Rezension – Rassistisches Erbe

Die Kulturwissenschaftlerin Susan Arndt setzt sich entlang konkreter Wörter mit dem kolonialen Erbe in unserer Sprache auseinander. Manche, etwa „Tropenmedizin“, dürften dabei überraschen. Darüber hinaus diskutiert sie die Zusammenhänge zwischen Sprache und Macht und zwischen Rassismus und Kolonialismus. Sie zeigt dabei, welche Möglichkeiten wir haben, mit den kolonialen Vergangenheit in unserer Sprache umzugehen und wie neuere Begriffe und neue Begriffsverwendungen, wie „Indigene Menschen“ oder „weiß“ sich etablieren und versuchen Alternativen zu liefern.
Quelle: Duden (Ausschnitt)

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Rezension – Everybody

Der Körper ist eine Quelle des Vergnügens und des Schmerzes, gleichzeitig hoffnungslos verletzlich und doch voller Kraft. Mit einem radikal neuen Blick auf das letzte Jahrhundert analysiert Olivia Laing den langen Kampf um körperliche Freiheit. Laing erzählt von sexueller Befreiung und LGBTQ-Bewegungen, von Feminismus, globalen Gesundheitskrisen und dem Civil Rights Movement, stützt sich auf eigene Protesterfahrungen und unternimmt Reisen vom Berlin der Weimarer Zeit bis zu den Gefängnissen der McCarthy-Ära in Amerika. In den Recherchen begegnet Laing ausgehend von Wilhelm Reich und seinen Theorien einigen der spannendsten und kompliziertesten Persönlichkeiten des vergangenen Jahrhunderts, darunter Nina Simone, Sigmund Freud, Susan Sontag und Malcolm X.
Quelle: Penguin

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Rezension – Mythos Mutterinstinkt

Der Mutterinstinkt klingt wahnsinnig plausibel, nach einem Bild inniger Liebe gepaart mit irrer Kompetenz.
Der einzige Haken: Es gibt ihn nicht.
Und das ist eigentlich ein Grund zum Jubeln! Denn die Erzählung vom Instinkt produziert unglaublich hohe Ansprüche an Mütter – und spart all jene aus, die Sorge für ein Kind tragen, ohne es geboren zu haben.
Dieses Buch erzählt von bahnbrechenden Forschungsergebnissen, die Elternschaft in einem ganz neuen Licht erscheinen lassen. Dabei räumt es mit einem historischen Mythos auf: Es zeigt, wie es zur Erfindung des Mutterinstinkts kam. Wem es nützt, wenn wir an ihn glauben. Und welche Freiheit wir gewinnen, wenn wir uns endlich von ihm verabschieden.
Quelle: Penguin

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Rezension – Ladyparts

Was bedeutet es, im Amerika des 21. Jahrhunderts mit weiblichen Organen zu leben? Wieso wird man nur aufgrund dieser Organe nicht gesehen, nicht fair bezahlt und nicht angemessen medizinisch behandelt? Deborah Copaken erzählt von persönlichen, gesundheitlichen und politischen Krisen und deckt dabei den Sexismus in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft auf, vom Gesundheitswesen bis zum Dating. Copaken war Kriegsfotografin in Afghanistan, Israel und Simbabwe. Doch abseits dieser Schauplätze kämpft sie eine andere, unsichtbare Schlacht, im ganz normalen Alltag: die Schlacht mit und für ihren Körper. Denn in einem weiblichen Körper zu leben, kann auch im Amerika des 21.Jahrhunderts mitunter blutig und gefährlich sein, andererseits aber auch wunderschön. Eine packende weibliche Biografie in Körperteilen, die zeigt: Das Persönliche ist politisch.
Quelle: Penguin

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Rezension – Dieser Garten

Mitten in Fulda liegt die Benediktinerinnenabtei zur Heiligen Maria. Auf dessen Gelände liegt ein opulenter Garten, der seit fast 400 Jahren von den Nonnen der Abtei bestellt wird. Mely Kiyak lernte die Gärtnerinnen von Fulda kennen und beschreibt in diesem Büchlein, wie diese durch ihren Einfallsreichtum und sorgsamen Umgang mit ihrer Umwelt nicht nur ein kleines Paradies mitten in der Stadt schufen, sondern auch manche harte Zeit überwanden.

