Rezension – Cold Case: Das gezeichnete Opfer

Im Süden Schwedens wird eine Künstlerin kurz vor Eröffnung einer neuen Ausstellung ermordet aufgefunden. An ihr finden sich Spuren eines besonderen Lehms, der 15 Jahre zuvor auch an der Leiche des ermordeten Pianisten Max Lund gefunden worden waren.
Die Cold Case-Einheit der Polizei in Malmö und deren Leiterin Tess Hjalmarsson nehmen sich den 15 Jahre alten Fall noch einmal vor. Können sie weitere Opfer verhindern?

Vielen Dank an NetGalley.de und den Verlag Lübbe für dieses Rezensionsexemplar!

Ich hatte schon länger keinen skandinavischen Krimi mehr gelesen und lese/sehe/höre zudem gerne Berichte über Cold-Case-Ermittlungen. Ich kann mir denken, dass es für Familien unglaublich schwierig sein muss, sich Jahrzehnte lang fragen zu müssen, was mit einer*m Angehörigen geschehen ist oder wer ihr*m etwas angetan hat. Und Cold Case – Das gezeichnete Opfer ist zwar eine fiktive Geschichte, basiert aber in Teilen auf dem ungelösten Mordfall eines schwedischen Mannes namens Niklas Elmberg.

Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Es war spannend und man konnte gut miträtseln. Es gibt Rückblicke aus Max‘ Sicht auf seinen letzten Tag, zudem Kapitel, die mit „Die Ehefrau“ betitelt sind und Einblicke in das Leben mit dem Mörder geben. So wird man immer mal wieder auf Abwege geführt, gleichzeitig hat man immer das Gefühl, auf dem gleichen Stand wie Tess zu sein. Mir gefiel das sehr gut, denn ich mag keine Krimis, bei denen der*m Leser*in bei der Auflösung ein Haufen Infos um die Ohren gehauen werden, die Ermittler*innen bekannt waren und den Leser*innen nicht.

Vor kurzem habe ich bei Mord beim Diamantendinner angemangelt, dass mit dem Buch keine über den eigentlichen Fall hinausgehende Aussage getroffen wird. Auch in Das gezeichnete Opfer ist das nicht der Fall, hier hat es mich aber nicht gestört. Tina Frennstedt zeigt mit diesem Buch eine Seite von Tötungsdelikten auf, die wir gerne vergessen: dass sich Täter*in und Opfer kennen und das ganz häufig eben keine dunklen, verschwörerischen Machenschaften hinter solchen Taten stehen.

Ich kann euch dieses Buch wirklich empfehlen. Es ist spannend, hat auf Seiten der Ermittler*innen sympathische und ansprechende Charaktere zu bieten und geht fast schon in Richtung Cosy Crime, ein Genre das ich liebe.

Bewertung: 4 von 5.

Weitere Meinungen zum Buch:
Eulenmatz liest („Bin gespannt auf weitere Teile der Autorin!“)
Laura von Eden (3/5 Sterne; „ein solider Krimi, und wer Ermittlungsarbeit im skandinavischen Raum mag, der kann sich das Buch getrost mal anschauen“)
Lenas Bücherlounge (4 Sterne; „ein solider Schwedenkrimi, der […] durch die realistische Schilderung der Polizeiarbeit überzeugt“)

Über Tina Frennstedt:
Frennstedt wurde 1969 geboren und wuchs in der südschwedischen Stadt Lund auf. Dort studierte sie Schwedisch und Literaturwissenschaften. Sie arbeitet als Kriminalreporterin und schreibt Reportagen über jahr(zehnt)elang unaufgeklärte Kriminalfälle. Sie erhielt für einige ihrer Reportagen Preise.
Tina Frennstedt lebt in Stockholm.
Quelle: Lübbe

WERBUNG

Originaltitel: COLD CASE – Väg 9 | Übersetzerin: Hanna Granz
Taschebuch: ISBN 978-3-7857-2697-6 | 16,00 €
E-Book: ISBN 978-3-7325-9418-4 | 9,99 €
461 Seiten | erschienen 2021

Verlagswebseite zum Buch


Bildquellen
Cover: Lübbe
Autorin: Lübbe (© Gabriel Liljevall)

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