip quer durch die USA vor. Robinson macht mit und verwandelt die Reise in ein verwegenes Abenteuer: Statt mit dem Greyhoundbus düsen die beiden auf einer geklauten Harley los. Sie übernachten unter freiem Himmel und schwimmen in Privatpools – und immer wieder fragt sich Axi, wann aus ihrer Freundschaft endlich mehr wird. Doch eines Morgens holt sie das Schicksal ein und es wird ihnen klar, dass sie sich vom ersten Augenblick geliebt haben und jeden einzelnen Moment des Glücks, der ihnen bleibt, auskosten wollen . .
Quelle: dtv

2. Wieso möchtest du dieses Buch unbedingt haben?
Bisher habe ich wirklich nur gute Rezensionen über das Buch gelesen. Zudem gefällt mir das Cover super und bis jetzt haben mir die Bücher von James Patterson immer gut gefallen.

3. Hast du Bücher mehrmals? Zusätzlich als Schmuckausgabe o. ä.?
Ich habe nur ein Buch doppelt, weil ich es als Taschenbuch in Deutschland im Regal stehen habe, aber unbedingt nochmal lesen wollte und mir daher in England auf den Kindle geladen habe – Wait for you von J. Lynn.

 

Buch Safari #4

Guten Nachmittag allerseits!

Nach langer Zeit nehme ich heute wieder an der Buch Safari von Anjas Bücherblog teil. Bei dieser Aktion dreht sich alles um unsere SuB’s und Wunschlisten.

1. Hast du ein Buch von einem Indie-Autoren auf deinem SuB/deiner Wunschliste?
Von-den-Grenzen-der-ErdeDa gibt es tatsächlich ein Buch und zwar Von den Grenzen der Erde von Rebecca Mand.

Klappentext:
816 n. Chr.
Lynn, Tochter eines irischen Kleinkönigs, kann den Toten auf dem Pfad ins Jenseits folgen. Als Kind von Nordmännern ins ferne Norwegen verschleppt, versucht sie, ihre zweifelhafte Gabe zu beherrschen und zurück nach Hause zu gelangen, um ein Versprechen einzulösen und das Vermächtnis ihres Vaters anzutreten.
Der von seiner Familie geächtete Seemann Eirik Karrsson wittert in Lynn seine Chance, es endlich zu Ruhm und Reichtum zu bringen und seinen Fluch zu besiegen.
Gemeinsam machen sie sich auf die abenteuerliche Reise und lernen schnell, dass es mehr zu fürchten gibt, als nur einander.
Zwei Menschen. Zwei Geschichten.
Ein Ziel: Die Suche nach einem geheimnisumwobenen Schatz. Und sich selbst.
Quelle: Amazon

2. Wieso möchtest du dieses Buch unbedingt haben?
Das fand ich so interessant, weil es ein historischer Roman über Irlands Vergangenheit ist und ich die Hoffnung habe, so ein wenig die Bräuche der Zeit kennen zu lernen.

3. Gibt es ein Buch, dass du unheimlich gerne verfilmt sehen würdest?
Ich bin allgemein kein besonders großer Filmfan, und gerade bei Literaturverfilmungen gefällt mir das Buch immer besser als der Film. Daher wöllte ich es keinem meiner Lieblingsbücher zumuten, durch einen Film verschandelt zu werden. Zudem ist es meiner Meinung nach immer schwierig, den Personen des Buches mit Schauspielern gerecht zu werden.

 

Rock Kiss #2

U_9927_1A_LYX_ROCK_KISS_ICH_BERAUSCHE_MICH_AN_DIR_02.inddRock Kiss – Ich berausche mich an dir | Nalini Singh | Egmont LYX | erschienen 2016
ISBN 978-3-8025-9927-9 | 9.99€
Leseprobe

Über Nalini Singh:
Nalini Singh, geboren 1977 auf den Fidschi-Inseln, wuchs in Neuseeland auf und lebt dort. Sie schreibt Romantic-Fantasy und ist New York Times Bestseller-Autorin.
Quelle: Wikipedia, Rock Kiss

