#bloggalaxie

Hallihallo ihr Lieben!

Vor einigen Tagen hat Diana von Lilienlicht auf ihrem Blog zu einer Blogparade aufgerufen, in der es darum geht, sich mit themenfremden Blogs zu vernetzen. Für mehr Infos zur Blogparade #bloggalaxie schaut doch mal bei ihr vorbei.
Im Grunde geht es darum, einen anderen Blog vorzustellen, der so gar nichts mit dem eigenen Thema (in meinem Fall also Bücher) zu tun hat.

Mir ist die Entscheidung leicht gefallen, denn ein Blog, das ich sehr gerne verfolge ist RoadTrip-GirlBlog. Hier schreibt Kiomoon, das RoadTrip-Girl, über Reisen, die sie mit ihrem Stitch unternommen hat bzw. unternimmt. Stitch ist in diesem Fall nicht der merkwürdige Spitzname eines Freundes/Verlobten/Ehemann, sondern einer Einzimmer-Wohnung auf Rädern – ein VW T3.

Bild von Kiomoon
Bild von Kiomoon

Zum ersten Mal bin ich auf den Blog aufmerksam geworden, nachdem ich im letzten Jahr auf dem Busfest in Malvern war. Danach dachte ich mir, dass es doch in den Tiefen des World Wide Webs irgendwen geben muss, der über seine Erlebnisse mit einem VW-Bus berichtet. Und eine kleine Suche hat dann diesen Blog ausgespuckt – wo ich auch gleich hängen geblieben bin.

Grund Nummer 1 ist natürlich der Bus. Solange ich denken kann, hatten meine Eltern einen VW-Bus (allerdings das Nachfolge-Modell, einen T4). Ein T4 war auch das erste private Auto, mit dem ich gefahren bin, nachdem ich den Führerschein hatte. Und wenn ich ab Januar ein Auto benötige, um zur Arbeit zu kommen, dann muss es in meinen Augen ein Bus sein. Wir sind regelmäßig auf Bustreffen gegangen (oder besser gesagt: gefahren), viele der „Bus-Verrückten“ zählen mittlerweile zu Freunden, die man nicht mehr missen möchte. Und genauso wenig möchte ich RoadTrip-GirlBlog missen.
Ein weiterer Grund für mich, dieses Blog zu lieben, ist die Tatsache das er von einer Frau geschrieben wird. Besonders bei den „Bus-Verrückten“ sind es zum größten Teil die Männer, die für das Auto schwärmen. Klar, es sind auch immer Ehefrauen und Freundinnen mit dabei, aber in erster Linie sind die Männer die Bus-Enthusiasten und die Frauen haben gute Freunde gemacht auf den Treffen. Nicht falsch verstehen, es gibt schon auch die ein oder andere Frau, die sich für die Busse und alles drumherum interessiert (mich zum Beispiel 😀 ), aber es ist doch eher ein Männer-Ding. Umso schöner also, dass RodTrip-GirlBlog (der Name sagt’s ja schon) von einer Frau kommt.
Sie schreibt über ganz viele Themen, die mir aus der Seele sprechen, da ich sie genau so empfinde. Bei ihrem Beitrag „Pleiten, Pech und Zaubertanz“ musste ich schon sehr lachen, da ich mich darin wiedererkannt habe – zu Beginn tiefenentspannt und mit jeder Minute weniger lässig. Auch das spontane Losfahren, mal schauen, wo man rauskommt, und dabei schöne Ecken entdecken (auf RoadTrip-GirlBlog beispielsweise bei „Klein Kanada?“), ist für mich ein Stück weit das Non plus ultra des Reisens. Ich weiß schon gerne, in welche Richtung es ungefähr geht, aber sich einfach davon leiten zu lassen, wie die Straße gerade verläuft, ob man weiterfahren will oder nicht – für mich gibt es nichts schöneres.

Nächstes Jahr wollen die drei (Stitch, RoadTrip-Girl und Mr. RoadTrip-Girl) nach Südamerika. Für wie lange wissen sie noch nicht und ich bin schon sehr gespannt, was Kiomoon von der Reise berichtet. Ich beneide sie ja schon ein bisschen um dieses Abenteuer – aber nur ein bisschen! Ich weiß nicht, ob ich „einfach so“ die Zelte abbrechen könnte und auf ungewisse Zeit einen anderen Kontinent besuchen könnte.

