Die Montagsfrage #85

Guten Morgen ihr Lieben,

ich war dieses Wochenende bei meinen Eltern und wir haben den 90. (!!) Geburtstag meiner Oma gefeiert. Dieser Montag läutet die zwei letzten Wochen an meinem Studienort ein, bevor ich wieder nach Baden-Württemberg ziehe. Zwar freue ich mich auf die neuen Dinge, die da kommen, aber zugleich macht es mich auch traurig, dass meine Zeit hier zu Ende geht.
Zuerst aber eine Montagsfrage von Wordworld zu einem sehr wichtigen Thema:

Gibt es ein Buch, das Eurer Meinung nach die Klimakrise oder Umweltschutz besonders eindrucksvoll thematisiert?

Noch gar nicht lange her ist es, dass ich Miese Kriese von Ann-Sophie Henne, Robin Jüngling und Anika Le Large gelesen habe. Es ist sehr ansprechend illustriert und geht inhaltlich auf viele Aspekte der Klimakrise ein. In meinen Augen ist es ein guter Einstieg, um sich (auch) mit Themen auseinanderzusetzen, über die ansonsten wenig gesprochen wird. So gehen die Autor*innen darauf ein, wie Patriarchat und die Klimakrise zusammenhängen, aber auch darauf, wie wir mit der Überforderung, der Angst und sonstigen Klimagefühlen umgehen können.

Ich mochte zudem zwei Bücher der Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres gerne.
In Die Klimaschmutzlobby zeigen sie auf, wie Lobbygruppen gegen eine Politik arbeiten, die sich für mehr Klimaschutz einsetzt. Sie beschreiben die Verflechtungen von Politiker*innen und Lobbyist*innen auf deutscher und europäischer Ebene und gehen zudem auf die internationalen Implikationen ein. Das Buch empfinde ich als sehr wichtig, weil wir gerne vergessen oder untergraben, wie wenig Einfluss wir als einzelne, normale Bürger*innen haben (bei Superreichen sieht das schon wieder anders aus) und welche Rolle große Unternehmen und Lobbygruppen spielen.
In Klima außer Kontrolle zeigen die beiden, wie schlecht deutsche Städte und Kommunen auf die Herausforderungen vorbereitet sind, welche die Klimakrise an sie stellt. Tragisches Beispiel, das dies deutlich machte, ist die Flutkatastrophe im Ahrtal, welche zeigte, dass in der Region zu wenig Vorkehrungen gegen Hochwasser getroffen wurden. Auch gegen Hitzewellen gibt es zu wenig Vorkehrungen und gleiches gilt für die Vorbeugung von verheerenden Waldbränden, wie wir sie in den letzten Jahren häufiger gesehen haben. Es ist ein ebenso informatives wie beunruhigendes Buch.

Die grüne Lüge von Kathrin Hartmann schlägt in eine ähnliche Kerbe wie Die Klimaschmutzlobby, indem die Autorin beschreibt, wie große Unternehmen Greenwashing betreiben, sich damit ein besseres Image verpassen und zugleich verhindern, dass es echten Wandel gibt. Das Buch war zwar auch sehr informativ, machte mich aber häufig so wütend, dass ich es gegen die Wand hätte schleudern können.

Klimaungerechtigkeit wurde von Friederike Otto, einer Klimaforscherin und Physikerin, geschrieben und es geht weniger darauf ein, was die Klimakatastrophe ausmacht, diese beschleunigt oder wie wir dagegen vorgehen können. Stattdessen zeigt sie, dass die Klimakatastrophe zwar ein großes Problem ist, das es unbedingt zu verändern gilt. Aber die Konsequenzen von Naturereignissen werden massiv davon beeinflusst, welchen finanziellen Status Menschen haben, welches soziale Auffangnetz es gibt und von weiteren gesellschaftlichen sowie persönlichen Faktoren. Otto verdeutlicht mit ihrem Buch also, dass die Klimakatastrophe nicht nur eine Umweltkrise ist, sondern auch eine soziale Krise, die bestehende Ungerechtigkeiten wie Misogynie, Rassismus und Armut verstärkt. Das war für mich ein ganz neuer Blick auf die Klimakrise, der für mich noch einmal verdeutlichte, dass intersektionaler Feminismus unglaublich wichtig ist und auch Klimagerechtigkeit umfassen muss.