Charlotte Baird bekommt einen neuen Boss – Gabriel Bishop, einen ehemaligen Rugby-Spieler. Dieser soll dem schwächelnden Unternehmen wieder auf die Beine helfen. Bei ihrer ersten Begegnung wirft sie ihm einen Tacker an den Kopf und als er sie am nächsten Tag in sein Büro ruft, macht sie sich auf das Schlimmste gefasst. Schließlich hat T-Rex, wie sie ihn heimlich nennt, einen guten Teil der Führungsriege gefeuert. Überraschenderweise macht dieser sie jedoch zu seiner persönlichen Assistentin. Das ist ein Schock für Charlotte, da sie sich lieber Hintergrund halten würde. Zudem hat sie eine traumatische Erfahrung in ihrer ersten Beziehung gemacht und fragt sich, ob sie dem T-Rex gewachsen ist, als dieser auch privat Interesse an ihr zeigt.

Dieses Buch ist der zweite Teil der Rock Kiss-Reihe von Nalini Singh und gefällt mir besser als Teil 1. Ganz großer Pluspunkt im Vergleich zum Vorgänger: Hier entwickeln sich die Gefühle zwischen den beiden wirklich. Gabriel kann seiner Assistentin zunächst einmal, von der beruflichen Effizienz abgesehen, wenig abgewinnen und Charlotte erzittert jedesmal vor seiner grimmigen Präsenz. Dies wandelt sich jedoch mit der Zeit: Charlotte beginnt, ihm zu vertrauen und öffnet sich immer mehr, während Gabriel langsam die kämpferische Persönlichkeit in der grauen Maus kennen, schätzen und lieben lernt.
Beide verhalten sich sehr ihrer Vergangenheit entsprechend. Charlotte schleppt eine furchtbare Erfahrung mit sich herum, welche die Geschichte sehr dominiert und sie verhält sich auch wie man das von einem traumatisierten Menschen erwartet. Daher fand ich es passend, dass sie ihr Trauma nicht von einem Tag auf den anderen überwindet, sondern dass sie daran arbeitet, Gabriel zu vertrauen.
Man muss sowieso sagen, dass es Nalini Singh wieder einmal gelungen ist, wunderbare und realistische Charaktere zu erschaffen: der sehr selbstbewusste Gabriel, der alles daransetzt, Charlotte zu helfen und sich eine Beziehung und ein Leben mit ihr aufzubauen, sowie die schüchterne Charlotte, die langsam merkt, dass sie doch stark genug ist, um Gabriel die Stirn zu bieten und eine glückliche Beziehung mit ihm zu führen. Singh hat es auch geschafft, Charlotte zwar mit all ihren Macken zu beschreiben und auch genauer auf diese traumatische Erfahrung einzugehen, ohne komplett in die Mitleidsschiene zu verfallen. So erlebt man Charlotte nicht als mitleiderregende Einsiedler-Maus, sondern als eine starke Frau, die eine furchtbare Vergangenheit hat und sich Mühe gibt, diese zu verarbeiten. Mir war Charlotte von Anfang an sympathisch und dass Gabriel absolut zum verlieben ist sollte ja wohl klar sein 😉 Ein intelligenter Mann, der die Frauen reihenweise mit seinem Traumkörper in den Bann zieht und sich dann ausgerechnet das Aschenputtel aussucht. Ein bisschen hat die Autorin sich hier schon an den Klischees bedient, aber es rutscht in meinen Augen nicht ins Kitschige ab.
Irritierend und unpassend finde ich nur das Cover, da Gabriel kein Rockstar ist und ich es daher ein wenig unpassend finde, die Geschichte unter dieses Motto zu stellen,

Insgesamt muss ich sagen, dass es Singh wieder gelungen ist, eine nette Lektüre für zwischendurch zu schreiben. Es mag keine qualitativ hoch anspruchsvolle Literatur sein, aber es macht Spaß zu lesen und ich freue mich auf Teil drei der Rock Kiss-Reihe, der im Juli erscheint.

Niemand konnte einen steinigen Weg ganz allein gehen.
– Charlotte Baird

4Sterne

28 Tage lang

28_Tage_lang28 Tage lang | David Safier | Rowohlt | erschienen 2014
ISBN 978-3-499-266638 | 9.99€
Leseprobe

Über David Safier:
1966 in Bremen als Sohn österreichischer Juden geboren machte David Safier nach dem Abitur eine Ausbildung zum Journalisten. Seit 1996 schrieb er überwiegend Drehbücher und war beispielsweise Hauptautor für die erfolgreiche Fernsehserie Berlin, Berlin. 2007 erschien sein Debütroman Mieses Karma, in den folgenden Jahren noch fünf weitere Romane. 28 Tage lang ist sein neuestes Buch und ist seinen Großeltern gewidmet, die im Ghetto von Lodz getötet wurden.
Safier lebt zusammen mit seiner Frau und den zwei Kindern in Bremen.

