Rezension – Belmonte

Simona hat gerade ihren Job verloren. Als dann auch noch ihre Großmutter Franca überraschend stirbt und ihr ein Landgut in Italien hinterlässt, braucht sie dringend einen Tapetenwechsel. So fährt sie nach Belmonte, ein kleines italienisches Städtchen, in dem die Zeit stillzustehen scheint. Neben dem geerbten Landgut, erhält Simona auch Kassetten, auf denen Franca ihre Lebensgeschichte aufgezeichnet hat. Aber sie erhält auch Antworten auf Fragen, die sie bereits ihr gesamtes Leben umtreiben.

CW am Ende des Beitrags

Vielen Dank an NetGalley.de und den Piper Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Zugegebenermaßen hab ich ein bisschen gebraucht, um in das Buch hineinzukommen. Zu Beginn fand ich es verwirrend, wie die Frauen der Familie Farina zusammengehören und auch der Ablauf der Geschehnisse war verwirrend für mich. Das war vor allem auf die Zeitsprünge zwischen der Gegenwart und dem Italien der 40er Jahre zurückzuführen.
Als ich dann aber in die Geschichte hineingefunden hatte, konnte ich das Buch nicht mehr zur Seite legen. Ich habe richtiggehend mit Teresa, Simonas Urgroßmutter, gelitten, die einiges mitmachen musste in ihrem Leben und deren Schicksal lange ein Geheimnis bleibt.

Für mich das Beste an diesem Buch war, dass es nicht so vorhersehbar war, wie ich dachte. Spoilern will ich hier nichts, aber normalerweise haben die Bücher über große Familiengeheimnisse doch einen recht ähnlichen Plot. Auch wenn es hier tatsächlich vergleichbar losging, endete Belmonte doch anders als erwartet.

Gut gefallen an Belmonte haben mir auch die Einblicke in Francas Leben in Deutschland als Gastarbeiterin. Ich hatte tatsächlich noch kein Buch gelesen, in dem diese Perspektive eingenommen wurde. Und ich fand es gut beschrieben, wie Franca mit Heimweh zu kämpfen hat und welchen Widerständen sie begegnet, weil sie Italienerin ist.
Franca wird zudem nicht als Heilige dargestellt. Häufig ist es ja so, dass Großmütter nichts falsch machen können und quasi Engel sind. Auch Franca wirkt zunächst wie die perfekte Oma. Im Laufe des Buchs wird aus ihr aber ein normaler Mensch, der Macken hat und Fehler macht.

Eines der schönsten Dinge an Belmonte ist meiner Meinung nach das Cover. Die Farben und auch das Motiv selbst finde ich sehr schön. Ich finde, dass das selbstbewusste Auftreten der Frau auf dem Cover sehr passend ist für ein Buch, in dem die drei weiblichen Hauptpersonen alle versuchen, ein möglichst glückliches und selbstbestimmtes Leben zu führen.

Belmonte ist das perfekte Buch, um einen literarischen Urlaub in Italien zu verbringen. Es spricht aber auch einige ernste Themen an und lässt einen zudem miträtseln. Ich kann es wirklich nur empfehlen!

„Man [sollte] versuchen, sich die Welt nach seinen Wünschen zu formen, und nicht, seine Wünsche den Gegebenheiten anzupassen.“

Adriano Prisco (E-Book S. 339)

Bewertung: 5 von 5.

Weitere Meinungen zum Buch:
Protagonist Places (4/5 Herzen; fesselnd geschrieben und absolut lesenswert“)
Glimrende („für mich war das wie ein kleiner Urlaub in Italien“)

Über Antonia Riepp:
Antonia Riepp ist das Pseudonym einer deutschen Schriftstellerin. Sie veröffentlicht seit über 20 Jahren Spannungsromane, die mehrfach ausgezeichnet wurden. Ihre Bücher wurden zudem in mehrere Sprachen übersetzt sowie teilweise verfilmt. Riepp lebt im Allgäu.
Quelle: Piper

WERBUNG

Taschenbuch: ISBN 978-3-492-06201-5 | 15,00 €
E-Book: ISBN 978-3-492-99538-2 | 12,99 €
448 Seiten | erschienen 2020

Verlagswebseite zum Buch


Bildquellen
Cover: Piper
Autorin: Piper

CW für das Buch: häusliche Gewalt, Vergewaltigung (angedeutet), Abtreibung (angedeutet)

Ein Kommentar zu „Rezension – Belmonte

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