Wie viele Menschenleben, wie viele Korallenriffe, wie viele Insekten lassen wir uns die kurzfristige Weiternutzung vergleichsweise billiger fossiler Brennstoffe im Globalen Norden noch kosten?

Klimaungerechtigkeit von Friederike Otto, S. 22


Quelle Beitragsbild: Wordworld

Die Montagsfrage #84

Guten Morgen ihr Lieben,

Sophia von Wordworld macht eine Sommerpause, stellt also keine neuen Fragen. Ich nutze das, um zwei Fragen zu beantworten, die ich 2023 wegen meiner Examensvorbereitung nicht beantwortete, aber sehr interessant finde. Heute also die zweite dieser nachgeholten Fragen:

WELCHE LGBTQIA+-GESCHICHTEN KENNT IHR UND KÖNNT IHR EMPFEHLEN?

Spontan fällt mir zunächst Imogen, Obviously von Becky Albertalli als ein Buch ein, das ich euch unbedingt empfehlen möchte. Erst letzte Woche ist dazu meine Rezension erschienen. Albertalli gelingt es wunderbar, das Gatekeeping, das teilweise in der queeren Community stattfindet, einzufangen. Daneben wartet das Buch mit vielen tollen Charakteren auf und ich denke, dass es gerade für Menschen, die ihre Sexualität noch erkunden, ein sehr tröstendes und tolles Buch ist.

In Memoriam von Alice Winn ist ein historischer Roman, der nicht nur die Schrecken des Ersten Weltkriegs auf berührende, manchmal verstörende, Weise einfängt. Er gibt zudem einen Einblick in das Leben queerer Menschen vor über hundert Jahren. Ein sehr eindrucksvoller Roman, der mir eine schlaflose Nacht bescherte, weil ich es nicht aus der Hand legen konnte.

Wer lieber Bücher liest, in denen Menschen sich ihrer Sexualität sicher sind und das Glück im Leben suchen, kann ich euch die Reihe Jons übernatürliche Fälle von AJ Sherwood empfehlen. Zum ersten Band, Ein Schuss kommt selten allein, gibt es eine Rezension auf dem Blog und auch die anderen Bände konnten mich überzeugen. Ein bisschen Fantasy, ein bisschen Krimi und zwei Männer, die ein Leben miteinander aufbauen wollen.

Ganz uneigennützig möchte ich zudem auf eine Beitragsreihe auf diesem Blog verweisen: in Over the Rainbow stelle ich immer wieder LGBTQIA+-Bücher vor, sowohl fiktionale als auch Sachbücher.


Quelle Beitragsbild: Wordworld

Leserunde zu „Der Palast der Meere“ von Rebecca Gablé

Nachdem mir die Leserunde zu Der dunkle Thron großen Spaß machte, freue ich mich sehr, dass Melli vom Blog Mellis Buchleben ab heute eine Leserunde zu Band 5 der Waringham-Saga, Der Palast der Meere, veranstaltet.

Es geht heute, 9. August, los und ich freue mich sehr darauf, diesen Beitrag zu füllen. Schaut unbedingt auch bei Melli vorbei und lest euch unsere Diskussionen und Meinungen zu diesem Buch durch.

Bitte beachtet, dass der Rest des Beitrags Spoiler enthält!

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Over the Rainbow – Imogen, Obviously

In der Reihe „Over the Rainbow“ stelle ich euch Bücher zum Thema LGBTQIA+ vor. Es handelt sich um fiktive Geschichten ebenso wie Sachbücher. Mit Imogen, Obviously von Becky Albertalli gibt es heute eine f/f-Liebesgeschichte, die mir besonders nahe gegangen ist.

Imogen ist schon ihr ganzes Leben von queeren Menschen umgeben: ihre kleine Schwester und zwei ihrer besten Freundinnen sind queer. Eine davon, Lili, hat sie eingeladen, ein Wochenende an dem College zu verbringen, an das auch Imogen ab dem folgenden Jahr geht. Lili hat ihren neuen queeren Freund*innen aus Scham über ihr nicht vorhandenes Liebesleben erzählt, dass Imogen, die sich als hoffnungslos hetero bezeichnet, bisexuell ist und mit ihr zusammen war. Doch je mehr Zeit Imogen mit Tessa, einer neuen Freundin von Lili, verbringt, desto mehr zweifelt sie daran, tatsächlich hetero zu sein.