Mira ist sechzehn und lebt im Jahr 1943 im Warschauer Ghetto. Um sich und ihrer Familie das Überleben zu sichern, schmuggelt sie Lebensmittel ins Ghetto. Auf einer dieser Touren lernt sie Amos kennen. Er ist im Widerstand tätig, der den Aufstand gegen die Nazis plant. Als Mira klar wird, dass die Nazis sie alle vernichten wollen, geht auch sie in den Untergrund.
Tatsächlich können die verzweifelten jüdischen Kämpfer den Deutschen länger Widerstand leisten, als irgendjemand erwartet hat: 28 Tage lang.

Was für ein Mensch willst du sein?

Mich hat vermutlich noch nie ein offenes Ende so sehr mitgenommen, wie in 28 Tage lang. Ich hab mir unglaublich gewünscht zu wissen, wie es mit der Heldin des Romans, Mira, weiter geht.
Wenn wir aber mal vorne anfangen: Mira ist eine der Charaktere, die einem ans Herzen wachsen, die man aber oft sehr gerne auf den Mond schießen würde und die es einem manchmal wirklich schwer machen, sie zu mögen.
Ich hätte niemals erwartet, dass mir so oft die Tränen in den Augen stehen während dem Lesen. Ich bin ein kleiner Geschichtsfreak und habe schon einige Bücher über den Holocaust gelesen, aber Mira und ihr Überlebenskampf haben mich sehr berührt. Miras Geschichte ist nicht wie die von KZ-Überlebenden, die wirklich nur ums Überleben kämpften und bei denen es nie einen Zweifel gibt, dass die Menschen leben wollen. Mira kämpft auch ums Überleben, aber anders als im KZ zweifelt sie immer daran, ob es richtig ist, was sie tut: das Schmuggeln, der Widerstand gegen die Nazis. Mich hat es sehr berührt, wie sehr sie mit ihrem Schicksal gehadert hat, auch noch, als sie sich für den Widerstand entschieden hatte.
Andererseits liefert sie manchmal Vorstellungen ab, dass man sich wirklich an die Stirn greift. Teilweise ist sie einfach nur ein unglaublich egoistischer Teenager. Nur muss dieser Teenager unter extrem schwierigen Umständen leben. Und so wenig man Mira in solchen Situationen versteht, zeigen sie doch auch, dass diese Menschen eben nicht ihre Persönlichkeiten aufgegeben haben und sosehr das Ghetto sie verändert hat, bleiben sie doch sie selbst. In meinen Augen haben diese Situationen Mira authentischer gemacht, denn letzten Endes ist sie eine 16jährige, die eine unglaubliche Verantwortung übernehmen muss. Auch die Menschen des Widerstands, egal in welcher Form und in welchem Land, waren keine unfehlbaren Helden, sondern hatten eigene, manchmal nicht ganz einfache, Persönlichkeiten, die sie auch in dieser Extremsituation nicht aufgaben.
Auch die anderen Charaktere sind toll und glaubwürdig dargestellt. Besonders gefallen hat mir auch, dass Janusz Korczak in dem Buch auftaucht. Die Deportation „seiner“ Kinder hat mir während des Lesens die Tränen in die Augen getrieben.
Ich fand es erstaunlich, wie unterschiedlich die Menschen im Ghetto waren. In meiner Vorstellung waren alle diese armen Teufel Juden, die quasi nichts hatten und jeden Tag ums Überleben kämpften. Im Buch wird aber gezeigt, dass manche dieser Juden sich gar nicht als solche sahen und es wie auch außerhalb des Ghettos quasi verschiedene Schichten gab, die es unterschiedlich schwer hatten.
Zudem hat es mir gut gefallen, ein Buch über den Aufstand im Warschauer Ghetto zu lesen und so wieder in Erinnerung gerufen zu bekommen, dass eben nicht alle Juden sich komplett passiv und widerstandslos in die KZs haben führen lassen.

