Guten Morgen ihr Lieben,
ich war dieses Wochenende bei meinen Eltern und wir haben den 90. (!!) Geburtstag meiner Oma gefeiert. Dieser Montag läutet die zwei letzten Wochen an meinem Studienort ein, bevor ich wieder nach Baden-Württemberg ziehe. Zwar freue ich mich auf die neuen Dinge, die da kommen, aber zugleich macht es mich auch traurig, dass meine Zeit hier zu Ende geht.
Zuerst aber eine Montagsfrage von Wordworld zu einem sehr wichtigen Thema:
Gibt es ein Buch, das Eurer Meinung nach die Klimakrise oder Umweltschutz besonders eindrucksvoll thematisiert?
Noch gar nicht lange her ist es, dass ich Miese Kriese von Ann-Sophie Henne, Robin Jüngling und Anika Le Large gelesen habe. Es ist sehr ansprechend illustriert und geht inhaltlich auf viele Aspekte der Klimakrise ein. In meinen Augen ist es ein guter Einstieg, um sich (auch) mit Themen auseinanderzusetzen, über die ansonsten wenig gesprochen wird. So gehen die Autor*innen darauf ein, wie Patriarchat und die Klimakrise zusammenhängen, aber auch darauf, wie wir mit der Überforderung, der Angst und sonstigen Klimagefühlen umgehen können.
Ich mochte zudem zwei Bücher der Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres gerne.
In Die Klimaschmutzlobby zeigen sie auf, wie Lobbygruppen gegen eine Politik arbeiten, die sich für mehr Klimaschutz einsetzt. Sie beschreiben die Verflechtungen von Politiker*innen und Lobbyist*innen auf deutscher und europäischer Ebene und gehen zudem auf die internationalen Implikationen ein. Das Buch empfinde ich als sehr wichtig, weil wir gerne vergessen oder untergraben, wie wenig Einfluss wir als einzelne, normale Bürger*innen haben (bei Superreichen sieht das schon wieder anders aus) und welche Rolle große Unternehmen und Lobbygruppen spielen.
In Klima außer Kontrolle zeigen die beiden, wie schlecht deutsche Städte und Kommunen auf die Herausforderungen vorbereitet sind, welche die Klimakrise an sie stellt. Tragisches Beispiel, das dies deutlich machte, ist die Flutkatastrophe im Ahrtal, welche zeigte, dass in der Region zu wenig Vorkehrungen gegen Hochwasser getroffen wurden. Auch gegen Hitzewellen gibt es zu wenig Vorkehrungen und gleiches gilt für die Vorbeugung von verheerenden Waldbränden, wie wir sie in den letzten Jahren häufiger gesehen haben. Es ist ein ebenso informatives wie beunruhigendes Buch.
Die grüne Lüge von Kathrin Hartmann schlägt in eine ähnliche Kerbe wie Die Klimaschmutzlobby, indem die Autorin beschreibt, wie große Unternehmen Greenwashing betreiben, sich damit ein besseres Image verpassen und zugleich verhindern, dass es echten Wandel gibt. Das Buch war zwar auch sehr informativ, machte mich aber häufig so wütend, dass ich es gegen die Wand hätte schleudern können.
Klimaungerechtigkeit wurde von Friederike Otto, einer Klimaforscherin und Physikerin, geschrieben und es geht weniger darauf ein, was die Klimakatastrophe ausmacht, diese beschleunigt oder wie wir dagegen vorgehen können. Stattdessen zeigt sie, dass die Klimakatastrophe zwar ein großes Problem ist, das es unbedingt zu verändern gilt. Aber die Konsequenzen von Naturereignissen werden massiv davon beeinflusst, welchen finanziellen Status Menschen haben, welches soziale Auffangnetz es gibt und von weiteren gesellschaftlichen sowie persönlichen Faktoren. Otto verdeutlicht mit ihrem Buch also, dass die Klimakatastrophe nicht nur eine Umweltkrise ist, sondern auch eine soziale Krise, die bestehende Ungerechtigkeiten wie Misogynie, Rassismus und Armut verstärkt. Das war für mich ein ganz neuer Blick auf die Klimakrise, der für mich noch einmal verdeutlichte, dass intersektionaler Feminismus unglaublich wichtig ist und auch Klimagerechtigkeit umfassen muss.
Wie viele Menschenleben, wie viele Korallenriffe, wie viele Insekten lassen wir uns die kurzfristige Weiternutzung vergleichsweise billiger fossiler Brennstoffe im Globalen Norden noch kosten?
Klimaungerechtigkeit von Friederike Otto, S. 22
Quelle Beitragsbild: Wordworld