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Die Montagsfrage #83

Guten Morgen ihr Lieben,

Sophia von Wordworld macht eine zweiwöchige Sommerpause, stellt also keine neuen Fragen. Ich möchte diese Pause nutzen, um zwei Fragen zu beantworten, die sie in der Vergangenheit stellte und die ich aufgrund meiner Examensvorbereitung nicht beantwortete. Los geht’s also mit einem Buchbingo, das Sophia vor etwas mehr als einem Jahr ausfüllte und das ich eben auf 2024 anwende:

HAST DU 2024 BISHER…?

… ein Hörbuch gehört? Nein. Ich höre ohnehin selten Hörbücher und dieses Jahr war noch keines dabei.

… ein Buch abgebrochen? Ja. Amberlough – Stadt der Sünde habe ich nach rund der Hälfte abgebrochen, weil ich mit den Charakteren überhaupt nicht warm wurde, inhaltlich kaum etwas passierte und mich das Buch langweilte.

… ein Buch, das in Deutschland spielt, gelesen? Viele, z.B. Louisenstraße 13 – Der Erinnerungsladen, die Reihe Die Dorfschullehrerin oder Wintermord.

… ein Sachbuch gelesen? Auch viele, darunter Die kurze Stunde der Frauen, Porno – Eine unverschämte Analyse und Ndrangheta.

… eine Autorin getroffen? Auf der Leipziger Buchmesse durfte ich dieses Jahr einigen interessanten Gesprächen mit Autor*innen lauschen.

… über ein Buch diskutiert? Häufig, z.B. während der Leserunde zu Der dunkle Thron, aber auch privat immer wieder.

… ein Buch aufgrund des Covers gekauft? Nein. Bisher waren alle Käufe dieses Jahr geplant und inhaltlich motiviert.

… ein Buch mit dem Buchstaben X im Titel gelesen? Ja, Caught in a Bad Fauxmance, eine nette queere Liebesgeschichte.

… einen reRead gemacht? Nicht viele, aber sechs Bücher habe ich dieses Jahr als reRead gelesen.

… ein Buch in 24 Stunden gelesen? Ganz aktuell Malibu Rising, das ich letzte Woche innerhalb eines Tages durchgesuchtet hatte. Aber generell kommt das bei mir häufiger mal vor.

… ein fremdsprachiges Buch gelesen? Ja, rund ein Viertel der Bücher, die ich bisher gelesen habe, waren dieses Jahr Englisch.

… eine Buchverfilmung geschaut? Nein. Dieses Jahr habe ich ohnehin wenige Filme gesehen und eine Buchverfilmung war nicht dabei.

… ein Selfpublishing-Buch gelesen? Bisher leider nur zwei: Verlieb die nie in einen Duke und Louisenstraße 13 – Der Erinnerungsladen wurden im Selfpublishing veröffentlicht.

… ein Buch eines*r verstorbenen Autor*in gelesen? Dieses Jahr habe ich Bücher von Henrietta Hamilton, Agatha Christie, Ngaio Marsh und Dorothy L. Sayers gelesen.

… ein Buch vom SuB erlöst? Ja, schon einige Bücher. Zuletzt Die Formel der Hoffnung, das seit Weihnachten 2023 auf meinem Stapel lag.

… ein Graphic Novel oder Comic gelesen? Dieses Jahr habe ich die ersten beiden Heartstopper-Bände gelesen.


Quelle Beitragsbild und Bingo: Wordworld

Buchiger Rundumschlag X – Jura

In letzter Zeit hatte ich das Vergnügen (oder Missvergnügen?) einige Bücher mit juristischen Themen zu lesen. Nun studiere ich Jura und muss zugeben, dass ich generell ziemlich interessiert an juristischen Themen aller Art bin. Ich kann aber auch sehr gut verstehen, dass es den meisten anderen Menschen selten so geht. Diese Bücher beschäftigen sich mit Aspekten von Gerechtigkeit und am Ende denke ich doch, dass Gerechtigkeit uns alle etwas angeht und interessiert.