Insgesamt ein sehr gelungenes Buch, dass nicht nur Jugendlichen, sondern auch Erwachsenen zu empfehlen ist. In meinen Augen ein Buch, das man mal gelesen haben sollte, absolut Spaß macht zu lesen und es trotzdem schafft, dieses traurige Kapitel deutscher Geschichte anschaulich und glaubwürdig darzustellen.

„Die Frage ist […], wie willst du sterben? Willst du ein Mensch sein, der sich wehrlos abschlachten lassen will? Oder einer, der sich wehrt?“
– Amos

goldene_Sterne

Gemeinsam Lesen #15

Gemeinsam_LesenHallihallo ihr Lieben!

Ich habe die Hoffnung, dass ich morgen mal wieder ein bisschen mehr zum Lesen komme. Bis dahin gibt es ein neues Gemeinsam Lesen der Schlunzen-Bücher.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese im Augenblick Rock Kiss – Ich berausche mich an dir von Nalini Singh. Ich bin auf Seite 233 von 409.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Gabriel war überzeugt, dass die Frau Charlottes unerwartete Funkstille nicht einfach akzeptiert hatte.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch los werden?
Bis jetzt gefällt mir der zweite Band der Rock Kiss-Reihe besser als Rock Kiss #1. Wie sich die Gefühle entwickeln, aber besonders Charlottes Persönlichkeit spricht mich einfach mehr an, als die Personen im ersten Teil.

4. In seiner Schulzeit begegnen einem im Unterricht diverse Bücher. Kannst du dich noch an einige davon erinnern? Sind sie in guter oder schlechter Erinnerung geblieben?
Bei mir liegt die Schulzeit ja noch nicht besonders lange zurück. Und es gibt da schon ein paar. Am eindrücklichsten sind die Abi-Bücher in Erinnerung: Homo faber, Agnes und Dantons Tod. Mir hat dabei Homo faber am wenigsten gefallen; Walter Faber fand ich furchtbar unsympathisch und der allgemeine Druck, der auf einem lastet, macht die Lektüre natürlich nicht einfacher.
Toll fand ich allerdings Die Welle in Klasse 7. Wir hatten eine super Lehrerin, die es geschafft hat, das Thema super rüber zu bringen – da hat sogar das obligatorische Lesetagebuch Spaß gemacht.
Und wegen der kleinen Geschichtsfreak-Neigung von mir fand ich auch Der Junge im gestreiften Pyjama in der 8. Klasse toll. Wir sollten in unsere Mappe zum Buch auch historische Informationen einfügen und das hat mir einen Riesen-Spaß bereitet.

Liebe Grüße,
Celina xx

Montagsfrage #15

MontagsfrageGuten Abend ihr Lieben!

Nach einem eher unentspannten Tag heute will ich mal noch die sehr interessante Montagsfrage von Buchfresserchen beantworten:

Es wird immer nach den schönsten Buchcovern gefragt, aber welches ist für dich das mit Abstand hässlichste?

Wie oben gesagt, finde ich die Frage wirklich interessant! Und ich bin die letzte halbe Stunde meinen kindle durchgegangen und hab in meinem Gedächtnis gewühlt und mir ist einfach kein Buch eingefallen.
Allgemein ist es so, dass mir Cover weniger gut gefallen, wo die Schrift viel Raum einnimmt und sehr „stark“ ist, wenn ihr versteht, was ich meine. Wenn also das Cover so komplett von der Schrift dominiert wird, mag ich das nicht besonders. Sonst hab ich eigentlich keine große Vorlieben; ob das jetzt ein Fotocover ist oder irgendwie künstlerisch gestaltet, ist mir ziemlich schnuppe.