Liebe Grüße,
Celina xx

Vom Kiez zum Kap

Vom-Kiez_zum_KapVom Kiez zum Kap – Mit unserem Bulli durch Afrika | Bernd Volkens, Kay Amtenbrink | Delius Klasing | erschienen 2015
ISBN 978-3-667-10314-7 | 22.90€
Leseprobe
Website

Über Bernd Volkens und Kay Amtenbrink:
Beide Autoren wurden 1969 geboren, leben in Hamburg und  spielen zusammen bei den 8. Herren des FC St. Pauli Fußball. Volkens ist Motorjournalist, Amtenbrink Grafik-Designer und beide sind große Fußballfans. 2010 fahren die beiden mit einem VW T3 von Hamburg bis Südafrika, um die Fußball-WM live zu sehen.

Vom Kiez zum Kap erzählt die Geschichte ihrer Reise. Von den Vorbereitungen im winterlichen Deutschland bis zur Ankunft in Südafrika bei der WM. Aufgebaut ist das Buch wie ein Tagebuch, geschrieben zum größten Teil aus Bernd Volkens, immer mal wieder werden aber die Notizen von Kay Amtenbrink eingestreut. Daneben gibt es sehr viele eindrucksvolle Bilder, die gut die Hälfte des Buchs ausmachen, ein Großteil der Bilder wurde von Kay Amtenbrink geschossen. Beschrieben werden Begegnungen mit netten und weniger netten Menschen, Probleme (die teilweise eher Katastrophen waren) und Zweifel.

Es gibt zwei Dinge, die mich an diesem Buch stören: zum einen, dass es ein Ende hat und zum anderen, dass es unglaubliches Fernweh weckt!
Ich musste dieses Buch unbedingt haben, da ich ein großer VW-Bus-Fan bin und ich wurde nicht enttäuscht. Vom Kiez zum Kap ist die Geschichte eines besonderen Roadtrips, der bei der aktuellen politischen Situation in vielen der bereisten Länder heute vermutlich nicht möglich wäre. Es ist auch eine Geschichte davon, nie aufzugeben. Amtenbrink und Volkens überstehen zum Teil wirkliche Katastrophen, die manch anderen vermutlich zum Aufgeben gezwungen hätten. Das Buch zeigt, wie klein die Welt ist, wenn man in Afrika einen Deutschen trifft, der mehr oder weniger die gleiche Route hat. Daneben öffnet es Türen zu fremden Kulturen. Es zeigt das alltägliche, in den meisten Fällen freundliche und hilfsbereite, Gesicht von Gesellschaften und Ländern, die in den Medien des Westens anscheinend voll von radikalen Islamisten oder sonstigen unangenehmen Gesellen sind.
Das Buch ist im Präsens geschrieben; dadurch wird man quasi in diese Reise hineingezogen und manchmal das Gefühl, im Bulli neben den beiden Abenteurern zu sitzen.
Die Bilder zeigen einen wunderschönen Kontinent, der eine Reise definitiv wert ist. Und in vielen Fällen zeigen sie den Bulli, was mein Bulli-Fan-Herz hat höher schlagen lassen 😉
Als einziger kleiner Minuspunkt bleibt noch zu erwähnen, dass es hin und wieder an der Rechtschreibung hapert, normalerweise aber, ohne wirklich zu stören.

Alles in allem ist es eine wunderbare Geschichte, mit wunderschönen Bildern, die es absolut wert ist, gelesen zu werden, zumindest mein Bild auf den afrikanischen Kontinent geändert hat – und in mir das dringende Verlangen auf eine ausgedehnte Fahrt mit einem VW-Bus hat aufkommen lassen!

Im Bus versuchen wir uns vorzustellen, was passiert wäre, hätten zwei Syrer bei uns in Hamburg vor der Tür ihr Nachtquartier auf[ge]schlagen. Wahrscheinlich käme die Polizei, um sie zu vertreiben – Mist, wir müssen an unserer Gastfreundschaft arbeiten!
– Aleppo, Syrien

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