Rezension – Ich bin Circe

Circe ist die Tochter des Sonnengottes Helios und der Nymphe Perse, aber sie entspricht nicht den Vorstellungen ihrer göttlichen Eltern. Sie interessiert sich sehr für die Menschen, ist diesen wohlgesonnen, und sie spricht auch wie diese. Zudem beschäftigt sie sich mit Magie, was den Göttern überhaupt nicht gefällt. So verbannen sie Circe auf eine einsame Insel, wo sie weiter an ihren Fähigkeiten arbeitet und zu einer mächtigen Zauberin wird. Obwohl sie in der Verbannung lebt, trifft sie einige der faszinierendsten Personen, über die wir noch heute in der griechischen Mythologie lesen: Odysseus, Daidalos, die Scylla, Medea und einige andere. Doch irgendwann muss sie sich entscheiden, ob sie zu den Göttern – von denen sie abstammt – oder den Menschen – denen sie sich immer verbunden fühlte – gehören will.

Vielen Dank an den Eisele-Verlag und NetGalley.de für dieses Rezensionsexemplar!

Können wir mal mit dem Cover anfangen? Ich liebe es! Während der Schule hatte ich fünf Jahre Lateinunterricht und schon das Cover, vor allem aber auch der Inhalt des Buches haben mir gezeigt, wie sehr ich es genossen habe, über die Zeit der Griechen und Römer zu lernen. Und ich fand es schön, wieder über die Götter und Helden zu lesen – fast ein bisschen, als würde man alte Freunde wieder treffen. Aber es war auch so, als würde man diese Freunde ganz neu kennenlernen. Der Blick auf die mythischen Personen in Circe fühlte sich privater an, als die Sagen zu lesen.

Komplett überzeugen konnte mich das Buch trotzdem nicht. Inhaltlich hatte ich erwartet, dass es wirklich um Circe geht; dass sie ein unglaublich aufregendes Leben geführt hat. Aber ich hatte eher das Gefühl, dass es letztendlich doch wieder um die ganzen Männer geht, die schon in der Antike Geschichte schrieben und angebetet wurden. Ich will damit nicht sagen, dass es uninteressant war, aber ich hatte erwartet, dass der Fokus des Buches anders liegt.

Zudem hat es ein ganzes Weilchen gebraucht, bis ich in die Geschichte hineingekommen bin. Die ersten gut hundert Seiten war ich vor allem gelangweilt. Es ist ziemlich ausschweifend geschrieben, sodass es immer wieder Längen im Buch gab, die man in meinen Augen hätte kürzen können.
Und ich habe ständig darauf gewartet, dass der Höhepunkt des Buches kommt. Der kam aber nicht. Stattdessen ist es eher so, als würde 500 Seiten lang auf ein großes Finale hingearbeitet werden, mit mehreren kleinen Höhepunkten zwischendurch, und dann gibt es kein großes Finale.

Ich bin zwiegespalten, wie ich dieses Buch finde. Einerseits konnte mich der Schreibstil nicht überzeugen, andererseits ist es ein spannendes Thema und ein ganz anderer Blick auf die Heldensagen der Griechen und Römer.

[Die Götter] nehmen sich, was sie wollen, und als Gegenleistung legen sie dir Handschellen an.“

Pasiphaë (S. 151 e-Book)

Bewertung: 3/5 Sterne


Weitere Meinungen zum Buch:
Mietze’s Bücherecke (5/5 Pfoten; „ein überraschendes Highlight“)
Jacquy’s Thoughts („[m]eine Erwartungen konnte das Buch leider nicht erfüllen“)
Zauberhafte Lesestunden (5 Sterne; „absolute Leseempfehlung für jeden, der gerne Bücher über griechische Mythologie liest […]“)

Über Madeline Miller:
Miller wurde 1978 in Boston, USA, geboren und wuchs in New York City und Philadelphia auf. Sie machte ihren Bachelor und Master in Altphilologie an der Brown University auf Rhode Island. Danach unterrichtete sie an einer High School Latein, Griechisch und Shakespeare.
Gleichzeitig schrieb sie zehn Jahre an ihrem ersten Roman The Song of Achilles (dt.: Das Lied des Achill), der 2011 veröffentlicht wurde. 2018 erschien ihr zweites Buch, Circe.
Quelle: Wikipedia


WERBUNG

Originaltitel: Circe | Übersetzerin: Frauke Brodd
Hardcover: ISBN 978-3-9616-1068-6 | 24,00€
E-Book: ISBN 978-3-9616-1074-7 | 19,99€
528 Seiten | erschienen 2019

Verlagswebseite zum Buch

Website der Autorin

Bildquellen
Autorin: Millers Website
Cover: Eisele Verlag

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