Euch allen noch eine schöne Woche,
Celina xx

Der Jahrhundertsturm

Der_JahrhundertsturmDer Jahrhundertsturm | Richard Dübell | Ullstein | erschienen 2015
ISBN 978-3-548-28664-8 | 9.99€
Leseprobe

Über Richard Dübell:
Dübell wurde 1962 in Landshut geboren, wo er mit seiner Frau und den zwei Söhnen auch heute lebt. 1997 erschien sein erstes Buch, Der Tuchhändler, eine historische Detektivgeschichte. Nach dem Erfolg des Romans schrieb Dübell vier weitere Geschichten mit dem Helden Peter Bernwald. Neben historischen Romanen schreibt er auch Krimis, Jugend- und Kinderbücher. Zudem sind auch schon Artikel von ihm in P.M. History erschienen.
Quelle: Autorenwebsite

Deutschland ist im Jahr 1840 ein Land im Umbruch: neue Techniken werden erfunden, neue Probleme tun sich auf und gleichzeitig versucht besonders der Adel Traditionen zu bewahren. In dieser Zeit verbindet eine Freundschaft die Männer Alvin von Briest und Paul Baermann, die in Teilen für eben diese unterschiedlichen Tendenzen stehen. Denn Alvin gehört dem alten Adelsgeschlecht der von Briest an und will seiner Rolle als preußischer Junker gerecht werden, während der Bayer Paul davon träumt Eisenbahningenieur zu werden. Beide sind sie verliebt in die gleiche Frau: die Französin Louise. Sie willigt ein Alvin zu heiraten, obwohl ihr Herz Paul gehört – denn Alvin hat sie aus der Pariser Gosse gerettet. Doch dann bauen sich die Spannungen zwischen Frankreich und Deutschland auf – und mittendrin ist ein Junkersfreund von Alvin: Otto von Bismarck.

Der Jahrhundersturm hat mich von der ersten Seite an gefesselt! Zunächst wird jeweils die Geschichte von Alvin, Paul und Louise erzählt, bevor die Stränge zusammengeführt werden: wie Alvin und Paul sich kennen lernen, spannend auch, wie sie Fuß im Berufsleben fassen und schlussendlich die Rettung Louises und ihrer Mutter.
Alle drei Hauptpersonen sind gut und glaubwürdig dargestellt, auch wenn mir Louise mit ihrer Liebe zu BEIDEN Männern, die sie manchmal nicht so recht zu handhaben weiß, oft sehr merkwürdig vorkam. Gut gefallen hat mir auch, dass alle drei sehr offen gegenüber Neuem und allgemein modern eingestellt sind. Das mag damit zusammenhängen, dass besonders Paul als Eisenbahnenthusiast regen Anteil an den neuen Entwicklungen nimmt. Da auch Alvin einige Zeit für ein Eisenbahn-Unternehmen arbeitet (diese werden alle in ihren Ansichten recht liberal dargestellt) und sich beide zudem oft in Frankreich aufhalten, eine Französin lieben, ist es wohl kein Wunder, dass sie beide sich offen gegenüber neuen Techniken und Entwicklungen zeigen.
Auch mein Bild über Otto von Bismarck wurde ein wenig verändert. War er mir aus dem Geschichtsunterricht doch eher unsympathisch, hat seine Darstellung in Der Jahrhundersturm daran etwas geändert. Zwar ist er wie im echten Leben sehr berechnend (ich sag da mal nur „Emser Depesche“), aber er hilft doch auch immer seinen Freunden (aka Alvin von Briest) und zeigt sich besonders ihnen gegenüber doch auch mal sehr uneigennützig. Wenn ich ehrlich bin, hat zu diesem „weicheren“ Bild von ihm auch seine hoffnungslose Liebe zu Marie von Thadden-Trieglaff beigetragen.
Mir persönlich hat auch gut gefallen, dass aus meiner Sicht alle Sparten des 19. Jahrhunderts abgedeckt wurden: die technische Entwicklung mit Eisenbahn und Telegraphie, die politische Entwicklung mit der 48er-Bewegung, Revolutionen und Kriegen, sowie das alltägliche Leben der Ober-, Mittel- und Unterschicht. In meinen Augen hat Dübell es geschafft, eine Mischung aus diesen drei Elementen zu finden, die das Lesen nie langweilig macht.
Oft musste ich auch ein wenig über unsere heutige Gesellschaft und ihre Luxusprobleme schmunzeln: Regen wir uns doch manchmal schon darüber auf, dass eine Website nicht in 0.01 Sekunden lädt, war es damals eine echte Neuerung, innerhalb von ein, zwei Stunden (!) eine Nachricht zu verschicken. Das ist eine Sache, die mir an historischen Romanen allgemein so gut gefällt: sie führen uns immer wieder vor Augen, wie froh wir (besonders Frauen!) sein können, dass wir in der heutigen Zeit in einem Land wie Deutschland leben dürfen! Allein wenn ich mir angucke, wie viel gefährlicher eine Fahrt mit der Eisenbahn zu dieser Zeit war, mache ich schon drei Kreuze 😉
Gut, dies soll ja keine Lobrede auf das 21. Jahrhundert sein, also weiter im Text 😀
Richard Dübells Schreibstil hat mir gut gefallen. Obwohl das Buch aus 1032 Seiten besteht, ist es gut zu lesen, wird nicht langweilig und wartet mit gut ausgearbeiteten Charakteren auf. Es hat also alle Zutaten, die ein Buch lesenswert machen – das interessante Thema darf man natürlich nicht vergessen. Dem Autor ist es gelungen, ein realistisches Bild der damaligen Zeit auf spannende Weise zu schreiben.

