Der 23. April, also heute, ist der Welttag des Buches. Ich hatte ein ganzes Weilchen überlegt, welchen Beitrag ich dazu schreiben könnte: mein Lieblingsbuch? Da gibt es so viel Auswahl. Ein Shelfie? Das wäre irgendwie schnell erledigt. Wie mich Bücher beeinflussen? Das steht gefühlt in jeder meiner Rezensionen. Schließlich fiel mir ein, dass ich vor einiger Zeit eine Buch-Woche gemacht und viel Spaß dabei hatte. Daher gibt es das heute für einen Tag.
Dabei spielt mir in die Hände, dass ich meine Zeit zum größten Teil frei einteilen kann. Und während ich mir sonst „Nine to Five“-Tage auferlege und dafür freie Wochenenden habe, verschiebe ich mein heutiges Programm auf den Samstag und widme mich stattdessen den Büchern 🙂
Schlagwort: Tagebuch
Eine Buch-Woche
Ihr Lieben,
heute gibt es mal einen etwas anderen Beitrag: ich nehme euch mit in eine buchgefüllte Woche! „A day in my life“ fand ich auch bei anderen schon immer interessant und daher dachte ich mir, lasse ich euch an einer Woche in meinem Leben teilhaben. Der Fokus liegt – natürlich – auf Büchern: welche Bücher habe ich wann gelesen und welche Bücher kamen neu hinzu. Aber kleine Einblicke in mein Leben sind sicher auch mit dabei.
„Eine Buch-Woche“ weiterlesenEvergreens – Das Tagebuch der Anne Frank
In dieser kleinen Reihe möchte ich euch meine Evergreens vorstellen: Bücher, die einen besonderen Platz einnehmen, die mich teilweise schon mein Leben lang begleiten. Es sind Bücher, über die ich keine genaue Rezension schreibe, weil ich normalerweise nur Bücher rezensiere, die ich gerade gelesen habe. Ich sehe meine Beiträge über die Evergreens auch nicht wirklich als Rezensionen an, da es keine mehr oder weniger sachliche Begründungen geben wird. Es sind einfach emotionale Berichte über Bücher, die mir wichtig sind.
Den Anfang macht ein Buch, das aus ganz vielen unterschiedlichen Gründen ein Evergreen ist: das Tagebuch der Anne Frank.
Ich weiß nicht mehr, wie alt ich war, als ich dieses Buch zum ersten Mal gelesen habe. Auf jeden Fall konnte ich mich in Anne wiedererkennen. Meiner Meinung nach ist das eines der erstaunlichen Dinge an diesem Buch: Anne Frank und mich trennen fast ein ganzes Jahrhundert, wenn sie hätte alt werden dürfen, wäre sie jetzt im Alter meiner Großeltern. Auch die Zeit, in der sie aufwuchs, unterscheidet sich recht deutlich von der Zeit, in der ich aufwachse (auch wenn ich mittlerweile das Gefühl habe, dass wir uns politisch in Anne Franks Zeit zurückversetzen). Und sie hatte eindeutig größere Sorgen als ich sie habe und je hatte – ich habe das große Glück, nicht aufgrund einer Tatsache, an der ich nichts ändern kann, in Todesgefahr zu schweben. Doch trotz all dieser Unterschiede, konnte ich mich in ihr wiedererkennen. Ich kann und will mir nicht vorstellen, wie es war, für so lange Zeit auf so engem Raum mit sieben anderen Menschen zusammen zu wohnen. Aber während meiner Pubertät, die Anne während ihrer Zeit im Hinterhaus erlebt und die es mir ermöglicht, mich ihr nahe zu fühlen, war ich gottfroh um mein „Adlerhorst“, mein Zimmer, in das ich mich zurückziehen konnte, in dem mich keiner störte. Diese Möglichkeit nicht zu haben, stelle ich mir unglaublich schwierig vor.
Beim zweiten oder dritten Mal lesen ist mir auch klar geworden, wie unglaublich wichtig es ist, dass wir uns an Anne und die anderen aus dem Hinterhaus erinnern – und dass das Unrecht, das ihnen und 6 Millionen anderen Menschen angetan wurde, nicht in Vergessenheit gerät. Meiner Meinung nach, nicht dieser Aspekt heute wieder an Wichtigkeit und Aktualität zu, mit einem Trump, Putin, Erdogan und einer aufstrebenden AfD. Wir dürfen niemals vergessen, was passiert ist, als das letzte Mal eine rechte Partei an die Macht kam.
Für mich persönlich wird dieses Buch auch zu einem Evergreen, weil ich die Möglichkeit hatte, das Haus in der Prinsengracht zu besuchen, und dieses Buch seitdem auch immer damit verbinden werde. Den Besuch des Anne-Frank-Hauses empfand ich als sehr berührend; die Ausstellung über Annes Leben und ihr Tagebuch ist schön gemacht und unbedingt einen zweiten Besuch wert.
Für mich verbindet sich dadurch ein hochaktuelles und wichtiges Buch mit einem wunderbaren Besuch in Amsterdam, den ich immer in Erinnerung behalten werde.