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Die Montagsfrage #82

Guten Morgen ihr Lieben,

diese Woche läutet den letzten Monat meiner Zeit im Osten der Republik ein. Heute in nur fünf Wochen werde ich wieder in Baden-Württemberg wohnen und das ist ein ganz merkwürdiges Gefühl. Aber jetzt genieße ich noch die Zeit hier und in die Woche starten wir wieder mit der Montagsfrage von Wordworld, die sich diese Woche der Büchernarr überlegt hat:

Von welchem Buchcover der Bücher, die Ihr im letzten Halbjahr gelesen hast, seid Ihr besonders beeindruckt?

Besonders gut gefallen mir in letzter Zeit häufig die Cover, die Bücher aus dem DuMont-Verlag schmücken. Und im vergangenen Halbjahr war das insbesondere das Cover von Forgotten Garden, das bei mir direkt Fernweh hervorruft. Ich schaue es total gerne an und hatte mich beim ersten Blick gefreut, dass auch das dritte Buch von Sharon Gosling, das ich lese, einen solchen Blickfang als Cover bekommen hat.
Es gibt aber auch noch ein paar andere memorable mentions, besonders die Cover von Gwen & Art Are Not in Love von Lex Croucher, von Ramón and Julieta von Alana Quintana Albertson und von Ophelia After All von Racquel Marie.


Bildquellen
Beitragsbild: Wordworld
Cover Forgotten Garden: DuMont

Rezension – Acht Wölfe

Acht junge Menschen schließen sich einem Fremdenführer an, um für drei Wochen die Wildnis in einem kanadischen Nationalpark zu erleben. Doch nachdem sie ein Verbrechen beobachtet haben, sehen sie sich gezwungen, in die Wälder zu fliehen – ohne Ausrüstung, ohne einige wichtige Fähigkeiten, um zu erleben und ohne sich wirklich leiden zu können. Dabei gibt es nur eine Chance, die Wildnis und den bevorstehenden Winter zu überleben: wenn sie zusammenhalten.

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Tag der Hängematte – Bücher zum Entspannen

Heute ist der Tag der Hängematte! Ich finde es witzig, dass es einen solchen „Feiertag“ überhaupt gibt und dachte mir, dass ich ihn zum Anlass nehme, euch einige Bücher vorzustellen, die sich super dazu eignen, in einer Hängematte gelesen zu werden. Sie sollen also entspannend und genau richtig für den Urlaub sein.
Dabei möchte ich euch Bücher aus den unterschiedlichsten Genres vorstellen. Und ich wünsche euch einen schönen Sommer, mit genügend Abkühlung und guten Büchern!

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Die Montagsfrage #81

Guten Morgen ihr Lieben,

was für ein unfassbares heißes Wochenende haben wir denn da hinter uns gebracht?! Ich bin richtig froh, dass es nun wieder kühler ist. Bevor ich mich an die Korrektur einiger Klausuren mache, gibt es wieder die Montagsfrage von Wordworld:

Habt Ihr bereits Bücher aufgrund von Booktok gelesen und wenn ja, haben sie Eure Erwartungen erfüllt?

Ich habe kein TikTok-Konto und bekomme die BookTok-Hypes daher nur mittelbar mit – wenn es auf den Büchern einen Aufklaber gibt, dass es sich um einen BookTok-Bestseller handele. Bei mir dient das, zugegebenermaßen, eher der Abschreckung und macht es unwahrscheinlicher, dass ich das Buch lese.
Nun hat aber Sophia in ihrem Beitrag einige Bücher erwähnt, die ich auch schon gelesen habe, darunter The Seven Husbands of Evelyn Hugo, die Bücher von Ali Hazelwood oder Red, White & Royal Blue von Casey McQuiston. Ich wusste nicht, dass diese Bücher auf BookTok gehypt wurden oder werden und sie haben mir alle sehr gut gefallen.
Ganz grundsätzlich muss ich die obige Frage aber mit „Nein“ beantworten.


Quelle Beitragsbild: Wordworld