„Diese grenzenüberschreitenden Bekanntschaften und Freundschaften werden Kriege verhindern, weil man nicht auf seine Bekannten und Freunde schießen möchte.
– August Borsig

5Sterne

Im Tal der Zitronenbäume

Im_Tal_der_ZitronenbäumeIm Tal der Zitronenbäume | Sofia Caspari | Bastei Lübbe | erschienen 2015
ISBN 978-3-404-17212-2 | 9.99€
Leseprobe

Über Sofia Caspari:
Caspari wurde 1972 geboren. Mehrmals ist sie bereits nach Mittel- und Südamerika gereist, wo auch ein Teil ihrer Verwandtschaft lebt. Argentinien hat sie tief beeindruckt, dort hat sie auch längere Zeit gelebt; Grund für ihre dreiteilige Argentinien-Saga. Nach Stationen in Frankreich und Irland lebt sie mittlerweile mit Mann und Sohn im Nahetal.

1859: Pauline muss mit ihrem Vater Valentin aus Sizilien fliehen, weil dieser den örtlichen Patron betrogen hat. Auf der Überfahrt in die neue Welt lernen sie die Familie Hartung kennen, die ihr ärmliches Leben in Deutschland zurückgelassen haben, um ihr Glück in Brasilien zu suchen. Jonas Hartung und Pauline fühlen sich sofort zueinander hingezogen, doch Paulines Vater hat andere Pläne für seine Tochter. Und auch Jonas‘ Ziehschwester steht der Beziehung misstrauisch gegenüber.

Ein Grund für mich, dieses Buch zu kaufen, war die Tatsache, dass ich noch nie ein Buch über die Auswanderung nach Brasilien gelesen habe. Es gibt eine ganze Reihe von Büchern über die Auswanderung in die USA, aber Brasilien?! Daher war ich gespannt, inwiefern sich dieses Thema von der, salopp gesagt, ganzen USA-Auswanderung unterscheidet.
Um ehrlich zu sein hatte ich das ein wenig mehr erwartet. Alles in allem war mir das Buch ein zu wenig historisch und viel zu viel Liebesgeschichte. Klar steht vorne nicht „Historischer Roman“ drauf, aber es spielt immerhin Mitte des 19. Jahrhunderts. Wären nicht hin und wieder mal Sklaven erwähnt worden, hätte man fast meinen können, das Ganze spielt sich in heutiger Zeit ab.
Auch der Ausflug in die Welt der armen Auswanderer war mir zu kurz. Das Thema wird ganz kurz angeschnitten, aber wie es den Menschen, die ihre Heimat verlassen und in der Neuen Welt doch kein Glück haben, geht, wird eher wenig behandelt.
Von diesen etwas negativen Punkten abgesehen, hat mir das Buch sehr gut gefallen. Besonders Pauline war mir von Anfang an sympathisch, auch im Umgang mit ihren Bediensteten und ihren Gedanken über die Stellung der Frau. Gut fand ich, dass die Gründe für das Handeln aller Personen immer nachvollziehbar waren; teilweise mit einer aus heutiger Sicht verdrehten Logik, aber Logik war auf jeden Fall da.
Auch die „Bösewichte“ der Geschichte wurden gut dargestellt, sodass man als Leser ihre Handlungen nachempfinden konnte und teilweise wirklich Mitleid mit ihnen hatte.
Im Plot gingen mir zwei Dinge aber eindeutig zu schnell: die Entwicklung der Gefühle zwischen Jonas und Pauline und der Schluss. Zum Schluss hin hat sich wirklich in einigen wenigen Seiten komplett alles geändert und ich habe mich an einer Stelle auf Fragen müssen, ob das wirklich so möglich gewesen wäre.