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Rezension – Die kurze Stunde der Frauen

Für keine Phase in der deutschen Geschichte wurden Frauen nachträglich mehr bewundert als für die Nachkriegszeit. Bis heute hält sich hartnäckig die Legende der Trümmerfrauen. Wie die Frauen selbst aber die damalige Zeit erlebten, ist kaum bekannt. Welche Hoffnungen hegten sie? Wie erfuhren sie die belastenden Lebensumstände? Und was dachten sie, als die neu empfundene Freiheit bald wieder den alten Machtverhältnissen weichen musste?
Miriam Gebhardt beschreibt das Lebensgefühl deutscher Frauen nach dem Zweiten Weltkrieg eindringlich, persönlich und mit viel Empathie. Dazu hat sie in bis dahin unerreichter Dichte Selbstzeugnisse von Frauen ausgewertet und stellt konsequent deren Erleben in den Fokus. Sie zeigt, warum sich die meisten Frauen nicht aus alten Rollenmustern befreien konnten, wie es einigen gelang, neue Wege einzuschlagen – und wie diese Erfahrungen unser Leben bis heute prägen.
Ein beeindruckendes Werk, das nicht nur die Vergangenheit beleuchtet, sondern auch wichtige aktuelle Fragen aufwirft.
Quelle: Herder-Verlag

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Rezension – Miese Krise

Dass wir in Zeiten einer menschengemachten Klimakrise leben, ist kein Geheimnis. Dagegen scheint es manchmal fast unmöglich zu verstehen, wo man ansetzen kann, um dieser Krise und ihren furchtbaren Auswirkungen entgegenzuarbeiten. Mit „man“ meine ich übrigens vorrangig die Politik, aber gibt es vielleicht Wege, wie jede*r Einzelne von uns Druck auf unsere Gesetzmacher*innen aufbauen kann? Und was sind Punkte, an denen tatsächlich wir Verbraucher*innen ansetzen können? Diese Fragen beschäftigen mich (fast) jeden Tag. Ann-Sophie Henne und Robin Jüngling betreiben mit diesem Buch Aufklärung; illustriert wurde das ganze von Annika Le Large.

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Rezension – Sorry not sorry

Scham zu empfinden ist vollkommen normal, ganz unabhängig vom Geschlecht. Doch Frauen schämen und entschuldigen sich besonders oft: für den eigenen Körper, weil sie als zu erfolgreich gelten, Single sind oder kinderlos bleiben. Anika Landsteiner hat ebendieses Phänomen auch bei sich festgestellt und geht der Frage nach, warum das so ist. In klugen, persönlichen Texten über alle Aspekte ihres Lebens − von Arbeit über Krankheit und Sexualität bis hin zur Auseinandersetzung mit ihrer Biografie − reflektiert sie über Selbstwert, Grenzüberschreitungen und darüber, dass sie sich nicht mehr kleinmachen lässt, weder von sich selbst, noch von anderen.
Quelle: Rowohlt

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Rezension – Beklaute Frauen

In der Vergangenheit, und auch heute noch viel zu häufig, wurden und werden die Leistungen von Frauen unter den Teppich gekehrt, negiert und die Frauen selbst klein gehalten. Die Geschichtsschreibung spricht gerne von „den großen Männern“, dabei haben schon immer auch Frauen zu unserer Welt beigetragen und die meisten Leistungen dieser „großen Männer“ wären ohne Frauen nicht möglich gewesen. In Beklaute Frauen stellt Leonie Schöler einige dieser Frauen vor und die Systeme, die bis heute fortwirken und weiterhin für Benachteiligungen sorgen.

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Rezension – Liebe

Wenn es um die Liebe geht, wird es oft kompliziert. Viel zu schnell verbinden wir damit eine romantische Beziehung. Veronika Fischer seziert, was mit Liebe alles gemeint sein kann, wie man mit ihren Facetten achtsam umgeht und Klarheit gewinnt. Das Verständnis von Liebe prägt unseren Alltag, in allen gesellschaftlichen und kulturellen Ordnungen. Und nicht zuletzt ist es relevant für die Achtung der Menschenrechte, steht Sexismus und Diskriminierung entgegen – über Liebe zu sprechen ist ein politischer Akt.
Quelle: Kremayr & Scheriau

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