Insgesamt sollte man also nicht zu hohe Erwartungen an das Buch stellen, was den historischen Hintergrund angeht; es hat schon seinen Grund, warum das „Roman“ unter dem Titel steht. Allerdings wartet das Buch mit guten Charakteren auf und ist schön zu lesen.

„Nicht immer bekommt man in der Neuen Welt das, was man sich wünscht.“
– Alter Fischer

3Sterne

Der Engelsbaum

Der Engelsbaum | Lucinda Riley | Goldmann | erschienen 2014
ISBN 978-3-442-48135-4 | 9.99€
Leseprobe

Über Lucinda Riley:
Riley wurde in Irland geboren, verbrachte aber während ihrer Kindheit einige Jahre in Bangkok. Zunächst arbeitete sie als Theater- und Fernsehschauspielerin. Ihr erster Roman, Lovers und Players, wurde 1992 veröffentlicht. Mittlerweile widmet sie sich ausschließlich dem Schreiben. Seit der Veröffentlichung von Das Orchideenhaus 2010 stürmte jedes ihrer Bücher die internationalen Bestsellerlisten.
Sie lebt mit Mann und Kindern in Norfolk, England, und in ihrem Haus in der Provence.

Greta hat nach einem Unfall ihr Gedächtnis verloren. Nun kehrt sie in das Herrenhaus Marchmont Hall in Wales zurück, welches Jahre lang ihre Heimat war. Doch dort kehren nach und nach ihre Erinnerungen zurück – an ihre Tochter, ihr einziges Enkelkind und ihre große Liebe. Aber sie macht auf einem Grabstein im Wald auch eine verstörende Entdeckung. Und die Geschichte ihres Lebens erfordert allen Mut, den sie hat.

Dieses Buch ist bei mir eingezogen, weil mir Der Palazzo am See von Sophia Cronberg so gut gefallen hat und es hieß, dass es ein Buch für Lucinda Riley-Fans wäre. Als ich jetzt also Der Engelsbaum für wenig Geld auf reBuy gesehen habe, dachte ich: das probier ich doch mal aus! Aber ich muss ehrlich sagen, das Sophia Cronbergs Buch mir doch besser gefallen hat.
Eher ungünstig war schon mal, dass mir die Hauptperson Greta von Anfang an recht unsympathisch war. Ich habe sie als unglaublich egozentrisch empfunden, die unbedingt ihren Traum von einem Leben ohne Sorgen erfüllen will. Dafür geht sie zwar nicht über Leichen, aber wie sie dieses Ziel über alles stellt hat mir nicht gefallen. Im Verlauf des Buches ist dieses Problem noch ein wenig größer geworden, da erst Gretas Enkelin Ava mir wirklich gefällt. Aber bevor sie auftritt, muss man sich quasi durch Gretas Geschichte und die ihrer Tochter Cheska arbeiten.
Irritierend fand ich auch, dass die Geschichte erzählt wird, weil Greta ihr Gedächtnis wieder erlangt. Aber plötzlich werden auch Erinnerungen erzählt, die sie miterlebt hat – nach dem Unfall. Das hat mich ein wenig gestört. Das hätte man meiner Meinung nach vielleicht ein wenig anders gestalten können.
Auch die Sprache ist mir stellenweise ein wenig auf die Nerven gegangen. Oft waren die Sätze sehr einfach. Mehrfach kam auch vor, dass ganze Seiten ohne wörtliche Rede auftauchen. Diese waren manchmal so langweilig, dass ich weitergeblättert habe. Vielleicht hat sich dies im Laufe der Zeit ja geändert (Erstveröffentlichung war Mitte der 90er) und ich gebe irgendwann einem neueren Buch von Riley noch eine Chance. Im Augenblick denke ich aber, dass ich in Zukunft lieber wieder auf Sophia Cronbergs Bücher zurückgreife.

„Die Liebe ist ein seltsames Ding […]. Sie kann das ganze Leben verändern und einen dazu bringen, Dinge zu tun, die man bei klarem Verstand eindeutig als falsch erkennen würde.“
– Greta Marchmont

2Sterne